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Das jüdische Echo · 1925-08-07 · 32 (7.8.1925) · p. Seite 628

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
32 (7.8.1925)
Date
1925-08-07
Page
Seite 628 (sequence 12)
Language
German
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628 Das Jüdische Echo Nr. 32 jüdischer Kinderlippen schwingt, sie sind in dem Kopf des jüdischen Arbeiters aus den „Ghettoliedern“, in dem Kinde, das mit der Frage „Wo ist Pa?“ entschläft, in dem Ausdruck des jungen Isaak, der von seinem Vater zum Opferslein geführt wird und in dem Haupt des jungen Moses, dessen Linien Geschichte machen, zum geradezu einmaligen Ausdruck des Lilienschen Schaffens, zum Fundamentalmotiv seiner Kunst geworden. In diesen Augenblicken des Schaffens erhob sich der Zeichner mit seinem geometrisch geschulten Blick, welcher jeden Quadratmillimeter der Fläche, selbst wenn sie weiß blieb, wirksam zu gestalten verstand, darin technische Meisterschaft bekundend — erhob sich dieser Künstler dekorativer Erläuterung zu der Wesenheit, die in ihm steckte: der Begnadung, von jüdischem Wesen zu sprechen, es aus sich zu gestalten. Solcher Augenblicke hat die Kunst wenige, insonderheit in der Begrenzung an eine bestimmte Technik. Es konnte daher nicht ausbleiben, daß dem Künstler Lilien in den Stunden der nicht immer bereiten Vision der Behelf der Manier Ersatz bieten mußte. Dies geschah dann, wenn die Aufgabe, die er sich stellte, über die Grenzen seiner Technik, welche er in eigenartiger Selbstironie oft durch vier Randstriche auf seinen Blättern symbolisierte, hinausging. So mag es auch in seinem nunmehr unvollendet gebliebenen Illustrationswerk der Bibel gewesen sein, das trotz mancher herrlicher Eingebung (wie der schon genannte Kopf des jungen Moses) oft ungleichmäßig und unruhig erscheint. Kaum über die Fünfzig gelangt, ist dieser jüdische Künstler ins Grab gesunken. Er stand am Anfang, am bewußten Beginn einer Bewegung, die auch dem künstlerischen Ausdruck des Juden neue Bahnen ebnen soll. Die Freude darüber, daß ein freier Weg für jüdische Schaffenssehnsucht gewiesen war, hat Liliens Künstlerschaft zur Blüte und Reife gebracht, seinem Werk den Impuls gegeben, aber auch viel Impuls aus seinem Werk strömen lassen. Zeitlebens war er der Linie seiner Kunst, die ihm die neue jüdische Bewegung gewiesen hat, treu ergeben und seine Radierungen und Zeichnungen aus Erez Israel legen Zeugnis dafür ab, mit wieviel Freude der Künstler das Land sah, welches das vollenden wird, was zu zeichnen ihn immer wieder geradezu visionär sein künstlerisches Schicksal trieb: glückliche Sonne über einem glücklichen Volk. Diese hoffende Vision ist das Wesen des Lilienschen Werkes und mit ihr grüßen wir sein Grab. (Wiener Morgenzeitung.) E. G. Fried. Chaim Nachman Bialik, Essays. Vor kurzem erschien die erste ins Deutsche übertragene Ausgabe der gesammelten Aufsätze des Dichters. Die Übertragung stammt von Dr. Viktor Kellner. Das Buch enthält außer den in der hebräischen Jubiläumsausgabe von Bialiks Werken erschienenen Aufsätzen auch noch verschiedene andere, die verstreut erschienen sind. Es ilst somit eine vollständige Sammlung aller Essays Bialiks. Das Buch auf blütenweißem, holzfreiem Papier kostet in Pappband Mk. 4.80, in Ganzleinen Mk. 6.—, in Halbleder Mk. 8.