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Das jüdische Echo · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · p. Seite 668

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 668 (sequence 4)
Language
German
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668 Das Jüdische Echo Nr. 35 finden können, denen die Schaffung der jüdischen Heimstätte Lebenszweck ist. Überblickt man den bisherigen Verlauf des Kongresses, so muß man feststellen, daß die Grundsätze des Programms der deutschen Zionisten in stärkster Weise die Verhandlungen beeinflußt haben. Das ist ehrend für den deutschen Zionismus und gleichzeitig eine besondere Verpflichtung für ihn. Sein Wechsel wird vom Zionistenkongreß honoriert. Er muß darum Sorge tragen, daß zum Termin auch vollgültige Deckung beschafft werde. M. W. Rede Nachum Sokolows in der Eröffnungssitzung Hochgeehrter Kongreß! Zum vierzehnten Male versammelt sich der Zionistische Weltkongreß im Verlaufe von 28 Jahren, und es ist das zweitemal, daß er hier tagt. Vor 12 Jahren hatten wir hier einen Zionistenkongreß, und heute treffen wir ums hier in dieser Stadt — unter anderen äußeren Bedingungen, aber in demselben schönen Wien, das wie einst auch jetzt .eine Metropole verfeinerter Kultur und Schönheit ist, in demselben Wien, das die Wiege des modernen Zionismus war, aus dem der erste Ruf zum zionistischen Kongreß am Beginn unserer Bewegung erging und in dem sich das uns teure und bedeutungsvolle Grab Theodor Herzl’s befindet. Wir haben uns heute zu einem Arbeits- Kongreß versammelt. Dieser Kongreß soll mehr nach innen als nach außen gerichtet sein. Wir wollen über unsere Probleme mit Gewissenhaftigkeit, Ruhe und Konzentration beraten. Bei den früheren Kongressen war das demonstrative Moment von Bedeutung. Auch heute wollen wir uns nicht gegen die Außenwelt absperren; aber schon seit geraumer Zeit wenden sich die Zionistenkongresse mehr den praktischen inneren Dingen zu, und dieser Kongreß sollte in dieser Hinsicht noch weiter gehen. Der grundlegende Zug der meisten früheren Kongresse war die Tendenz zur Tat. Dem 14. Kongreß soll der Stempel der Verwirklichung aufgedrückt sein. Ist doch dieser Kongreß der erste nach dem bedeutenden Aufschwung der Einwanderung nach Erez Jisrael, der Kongreß der A 1 i j a h. Wir kommen zu diesem Kongreß nicht wie in der Freude des Erntens; aber vergehen wir uns nicht gegen die Wahrheit, leugnen wir nicht in einem Übermaß scheinbarer Aufrichtigkeit und Selbstkritik die offensichtliche Tatsache, daß wir diesmal mit vielen bedeutungsvollen Erstlingsfrüchten kommen und keinesfalls mit lee reu Händen und mit Enttäuschung. Das jüdische Volk hat mehr als jedes andere Volk historische Erfahrung, und es muß sich dessen eingedenk sein, daß die Geschichte die Summe von Geschehnissen wiedergibt, die in der Glut geschmiedet und gehämmert wurden. Versprechungen, Vermutungen, klingende, vergängliche Worte verfliegen im Wind; doch Gedanken, die greifbare Gestalt angenommen haben, sie leben und bestehen, ziehen in die Geschichte ein und bilden ihr Gerippe für Generationen. In dieser Hinsicht ist der 14. Kongreß nicht ein Glied in der Kongreßkette, sondern ein n eues Glied — nicht bloß in der Zahl um eines m ehr, sondern ein historischer Abschnitt, der alle ihm vorangehenden in seiner Bedeutung übertrifft — er steht an der Schwelle des Werdenden, des Entstehenden. Wir kommen zu diesem Kongreß mit einer auf das Doppelte vermehrten Judenzahl in Erez-Jisrael gegenüber der Zahl nach dem Kriege — ein Zuwachs, dessen qualitativer Wert den quantitativen um vieles übertrifft. Wir treten vor den Kongreß mit neuen landwirtschaftlichen Positionen, Moschawim und Kwuzoth, mit ihrem fortwirkenden und sich weit verzweigenden nach neuen Wegen suchenden Leben; mit Tel Awiw, das gewachsen ist, mit Hadar Hakarmel und anderen neueren Vorstädten und Anfängen von Gartenstädten, die im Aufblühen begriffen sind; mit landwirtschaftlichen Versuchsstationen und mit Aufforstungsarbeit, die ungezählte neue Schößlinge in die magere Erde pflanzt. Wir kommen mit dem Mittelstand, der einen so breiten Raum in der neuen Aliah einnimmt und der sich nicht nur mit den bisher im Aufbauwerk tätigen Kräften vereinigen und in alle Wirtschaftszweige des Jischuw sich einfügen soll, in die Sitten und Gebräuche des Landes, in die wirtschaftliche Ordnung; sondern er soll auch neue Arbeitsformen schaffen. Wir kommen mit Neuschöpfungen, die der jüdische Arbeiter mit Hilfe des Keren Hajessod im Emek und in allen Teilen des Landes hervorgebracht hat, wir kommen mit der Arbeiterbank, welche die Zahl unserer Finanzinstitute um eine vergrößert; mit der Hypothekenbank, die der Keren Hajessod

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