Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · p. Seite 679

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 679 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9072829-9103075-9155975--07069-9079789
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 35 679 Das Jüdische Echo wenn man Captain Frank, der diese Arbeit geleistet hat, fragen würde, ob er Zionist ist, so wird er mit Nein antworten. Dasselbe gilt vom Hilfsverein der deutschen Juden. jabotinsky schloß: Als „Baal Teschuwa“ stehe ich jetzt vor Euch. Der Kongreß mag gegen mich oder für mich sein; aber mit Euch habe ich eine Verständigungsfrage, mit jenen da draußen aber nicht. Vertreiben Sie keine Patrioten aus der zionistischen Bewegung! (Starker, langanhaltender Beifall.) Dr. Schmarjah Lew in führt aus, Jabotinskys Weltanschauung sei eine mechanistische, wir bleiben bei der alten Methode. Der Zionismus ist etwas lebendiges. Jabotinsky will die Soldaten hinschicken, bevor wir noch die Juden dort haben. So entsteht kein Staat und keine Autonomie. Wozu uns Illusionen machen? Wir werden das Land kaufen und dafür bezahlen müssen. Ich bin ein ausgesprochener Anhänger Samuels, wie auch seiner arabischen Politik. Er hat Ruhe im Lande geschaffen und uns nicht benachteiligt. Die Eröffnung der Universität war eine gewaltige politische Errungenschaft, ebenso wichtig wie die Balfour-Deklaration. Professor Picks Referat über die Einwanderung Jährlich 40 000 In der achten Kongreßsitzung, am Sonntag, den 23. August, hielt Prof. Pick das Referat des Palästina-Amtes über die Einwanderung. Er knüpfte an das Wort Sokolows an, daß dieser Kongreß ein ,,K ong r e ß d e r A 1 i j w a h“ sei. „In dem Augenblick, wo ich die Ehre habe, dem Kongreß über die Einwanderung Bericht zu erstatten, ankern zwei Schiffe in den Häfen Erez Israels, die Hunderte von neuen Einwanderern ins Land bringen. Auf dem 13. Kongreß wagten es selbst die größten Optimisten nicht zu hoffen, daß bis zum 14. Kongreß ca. 40 000 Juden ins Land kommen werden und daß die Immigration von monatlich 800 auf monatlich 3000 und mehr steigen wird. In den letzten sieben Monaten, Januar bis Juli 1925 sind 21 000 Einwanderer ins Land gekommen, und nach den uns vorliegenden Meldungen ist zu erwarten, daß die Zahl bis zum Ende des Jahres sich mindestens bis 40 000 erhöhen wird. Prof. Pick fuhr fort: Da der vorige Kongreß bloß ein Einwanderungsbudget von 27 800 Pfund, das für 10 000 Einwanderer reichen sollte, festgesetzt hat, mußte dieses Butget angesichts einer Einwanderung von 20 000 innerhalb eines halben Jahres erheblich überschritten werden. Der Redner gedenkt mit Anerkennung der positiven Stellungnahme der Arbeiter Palästinas, die für eine Vergrößerung der Einwanderung eintraten, ohne Rücksicht darauf, daß die Neueinwanderung vielleicht zu einer Verschlechterung der Arbeitslage führen könnte. Die statistischen Angaben zeigen, daß von April 1919 bis August 1925 79 900 neue Einwanderer ins Land gekommen sind. Die Tatsache, daß die neuen Einwanderer stets im Lande Beschäftigung fanden, hat die Mandatsverwaltung veranlaßt, für das Halbjahr April bis Oktober 10 000 Zertifikate dem Palästina-Amt zur Verfügung zu stellen, von denen 2000 den Gesinnungsgenossen in Rußland überlassen wurden. Für das kommende Jahr wurde ein Budget von 68 000 Pfund der Zionistischen Exekutive in Jerusalem unterbeitet, da wir glauben, für mindestens 12 000 Einwanderer aus Arbeiterelementen und 14 000 aus den Kreisen des Mittelstandes und der Handwerker Vorsorge treffen zu müssen. Als erste Stütze des Mittelstandes wurden 15 000 Pfund Anleihen für die sogenannte Mittelstands-Ali jah, 3000 Pfund für den Bau provisorischer Unterkünfte und 1200 Pfund für den Merkas der Histadruth Owdim eingesetzt. Für Hachscharah wurden 6000 Pfund eingestellt. Die Abteilung für Immigration bemüht sich, die Fragen des Transportes im Verhältnis zu den neuen Aufgaben zu lösen, und wir wollen zum Schluß die Hoffnung aussprechen, daß es gelingen wird, im nächsten Kongreß über eine Ali jah von 50 000 jährlich zu berichten. Ussischkin über den Keren Kajemeth In den letzten zwei Jahren, seit dem letzten Kongreß, ist ein großer Umschwung im Zionismus und dessen Verhältnis zum Boden vor sich gegangen. Ich als Bevollmächtigter jedes Instrumentes, das den Gedanken der Erlösung und Erwerbung nationalen Bodens in die Tat umsetzt, kann ermessen, was seither geleistet worden ist. Lesen sie genau den Bericht des KKL, der alles Wissenswerte enthält. Ich will hier nur kurz resümieren. Die Eingänge des KKL, die im letzten Jahre vor dem XIII. Kongreß 83000 £ betragen haben, sind im letzten Jahre, d. h. 5685 auf 260000 £ gestiegen. Europa, das damals nur 30% der Gesamteingänge beigetragen hat, bringt jetzt 63%, d. h. mehr als das Doppelte als damals. Als besondere Pflicht halte ich es zu erklären, daß Kongreßpolen, das ein Kontingent von 50000 £ übernahm, dieses auch wirklich voll erreicht hat. Fast das gesamte aufgebrachte Geld setzt sich aus den kleinsten Spenden des gesamten Volkes zusammen. Ich habe das volle Vertrauen zu den Massen, daß diese Eingänge nicht zufällig sind, sondern daß sie fortwährend einlaufen werden, bis das Land erlöst ist. Beinahe eine Million Nationalfonds-Büchsen sind schon auf gestellt. Wir erstreben jenen Tag, wo es kein Haus mehr geben wird, ohne die Büchse, die für die Erlösung des Bodens sammelt. Die Methoden des Keren Kajemeth und Keren Hajessod sind verschieden. Der Keren Hajessod läßt sich Zeit für seine Arbeit, er verteilt sie über eine bestimmte Zeit von Jahren, während der Keren Kajemeth keinen Tag mit seiner Arbeit aussetzt. Es gibt keine Reibung zwischen beiden Fonds, wenn im Einverständnis miteinander gearbeitet wird. Der eine Fonds erlöst den Boden, der andere baut auf ihm weiter. Wir glauben, daß die Erhöhung der Eingänge erst am Anfänge steht. Wenn wir zu den 15 Millionen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.