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Das jüdische Echo · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · p. Seite 673

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 673 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 673 Abteilung mehr als früher die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen uns und unseren semitischen Verwandten herzustellen. Aufgabe der Agency und der Universität wird es sein, die Ausbildung gerade dieses Gebietes und Zweiges der Universität nach Maßgabe der besten Kräfte zu fördern. Im Namen der Exekutive möchte ich erklären, daß sie nach wie vor am Plan der Jewish Agency, wie sie vom letzten Kongreß beschlossen wurde, f e s t h ä 11. Diesem Kongreß obliegt es, diese Sache einfür allemal mit Offenheit und Entschiedenheit zu behandeln und sich nicht mehr auf platonische Formeln zu beschränken. Entweder macht er die Jewish Agency, oder er macht sie nicht. Ich für meine Person werde mich auf zweifelhafte Formeln nicht einlassen. In Amerika und in England sind die führenden Körperschaften der dortigen Judenheit zum Eintritt in die Agency bereit, und auch in anderen Ländern ist die Möglichkeit der Realisierung vorhanden. Die Grundprinzipien der Agency sind bekannt, aber ich muß wiederholen: Die Agency basiert auf dem Mandat sowie auf den Grundprinzipien unserer Arbeit in Palästina, d. i. nationaler Boden, nationale Arbeit, nationale Sprache und Kultur. Die Agency wird sich nicht aus Notabein zusammensetzen, sondern aus Vertretern maßgebender Körperschaften im Judentum. Eine Änderung im Mandat wird nicht vorgenommen werden. Man kann in die Verfassung der Agency auch einen Punkt einfügen, daß diese Verfassung nach drei oder vier Jahren oder nach einem anderen Zeitraum, den der Kongreß beschließen wird, einer Revision unterzogen werden kann. Für alle Einzelheiten ist nicht hier der Platz, sondern in der Kommission. Wesentlich und notwendig ist, daß der Kongreß die Exekutive in den Stand setzt, den Council in der nächsten Periode aufzubauen. Unsere Arbeit ist schwer und kompliziert, aber ich muß sagen, daß wir ein Stück vorwärts gegangen sind. Wir haben nach Maßgabe der Kräfte das beste, „unser“ bestes getan. Die weitere Entwicklung ist schwer vorauszusagen, da wir von Faktoren abhängen, über die wir keine Kontrolle haben. Unsere Aufgabe ist es, daß wir das Maximum für den Aufbau erzielen. Es ist schwer, die Zukunft vorauszusagen, am schwersten für die, welche glauben, daß sie diese Zukunft vorbereiten. Sokolows Korreferat zur politischen Lage Herr S o k o 1 o w erklärt bei Beginn seiner Rede, nur einen Leitfaden für die Generaldebatte geben zu wollen, soweit sie sich auf die politischen Fragen bezieht. Es müsse ein Unterschied zwischen Administration und Politik gemacht werden. Die Administration Palästinas und alles, was damit zusammenhängt, mögen diese Fragen noch so wichtig sein, sind nicht Fragen der Politik. Wir konnten solange über zionistische Politik nicht sprechen, solange wir kein politischer Faktor waren. Heute ist das anders. Wir Juden waren stets nur Objekt der Weltpolitik, und erst mit der Entstehung des nationalen Heims ist auch eine jüdische Politik entstanden. Die Politik des jüdischen Nationalheims muß vom Kongreß ausgehen. Die politische Welt hängt mit uns zusammen, und unsere Sache ist von der ganzen politischen Welt abhängig. Interpretationen hängen von Stimmungen und Überzeugungen ab. Die öffentliche Meinung ist eine Instanz, mit welcher Regierungen auch in größeren Fragen rechnen, als die unsere es ist. Die Zusammenhänge der allgemeinen Situation des Zionismus und den praktischen Folgen in Palästina muß jeder denkende Mensch im Auge behalten, um dann, wenn wir auf Krankheitserscheinungen stoßen, die richtige Diagnose stellen zu können, die der Therapie vorausgehen muß. Es ist ein Fortschritt, wenn der Zionistische Kongreß dazu berufen ist, jüdische Politik zu machen. Der Zusammenhang mit dem Völkerbund ist ein tieferer als ein nur formaler. Er ist inhaltlicher, sittlicher Natur. Zur wirklichen Idee des Völkerbundes und zur Idee des Mandates haben wir eine innerliche Beziehung, die bestimmender Faktor für unsere Politik ist. Wir stehen dem Völkerbunde nicht als Petent gegenüber, sondern stehen mit ihm in einem Kontakt, denn wir haben eine Aufgabe des Völkerbundes auszuführen, einen Winkel der Erde so zu sichern, daß er nicht eine Gefahr für den Weltfrieden ist, sondern ein Vorbild und Muster für den Frieden der Welt. Im Wechselspiel der politischen Kräfte stehen uns drei Faktoren gegenüber: der erste, die sogenannte arabische Frage, dann die religiösen Vorurteile und drittens der Antisemitismus. Ich sage die „sogenannte arabische Frage“, weil ja die eigentliche arabische Frage gelöst ist, indem den Arabern ein großes Gebiet zugewiesen worden ist, in dem sie sich ausleben können. Es ist eine falsche Auslegung, wenn man von der arabischen Frage im Zusammenhang mit dem Zionismus spricht. Mit der wirklichen arabischen Frage wollen wir ja rechnen. Wir wollen ein freies Arabien, und daß das Volk alles nachholt, was es vernachlässigt hat. Das ist im Interesse des erwachenden Orients, im Interesse der Menschheit und in unserem Interesse und ist das Recht des arabischen Volkes. Wenn man jedoch von der arabischen Frage spricht, so meint man gewöhnlich die Schwierigkeiten, denen wir bei unserer Aufbauarbeit begegnen, die Vorurteile, die uns von seiten der nichtjüdischen Bevölkerung Palästinas entgegenstehen. Es hat sich gegen die Idee der Mandate hauptsächlich im Osten, wo Mandate erteilt worden sind, eine Opposition gebildet, die nicht nur für Palästina, sondern auch für andere Länder gilt. Sie richtet sich gegen das System der Mandate alssolches. Die Großmächte wollen die ihnen zugewiesenen Mandatsländer in wohlwollender Weise verwalten, bis sie für eine vollständige Existenz reif geworden sind. Die mehr oder weniger turbulenten Sonderunternehmungen mancher Völker des Orients beschleunigen nicht diesen Prozeß. Auch wir teilen die Ansicht dieser Völker über das Endziel dieser Entwicklung — .die freie Selbständigkeit. Als zweite Quelle unserer Schwierigkeiten kommen religiöse Vorurteile in Betracht. Man ist unsertwegen unruhig; Palästina wird ja nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis als heiliges Land betrachtet. Wir kämpfen dagegen an, nicht mit dem alten System der Apologetik, sondern durch Tatsachen. Wir haben die Universität auf dem Skopus nicht eröffnet und die zivilisierte Welt dazu eingeladen, um ihr apologetische Reden zu halten, sondern weil wir eine Universität brauchen. Es kommen immer mehr Menschen nach Palästina und werden sehen, daß ihre heiligen Orte mit derselben Glorie umgeben sind wie immer, und

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