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Das jüdische Echo · 1925-08-21 · 34 (21.8.1925) · p. Seite 654

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
34 (21.8.1925)
Date
1925-08-21
Page
Seite 654 (sequence 6)
Language
German
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654 Das jüdische Echo Nr. 34 Die Eröffnung der Palästina-Ausstellung Unter überaus starker Beteiligung wurde gestern nachmittags im Konzerthause die anläßlich des Zionistenkongresses veranstaltete Palästinaausstellung eröffnet. Auf der Estrade des großen Saales erschienen als Ehrengäste sämtliche Mitglieder der Zionistischen Exekutive mit dem Präsidenten Weizmann an der Spitze, ferner die Mitglieder des Finanz- und Wirtschaftsrates, das Direktorium des Keren Kajemeth und Keren Hajessod. Begrüßungsansprachen hielten der Präsident des zionistischen Aktionskomitees Oberrabinerr Dr. C h a - j e s, namens der Gesellschaft M i ß c h a r w’ T a a s s i a h , welche die Ausstellung veranstaltet, Herr Dr. Soskin. Stürmisch begrüßt, sprach auch der Präsident der Zionistischen Exekutive Dr. Chaim W e i z m a n n , das Mitglied der Exekutive Dr. Georg H a 1 p e r n , im Namen der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisationen Palästinas Dr. Arlosoroff. Die Palästinaausstellung, die das Leben Palästinas demonstrieren soll, trägt einen ganz eigenartigen Charakter und unterscheidet sich infolgedessen von den Ausstellungen anderer Länder. Die Palästinaausstellung zeigt nicht nur die Erzeugnisse des Landes, wie dies bei den Ausstellungen anderer Länder der Fall ist. Was Palästina bereits erzeugt, wird nicht statisch, sondern dynamisch und dabei von dem Gesichtspunkt der Verhältnisse, unter welchen die Palästinaarbeit durchgeführt werden muß, gezeigt, Diese Ausstellung soll fernerhin alle verborgenen Möglichkeiten Palästinas ans Licht bringen und auf die Gebiete hinweisen, wo die jüdische Kraft und Energie noch Neues schöpfen kann. Die Ausstellung soll also, abgesehen von dem heutigen Palästina, auch ein Bild des gestrigen und morgigen Palästinas geben. Deshalb hat die Gesellschaft „Mißchar w't a a s s i a h“ außerordentlich viel Aufmerksamkeit den noch schlummernden Schätzen des Landes geschenkt. Es werden die Mineralschätze, die Bodenschätze, der Reichtum an Wasser und Sonne, die Schätze des Toten Meeres und der Tiberiasee gezeigt und all dies wissenschaftlich durchleuchtet, denn das Material wurde von Spezialisten, Leuten mit großen Erfahrungen gesammelt. So zum Beispiel demonstriert das chemische Departement der Versuchsstation der Zionistischen Organisation verschiedene Sorten von Palästinaboden samt Analysen und Mustern von Produkten, die dortselbst wachsen und für diesen Boden geeignet sind, ferner Analysen chemischer und physikalischer Düngermaterialien und Analysen des Regenwassers, welches sehr viel Stickstoff enthält und als Dünger verwendet werden kann. Diese Abteilung zeigt die Entwicklungsmöglichkeiten des wirtschaftlichen Lebens Palästinas: wo Pardessim und Wälder gepflanzt werden können und wo die Ackerbaukultur entstehen wird. In anderen Abteilungen der Landwirtschaft wird nicht nur das bereits Geschaffene zur Ausstellung gebracht, sondern auch auf die Möglichkeiten der Industrieentwicklung, die mit diesen Zweigen der Landwirtschaft verbunden ist, hingewiesen. So werden zum Beispiel in der Waldabteilung nicht nur die bereits gepflanzten Bäume ausgestelt, sondern auch verschiedene Gegenstände, die aus diesen produziert werden können. Bei dem Eukalyptus wird in Modellen und Diagrammen die Entwicklung des Baumes in 27 Jahren und verschiedene Möbelstücke, die aus diesem Holz angefertigt wurden, gezeigt, ferner Zündhölzchen, Furniere, Parkette, Straßenpflaster etc., wozu sich dieses Material besonders eignet. In Palästina selbst werden nur die Zündhölzer produziert, alle andern Modelle wurden in Wiener Fabriken aus Eukalyptusholz, welches die Ausstellung seinerzeit hierher geschickt hat. ausgearbeitet. Weiters sind bei dieser Ausstellung sämtliche Sorten des Obst- und Gemüsebaues vertreten, darunter außerordentliche große Rüben und Melonen, die nicht speziell kultiviert, sondern dank der kleinen Bewässerung bei normaler Bearbeitung durch gewöhnliche Landwirte erzielt wurden. Auch in den Industrie- und Handwerksabteilungen wird nicht nur der momentane Stand der Industrie und des Handwerks gezeigt, sondern auch die Wege und Möglichkeiten ihrer weiteren Entwicklung. So werden zum Beispiel in der Flechtereiausstellung auch die Sorten von Gras, welches in Mengen in Palästina wächst und zum Flechten geeignet ist, also das Rohmaterial zur Darstellung gebracht. Und so geht es in allen Zweigen des wirtschaftlichen Lebens Palästinas. Aber das wirtschaftliche Leben Palästinas ist eng verbunden mit einer Reihe von Momenten, die die Immigration und Kolonisation bedingen; wie das Sanitätswesen, Touristenverkehr und sogar Schulwesen. All dem wird von der Ausstellung in Diagrammen und Kartogrammen, in Mustern und Bildern Rechnung getragen und die Rolle ihrer Entwicklung gezeigt. Die Ausstellung wird somit die Besucher in alle Zweige des palästinensischen Lebens einweihen, angefangen von den Mineralien und dem Boden bis zur Presse, Literatur und Kunst. Zum ersten Male werden die Besucher, die noch nicht in Palästina waren, die Möglichkeit haben, sich mit dem heutigen Palästina bekanntzumachen, aber auch diejenigen, die Palästina bereits gesehen haben, werden Gelegenheit haben, ihre Kenntnisse und Erfahrungen über Palästina zu bereichern. fflxmrven^fchnjMe&oi JfeEzerL-JchnjQideBQi

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