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Das jüdische Echo · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · p. Seite 677

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 677 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 677 das zu diesem Preis erworben wird. Jetzt, auf diesem Kongreß zu schweigen über dasProjekt der russischen Kolonisierung wärem. E. ein zu großer Preis für die A g e n e y. Wir müssen uns klar und deutlich aussprechen. Ich bin nicht an sich gegen die jüdische Kolonisation in Rußland, aber ich bin Zionist und wünsche, sicher zu sein, daß diejenigen, die das Projekt Vorbringen, imstande sind, seine Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit zu beweisen, bevor ich als amerikanischer Jude einem Plane zustimme, der über 5 Millionen Pfund kosten soll, die vielleicht viel fruchtbringender angewendet wären, wenn sie der jüdischen Neusiedlung in Palästina zur Verfügung gestellt würden. Es kann sein, daß dieser Kongreß sich für Schweigen entscheiden wird, ich kann nicht schweigen, als Zionist muß ich sprechen. Ich will nicht beurteilen, ob es parlamentarisch war, daß ich jetzt meine Ausführungen gemacht habe. Aber noch einmal möchte ich warnen, solange es Zeit ist. Es ist eine große Gefahr mit dem Projekt der Krimkolonisation verbunden. Andere Gefahren, als die wir mit offenen Augen auf uns nehmen, wenn wir uns für Arbeit und Kolonisation einsetzen in dem Land, das das unsere werden soll. Ich spreche noch den Wunsch aus, daß es nicht lange dauern möge, bis die Führer und alle Anhänger der Brandeis- Gruppe, der Mack-Gruppe wieder ihren Platz einnehmen als aktive Mitarbeiter im Dienste und unter der Flagge der zionistischen Bewegung und der Zionistischen Organisation. Oppositionsrede Jizchak Grünbaums Im Namen der Ko nferenzgemeinschaft radikaler Zionisten sprach J. Grünbaum (Warschau). Dr. Weizmann, sagte er, behauptete vor zwei Jahren, mit der Erweiterung der Jewish Agency nicht länger warten zu können. Nun hat uns Wise klar gesagt, daß Menschen, die nach jahrelanger Befassung mit der Jewish Agency eine Million Dollar für Palästina, dagegen 15 Millionen Dollar für die Krim hergeben, daß solche Menschen keine innere Beziehung zu Palästina haben. Palästina ist also eine Million, die Krim 15 Millionen wert. Damit ist die Sache erledigt. Wir müssen daher weiter unseren alten Weg gehen, den Weg des Vertrauens zu den Kräften unseres Volkes. Diejenigen, die Angst vor unserer Benaissance haben, können nicht unsere Weggenossen sein. Von einer politischen Tätigkeit der Exekutive kann man überhaupt nicht reden, wenn man erfährt, daß Weizmann wegen der Ernennung des neuen Oberkommissafs nicht befragt worden ist. Das neue Alijah- Gesetz ist in vielen Beziehungen ärger als das frühere. Der neue Strom nach Palästina muß geregelt werden, daß er Räder treibt, sonst bringt er Zerstörung. Wir und nur wir tragen die Fahne des Zionismus in Händen und sind die Hüter der reinen zionistischen Wahrheit. Louis Lipskys Programmrede Das Mitglied der Zionistischen Exekutive und der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Amerikas, Herr Louis Lipsky, ergriff das Wort im Namen der organisierten Zionisten von Amerika. Ich bin bevollmächtigt, sagte er, die folgende wohlüberlegte Erklärung als unseren Beitrag zur Generaldebatte vorzubringen. Wir lehnen haarspalterische Argumentation und theoretische Spitzfindigkeiten ab. Unser Denken muß Angelegenheiten zugewendet werden, die in unmittelbarer Verbindung mit den ungeheueren sozialen, wirtschaftlichen und nationalen Veränderungen stehen, die heute in der Struktur des jüdischen Lebens vor sich gehen. Der dominierende Gedanke dieses Kongresses ist: wie ist der Neubau des jüdischen Lebens zustande zu bringen? Unsere Kraft wächst, unsere Ausdauer läßt nicht nach, die amerikanischen Zionisten sind noch so frisch wie zu der Zeit, als wir 1914 die von uns geschaffenen Institutionen in Palästina zu erhalten halfen, die zionistische Bewegung in Amerika ist die Leitidee der amerikanischen Judenheit geworden. Wir haben neben dem Keren Hajessod und dem Keren Kajemeth die American Zion Commonwealth, die in Harmonie mit der zionistischen Landespolitik in Palästina arbeitet. Wir haben, glaube ich, einen Weg gefunden, um einen größeren Teil des für den Aufbau auf bringbaren Privatkapitals zu beschaffen. Ich will an dieser Stelle den Ausdruck des Vertrauens der Zionisten von Amerika für die Arbeit Dr. Weizmann s kundgeben. Dr. Weizmann hatte die zionistische Leitung seit Beginn des Krieges tatsächlich in Händen. Er hat der Bewegung seine ausschließliche Arbeit, eine Arbeit unschälzbarer Art, gewidmet. Seine Erfolge sind substanzieller und wertvoller als irgend eines anderen zionistischen Führers seit dem Beginn unserer organisierten Bewegung. Wir müssen gleichzeitig unsere Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringen, daß die Mandatsregierung das ihr übertragene Amt als das eines Richters zwischen zwei streitenden Parteien auffaßt. Statt spontan und aktiv die Schaffung des jüdischen Nationalheims vorwärts zu bringen, wie es der Sinn des Mandates erfordert, hat sich die Mandatsmacht bemüßigt gesehen, die Haltung wohlwollender Neutralität anzunehmen und hat unter außergewöhnlichen Umständen auch von dieser Haltung Abstand genommen. Wir fühlen es besonders hart, daß der Artikel VI des Mandates, nach welchem die Regierung verpflichtet ist, der jüdischen Siedlung Land zur Verfügung zu stellen, nicht erfüllt worden ist. Weizmanns Plan der Erweiterung der Jewish Agency hat unsere volle Unterstützung. Die praktische Organisation der Agency kann ein Jahr, 2 Jahre oder mehr dauern. Die amerikanische Delegation wird ohne Zögern die Vorschläge der Exekutive unterstützen, in denen sie Ermächtigung dazu verlangt, zur Einberufung des Councils der Jewish Agency zu schreiten. Das Krim-Projekt, setzte Louis Lipsky fort, ist nicht nur ein Hindernis für die Entwicklung unserer finanziellen Kraft, sondern auch ein störendes Element für die von uns in den Vereinigten Staaten

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