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Das jüdische Echo · 1925-08-07 · 32 (7.8.1925) · p. Seite 625

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
32 (7.8.1925)
Date
1925-08-07
Page
Seite 625 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 625 Absendern die Auffassung des reellen jüdischen Kaufmannes über diesen deulschnationalen Gesinnimgsschacher klar machen.“ Der Gesinnungsumschwung auf Borkum. B e r 1 i n. Das Wolff’sche Telegraphen-Büro meldet aus Borkum vom 31. Juli: Auf Grund der Pressenotizen über die Reden des völkischen Pastors M ii n c h meye r hat die gesamte Einwohnerschaft, sowie Bad und Gemeinde Borkum öffentlich erneut dagegen Stellung genommen und jede politische und konfessionelle Hetze verurteilt. — Im Zusammenhang mit dem antisemitischen und antialkoholischen Treiben des bekannten evangelischen Pastors Miinchmeyer auf Borkum hat — wie soeben aus Borkum telegraphiert wird — mehr als ein Dutzend der größten Hotelbesitzer von Borkum seinen Austritt aus der evangelischen Kirche erklärt. Auszeichnung für einen jüdischen Turner. Berlin. (J.T.A.) Bei den Hochschulmeisterschaften der Universität Würz bürg wurde im Sommer-Semester 1925 die Universitätsplakette in Bronze „bene merenti“ für besondere sportliche Leistungen drei Studenten zugesprochen. Bisher wurde diese Auszeichnung, die ganz selten verliehen wird, nur verdienten Ehrenbürgern der Universität zuteil. Als erster Sieger im Fünfkampf erhielt die Plakette Ludwig Gunz, Mitglied der Verbindung im K. C. Rheno-Palatia. Im 100 m Lauf und im Diskuswerfen errang er den ersten Preis und erzielte auch in anderen Wettkämpfen schöne Erfolge, so daß ihm in der Gesamtwertung der erste Preis zuerteilt wurde. Ein jüdischer Künstler gewinnt den ersten Preis beim Preisausschreiben des Internationalen Roten Kreuzes. Berlin. (J.T.A.) Auf das Preisausschreiben des Roten Kreuzes in Paris für ein Werbeplakat gingen 333 Entwürfe ein, unter ihnen 25 aus Deutschland. Der erste Preis wurde von der Juri einstimmig dem Plakatentwurf Henoch Barzinski’s zuerkannt. Der preisgekrönte junge Künstler stammt aus Lodz und studiert gegenwärtig an der Dresdner Akademie. Der bekannte Maler F o r a i r , der zur Juri gehörte, äußerte sich in dem Pariser „Eclair“: „Der Entwurf von Barzinski war künstlerisch unzweifelhaft der beste; dieser Maler hat ein Werk geschaffen, das durch seine Einfachheit zu wirken sucht und auf jeden in der Malerei störenden literarischen Einschlag verzichtet. Deshalb haben wir uns einstimmig für diesen Entwurf entschieden.“ Interessant ist, daß die deutsche Presse, so auch die „D resdner Neuesten Nach richte n“ und das „Berliner Tageblatt“ die Entscheidung der Pariser Juri als einen Sieg deutscher Kunst feierten, wohl im Hinblick darauf, daß Barzinski ein Schüler der Dresdner Akademie ist, ohne aber gleichzeitig zu erwähnen, daß der Künstler ein Ost jude sei. Die französische chauvinistische Presse griff die Juri sehr scharf an, weil sie einen Deutschen in solcher Weise ausgezeichnet hat. Bayerische antisemitische Zeitungen verhöhnten diese französischen Stimmen und brüsteten sich umso mehr mit dem „deutschen S i e g“. Professor Dr. Adolf Lazarus gestorben. Am 21. Juli abends ist in Berlin nach längerem schweren Leiden Prof. Dr. Adolf Lazarus gestorben. Lazarus war in wissenschaftlichen Kreisen wegen seiner erfolgreichen Forschungstätigkeit sehr geschätzt und in weitesten Kreisen des Publikums als glänzender Arzt verehrt. Er war 1867 in Prenzlau geboren, hatte in Breslau und Leipzig studiert. Von 1891—1892 war er Assistent bei Paul Ehrlich in Berlin, dem er bei der Erforschung von Krankheiten des Blutes half; wegen dieser Forschungen erhielt er zum Unterschied von anderen bedeutenden Ärzten seines Namens den Beinamen „Blut-Lazarus“. 