—. Jüdischer Verlag, Berlin. * Joseph Trumpeldor. Tagebücher und Briefe. Mitte August erscheint das von Mirjam W i: 1 e n sky übersetzte Werk, das in lebendiger Selbstdarstellung den Weg des Führers der Chaluzim von Port Arthur bis Gallipoli und von dort bis Tel-Chaj, wo Trumpeldor bekanntlich bei der Verteidigung der jüdischen Siedlungen gefallen ist, schildert. Einen großen Teil des Buches nimmt die Schilderung der Kämpfe auf Gallipoli ein, wo Trumpeldor als Kapitän des „Zion Mule Corps“ kämpfte. Aber auch seine Äußerungen über das soziale Problem in Palästina, seine sozialistischen Gründungspläne, die Berichte aus dem russisch-japanischem Krieg, in dem er den linken Arm verlor, ferner auch die Darstellung seiner Arbeit nach Beendigung des Weltkrieges bis zu seinem Heldentod werden allgemeines Interesse finden. Dem Buch sind eine Reihe von Bildern Trumpeldors, darunter bisher nicht veröffentlichte, beigegeben. Preis auf holzfreiem Papier ' mit mehreren Abbildungen, in Ganzleinen gebunden ca. Mk. 6.50. Jüdischer Verlag, Berlin. * Dubnow, Weltgeschichte des jüdischen Volkes in zehn Bänden. Zweiter Band. Ende August erscheint der zweite Band der Weltgeschichte von Dubnow, der die Zeit der Hasmonäer und die herodianische Zeit bis zum Untergang der jüdischen Selbständigkeit behandelt. Die Weltgeschichte von Dubnow hat, einen sehr grossen Erfolg gehabt. Bereits der zweite Band erscheint in einer bedeutend höheren Auflage. Trotz seines größeren Umfanges und der beträchtlichen Steigerung der Herstellungskosten wird der Preis des zweiten Bandes voraussichtlich der gleiche sein wie der des ersten. (Bei, Subskription auf das Gesamtwerk Mk. 12.— in Ganzleinen, Mk. 15.— in Halbleder). Jüdischer Verlag. Berlin. * Mendale Moicher Sfurim, Gesammelte Werke. 3. Band. Noch im Juli erscheint der erste Teil des Romans „Der Wunschrin g“, die ergreifende Entwicklungsgeschichte eines jüdischem Knaben im Osten. Auch der zweite Teil dürfte binnen Kurzem vorliegen. Bisher erschienen in der Reihe der Gesammelten Schriften Mendales der Band „Schloimale“ und die „Mähre“. (In Pappbiand Mk. 5.50 bezw. Mk. 4.50, in Ganzleinen Mk. 7.— bezw. Mk. 5.50). Preis des neuen Bandes in Pappband ca. Mk. 5.—■, iin Ganzleinen ca. Mk. 6.50. Jüdischer Verlag, Berlin. * ' .i Soeben erschien die 1. Nummer des 2. Jahrgangs der hebräischen bibliographischen Vierteljahresschrift „Kirjath Sepher“, welche von der Bibliothek Jerusalem, herausgegeben wird. Die Nummer bringt Nachrichten über die Entwicklung der Bibliothek, aus denen hervorgeht, daß während der letzten drei Monate die Bibliothek um 6384 Bände gewachsen ist, ferner eine umfassende Bibliographie der palästinensischen Drucke und der neuerschienenen hebräischen und judailstischen Literatur aller Länder, ferner folgende Aufsätze: E. L. S u k e n i k : Bibliographische Liste von Zeitschriften und Aufsätzen aus dem Gebiete der Palästiniaforschung im Jahre 1924; S. H. Kuk: Rabbi Jacob Sikili; B. Levin : Yemenitische Handschriften; J. Rivkind: Beobachtungen über frühe hebräische Drucke; A. Tauber: Die Drucke von Koretz; B. Dinaburg: Das Archiv Salomon Jehuda Rapaports in der jüdischen Nationalbibliothek. Die Zeitschrift ist durch die jüdische National- und Universitätsbibliothek, Jerusalem, zu beziehen. Abonnementspreis: sh 10/— vierteljährlich. Eingelaufene Bücher: Haschana, Erstes jüdisches Welt-Adreßbuch, enthält die Adressen von Rabbinern, Gemeinde- Präsidenten, Buchhändlern, Restaurants, Vereine, Zeitschriften usw., Wien 1925.

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