Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 35 (28.8.1925)
- Date
- 1925-08-28
- Page
- Seite 669 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 Uas Jüdische Echo 669 geschaffen hat; mit elektrischen Zentralen: mit der „Hadassaah“, die über die Gesundheit des Volkes wacht; mit vergrößertem nationalen landwirtschaftlichen Besitz, mit dem Erziehungswerk, den Bausteinen unseres nationalen Baues, dem Aufschwung unserer Sprache, der einzigen Festung zur Sicherung des nationalen Nachwuchses, die erweitert und ausgebaut werden muß; mit dem Technikum und mit der Universität! Die starke Vertretung unserer palästinensischen Freunde, die wir in noch nie dagewesener Zahl auf diesem Kongreß zu begrüßen das Glück haben, ist ein Spiegel des Fortschritts im Aufbau unseres Landes; die große Zahl unserer Freunde aus Amerika, die am Kongreß teilnehmen, ist ein deutliches Zeichen für die Beteiligung unseres gesamten Volkes am Aufbau unseres nationalen Heims. Auf seinen Schultern hat unser ganzes Volk diese Last des Schaffens getragen; mit Hilfe der zionistischen Organisation und der durch sie geschaffenen zwei Geldquellen, des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth und anderer bedeutender und hilfsbereiter Gesellschaften und Institutionen des Galuth. Das ist die große Leistung unseres Volkes vor der großen Welt. Innerhalb der leidenden Menschheit, die nach Aufbau des Zerstörten und nach Erneuerung ihres Lebens strebt, steht das jüdische Volk, das lebt und einen Weg zeigt, den Weg der Gerechtigkeit, des Friedens und der heroischen Arbeit. Erfüllt vom Geist der Bibel, dem Zeugnis seiner Geburt, ausgerüstet mit Pflug und Mauerkelle, gestützt auf sein historisches Recht steigt es herab in das Jordantal, um Sümpfe trocken zu legen und steigt herauf auf den Skopusberg, um seinem Geiste eine Festung zu erbauen. Alles was es schafft und erneuert, ist die Verwirklichung der Idee der Gerechtigkeit und des Friedens, Form und Inhalt seiner Lebensanschauung. Es ist seit jeher bekannt, daß d i e W e 11 dem Juden nicht ein Abbild des Molochs ist, der mit glühenden eisernen Armen, mit bewaffneten Massen, mit Kanonen durch die Welt zieht, sondern ein Bild des Zusammenwirkens aller guten kräftigen Menschen, ihrer harmonischen von Gerechtigkeit und Liebe erfüllt zusammenfassen. Das sind schon alte Worte; nun aber gehen sie der Verwirklichung entgegen und — im täglichen Tun unserer palästinensischen Brüder. Dies ist nur deshalb möglich, weil hinter allen Überlegungen, hinter allen Geschehen und hinter den Instruktionen und Satzungen, eine mächtige moralische Kraft steht, eine frische, tiefe lebendige Seele, die alles praktisch erläutert und veredelt, und ohne die es ein totes formloses jeder Tendenz beraubtes Gebilde geworden wäre. Der Kongreß ist eine jener moralischen Kräfte; ohne ihn würden wir uns klein und nichtig Vorkommen; mit seiner Hilfe, mit seinem Bestreben nach heroischer Arbeit für die Erlösung, — werden wir alles erfolgreich durchführen. Daher flehen wir zu Gott, er möge mit diesem Kongreß sein. Und noch eines dürfen wir nicht vergessen: Die Erlösung eines Volkes ist kein politischer oder territorialer und kein mechanischer Prozeß, wenn auch das Mechanische und Technische im Prozeß der Durchführung eine große Rolle spielen und mit peinlichsler Genauigkeit erwogen werden muß; aber die Erlösung selbst gehört nicht dem Reiche des Meßbaren und Zählbaren an, denn sie ist etwas Erhabenes, Schwereloses, Transzendentes. Sie ist nicht profanes Werk, sie ist ein Heiligtum. Bayer. Vereinsbank München-Nürnberg Gegründet 1869 Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns Besondere Einrichtungen für den Fremdenverkehr Ausstellung von Kreditbriefen auf Reichsmark und ausländische Währungen Moderne Stahlkammeranlage zur vorübergehenden Aufbewahrung von Wertgegenständen