Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 31 (31.7.1925)
- Date
- 1925-07-31
- Page
- Seite 605 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 605 nichtzionistischen Körperschaften, die sich an der Jewish Agency beteiligen, gewählt werden. 5. Die Mitglieder des Council und der Exekutive der Jewish Agency sollen das Recht haben,, durch Stellvertreter abzustimmen. Nach genauer Prüfung der Sachlage habe ich jetzt das Organisationskomitee, das die nichtzionistischen Körperschaften in den Vereinigten Staaten vertreten und auf die Beteiligung der amerikanischen Judenheit an der Jewish Agency hinwirken soll,, folgende Personen bestimmt: Dr. Cyrus Adler, Philadelphia; Markus Aron, Pittsburg; James H. Becker, Chicago; Henry G. B e r n h e i m , New York; David A. Brown, Detroit; Alfred M. Cohen, Cincinnati; Dr. L. K. Frankel, New York; Felix Fuld, New York; Dr. L. Jung, New York; Mrs. Rebecca Kohut, New York; Dr. Samuel Sh ul man, New York; Dr. Abraham Simon, Washington und Felix M. War bürg, New York. Ich nehme mir die Freiheit, selbst Mitglied des Komitees ex officio zu sein. Haben Sie die Güte, Ihre Zustimmung zur Mitgliedschaft zu diesem Komitee zu geben. Die erste Aufgabe der Mitglieder des Komitees wird die Bestimmung verschiedener nichtzionistischer Organisationen, die zur Beteiligung an der Wahl der nichtzionistischen Vertreter im Council der Jewish Agency eingeladen werden sollen, sowie die Aufstellung eines Planes, wie die amerikanischen nichtzioni(slischen Vertreter gewählt werden sollen. Bis der Zionistenkongreß und die verschiedenen nichtzionistischen Körperschaften in anderen Ländern sich über ihre Beteiligung an der Schaffung einer erweiterten Jewish Agency auf der Grundlage der festgelegten Prinzipien entschieden haben werden, ist die Wahl der amerikanischen Vertreter natürlich verfrüht. Mit Rückfsicht auf die ig u t e n B e z i ej h u;n g e n zwischen einem Teil des Zionistenkqpgresses und den nichtzionistischen Organisationen in anderen Ländern fordere ich Sie aber auf, Ihre Aufmerksamkeit mit größter Sorgfalt auf diesen Gegenstand, mit dem sich das Komitee zu beschäftigen hat, zu lenken. Es ist meine feste Überzeugung, daß man keine Mühe scheuen darf, in den Reihen des Volkes Israel für die Lösung der vielen Probleme, die mit Palästina und der Zukunft der Juden im heiligen Lande Zusammenhängen, Eintracht und Harmonie herbeizuführen.“ Würdelose Kriecherei Von der Assimilantenpsyche. Aus Köln am Rhein wird der „W i e n e r Morgen-Zeitung“ geschrieben: „Bei der von der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität zu Bonn veranstalteten Jahrtausendfeier sollten sämtliche Couleurkorporjationen zum Chargieren zusammentreten. Die Vertreterversammlung der studentischen |Korporationen lehnte es aber ab, gemeinsam mit der jüdischen Verbindung im K. C. R h e n o - -S i 1 e s i a zu chargieren. Daraufhin machte die Rheno-Silesia dem Rektor gegenüber von sich aus den in weiten Kreisen peinlich empfundenen Vorschlag, in Abstand von den anderen Couleurkorporationen chargieren zu dürfen. In dieser Weise fand auch An- und Abmarsch zu den Feierlichkeiten statt. Angesichts dieses befremdenden Nachgebens gegenüber der antisemitischen Forderung hielt es die Bonner V. J. St. K a d i m a h im Kartell jüdischer Verbindungen für ihre Pflicht, sich mit den Vertretern der Rheno-Silesia in Verbindung zu setzen und in Verfolg einer diesbezüglichen Verhandlung nachstehendes Schreiben an die Rheno-Silesia zu richten: „Die Vorkommnisse anläßlich der Jahrlausendfeier der Universität und die nachfolgende zwischen uns gepflogene Besprechung geben uns Veranlassung zu nachstehenden Ausführungen: Die V. J. St. Kadimah teilt nicht die von Ihnen dargelegte Ansicht, daß die Stellungnahme bei der Chargierung zu der Universitätsfeier lediglich eine Sie betreffende korporative Angelegenheit sei; da eine Trennung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Korporationen vorgenommen wurde, ist diese Angelegenheit von Interesse auch für außerhalb Ihrer Verbindung stehende jüdische Kreise. Wir halten uns daher verpflichtet — worauf schon unsere Vertreter hinwiesen —, Ihnen zu sagen, daß wir als jüdische Studenten eine Chargierung im Abstand für unvereinbar mit der Würde eines jüdischen Studenten halten; dies um so mehr, als dieser Vorschlag, wie Sie unseren Vertretern erklärten, von Ihnen ausging. Daran ändert nichts die Tatsache, daß der Rektor korrekterweise der Vertreterversammlung die Anerkennung versagte. Jedenfalls wurde durch diesen Abstand tatsächlich eine Deklassierung Ihrer Korporation und damit der gesamten jüdischen Studentenschaft zum Ausdruck gebracht. Wir möchten betonen, daß unsere dargelegte Einstellung sich mit der eines großen Teiles der jüdischen Studentenschaft und darüber hinaus weiter jüdischer Kreise deckt, die unserer sonstigen Ideologie durchaus fernstehen. Unter diesen Umständen können wir nur wiederholen, daß ein gemeinsames Vorgehen in dieser Angelegenheit, welches von uns gerne beabsichtigt war, durch Ihre Haltung illusorisch geworden ist. Ihre Stellungnahme verdient es, der Kritik eines breiteren jüdischen Forums unterzogen zu werden. Wir behalten uns in dieser Hinsicht weitere Schritte vor. Hingegen verkennen wir nicht die ^schwierige Lage, in der sich die jüdische Studentenschaft befindet und die eine geschlossene Haltung der gesamten jüdischen Studentenschaft erfordert. Aus diesem Grunde sind wir nach wie vor gerne bereit, falls, wie wir nicht hoffen, sich unliebsame Vorfälle wiederholen sollten, in würdiger Abwehr geschlossen mit Ihnen zu gehen. Mit jüdischem Gruß V. J. St. Kadimah, Bonn. Auf dieses Schreiben hatte die Rheno-Silesia nur folgende Antwort gegeben: „Unterfertigte bestätigt den Empfang des Briefes vom 8. Juli und bedauert, auf den Inhalt nicht näher eingehen zu können. Die Verbindung im K. C. Rheno-Silesia. Wir überlassen es der jüdischen Öffentlichkeit, zu entscheiden, ob dieses Verhalten bei der Feier der Universität den Begriffen von jüdischer Würde und Ehre entspricht. V. J. St. Kadimah, im Kartell jüdischer Verbindung an der Universität Bonn.“ I KilChßlUBlltlCl lohann HPQgel | Spezialhaus f. Küchenmöbel CorneliUSStraBe 44 (früh. Löwengrube) I