1900 habililierte er sich an der Berliner Universität als Privatdozent für innere Medizin, 1907 erhielt er den Professortitel. Er veröffentlichte eine Anzahl wissenschaftlicher Untersuchungen über Cholera-Epidemie und über Blutkrankheiten, 1898 in Nothnagels Handbuch mit Paul Ehrlich zusammen den Band „Normale und pathologische Hystologie des Blutes“, von dem mehrere Auflagen erschienen sind. Er veröffentlichte später noch viel beachtete Schriften über „Klinik der Anämien“ und „Mycloide Leukämie“, sowie „Physikalische Therapie bei Anämie, Chlorose und Skrofulöse“, und für die deutsche Klinik „Blut und Blutuntersuchung“. Weiteste Beachtung fand seine im Ricola-Verlag erschienene Biographie seines berühmten Lehrers Paul Ehrlich. Strafloser Mord an einem Juden. Wien. (J.T.A.) Der Portier Georg Iv 1 e i b 1, ein übel beleumundetes Individuum, schoß den jüdischen Ratenhändler R i s c h e 1 e s nieder, als dieser von ihm die Bezahlung einer Schuld verlangte, wobei er ihm sogar von den schuldigen 3 Millionen Kronen zwei erließ, wenn er nur eine bekäme. Die Geschworenen bejahten die Frage auf Mord mit 11 gegen 1 Stimme, nahmen aber mit 8 gegen 4 Stimmen Sinnesverwirrung an, woraufhin Kleibl freigesprochen werden mußte. Die „W i e n e r M o r g e nzeitung“ bespricht die Einzelheiten des Falles und weist nach, daß Kleibl nicht anders als mit der Überzeugung gehandelt haben konnte. Der Mörder, der manches auf dem Kerbholz hatte, wollte nach der Tschechoslowakei durchgehen und verübte vorher an Rischeies einen Erpressungsversuch, indem er von ihm die Bestätigung verlangte, daß er ihm nichts schuldig sei. Als Rischeies diesem Wunsche nicht nachkommen wollte, schoß ihn Kleibl nieder. Die Zeitung schließt: „Die Geschworenen erkennen auf Sinnesverwirrung. A Jud’ war’s!“ Ein französisches Komitee für den Zionismus. Ein französisches Komitee der Freunde des Zionismus wurde in Paris gebildet, das sich mit dem Studium der Palästinafrage beschäftigen will und die Öffentlichkeit über den Aufbau in Frankreich fortlaufend unterrichten will. Ehrenpräsident des Komitees sind Ministerpräsident Paul Painleve, Kammerpräsident Edouard Herriot und der Vorsitzende der Botschafterkonferenz Jules C a m b o n. Der Leitung gehören an: Justin G o - d a r d , Anatole de M o n z i e , Albert Thomas. Paul Appell, Leon Blum, Charles Gide, Paul Langevin und Fernand C o r c o s. Die französischen Rabbiner für den Palästinaaufbau. Die Generalversammlung des Verbandes Französischer Rabbiner nahm am 30. Juli eine Palästina-Resolution an, aus der wir folgende Sätze veröffentlichen: TEIHACHER HlfiSCHQUELLE rein natürliches Mineralwasser von Weltruf, ärztl. sehr empfohlen bei BLASEN-, NIEREN- und HALSLEIDEN Genera!depot: EDUARD KUHLES I MÜNCHEN LEDERERSTRASSE 12 TELEPHON 20542

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