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Das jüdische Echo · 1925-07-24 · 30 (24.7.1925) · p. Seite 594

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
30 (24.7.1925)
Date
1925-07-24
Page
Seite 594 (sequence 10)
Language
German
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594 Das Jüdische Echo Nr. 30 Aus der jüdischen Welt Völkische Hetze gegen Prof. Rosenthal in Lübeck. Berlin (J.T.A.). Die völkischen Kreise Lübecks führen seit einiger Zeit eine rücksichtslose Hetze gegen den Direktor der alten Lübecker Gelehrtenschule, „Catharineum“, Prof. Rosent h a 1. Die „Deutsche Zeitung“ bringt unter der Überschrift „Jugenderzieher“ eine längere Korrespondenz aus Lübeck, die voller Verdächtigungen gegen Prof. Rosenthal ist. Darin wird mitgeteilt, daß die Lehrer des „Catharineums“ einen Vertrauensausschuß gegen den Direktor gebildet haben. In der Korrespondenz, die offenbar aus Lübecker Schulkreisen herrührt, wird die Entfernung des Prof. Rosenthal von der Leitung des „Catharineums“ gefordert und zum Schluß gesagt: „Wir können uns nicht denken, daß eine Persönlichkeit, wie Direktor Rosenthal, in der Zeit des angeblichen Obrigkeitsstaates im Amte gehalten worden wäre.“ Die deutschen Studenten und die Judenfrage. Berlin (J. T. A.). Der Deutsche Studentenbund In Berlin veranstaltete am 13. Juli abends im großen Saale der Hochschule für Politik eine stark besuchte Versammlung. Pastor Lic. Mo e ring (Breslau) hielt ein fesselndes Referat über die sozialen Aufgaben der deutschen Studenten. Das politische Gebiet des studentischen Lebens streifend, wies Moering darauf hin, daß sich das Niveau des Akademikers heute tatsächlich darin zeige, wie weit er ernsthaft beispielsweise über die Judenfrage diskutieren könne. So wie heute auf deutschen Hochschulen die Judenfrage behandelt werde, könne sie nicht gelöst werden. Leopold Jessner, Professor. Berlin (J. T. A.). Der Intendant der Berliner staatlichen Schauspielhäuser Leopold Jessner, der die neue Staatliche Schauspielschule leiten wird, wurde zum Professor ernannt. Gesinnungsumschwung auf Borkum. Berlin (J.T. A.). Aus der bisher judenrein gehaltenen Insel Borkum wird unter dem 14. Juli gemeldet: Die Inhaber der großen Säle auf der Insel Borkum haben sich geweigert, der deutsch¬ RAST8TATTEK PREYSING- PAL. AIS Der vornehme Aufenthalt bei massigsten Preisen Menu Mk. 3.— u. 4.- Tischbestellung: Telefon 25 8 97 völkischen Bewegung, die von Pastor M ü nehme y e r geleitet wird, ihre Räume zur Abhaltung von Versammlungen zu überlassen. Darüber herrscht auf Borkum große Erregung. Auch der Gemeindeausschuß des Seebads Borkum hat den Völkischen die Benutzung der Strandsäle verweigert. Die Deutschvölkischen sollen beabsichtigen, die Namen der betreffenden Saalinhaber in der Rechtspresse zu veröffentlichen. — Personen, die mit den Verhältnissen vertraut sind, haben schon früher mitgeteilt, daß die Mehrheit der Borkum- Einwohner mit dem Treiben der völkischen Kreise nicht einverstanden ist. Der Verband der jüdischen Lehrervereine für Errichtung einer jüdischen pädagogischen Akademie. Hamburg (J.T. A.). Das preußische Staatsministerium hat grundsätzlich beschlossen, daß die pädagogische Ausbildung der künftigen Volksschullehrer und -lehrerinnen in einem zweijährigen Lehrgang an pädagogischen Akademien erfolgen soll. Es sind drei Akademien, (eine in Berlin, eine im Osten, eine im Westen) geplant; zwei sollen der' Ausbildung evangelischer Lehrer, eine der Ausbildung katholischer Lehrer dienen. Die unter Leitung des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche herausgegebenen „Blätter für Erziehung und Unterricht“ des „Israelitischen Familienblatt s“ nehmen zu dieser Angelegenheit in der folgenden Weise Stellung: „Damit ist, worauf wir schon, vor einiger Zeit an dieser Stelle als wahrscheinlich hingewiesen haben, festgelegt worden, daß die Lehrerbildung der Zukunft nach Konfessionen getrennt von sich gehen soll. Wir hoffen nun, daß sich in unsere^ Reihen nicht wieder die hohle Phrase breit macht, daß wir Juden keine besonderen jüdischen konfessionellen Anstalten schaffen dürfen, daß solches ins Ghetto zurückführe und wie sonst die üblichen Redensarten gewisser Überassimilanten lauten, vielmehr die berufene Instanz, nunmehr der preußische Landesverband, alles daran setzt, auch eine jüdische pädagogische Akademie, die vom Staate anerkannt und zum mindesten >: von ihm subventioniert wird, begründet werde. - Freilich ihre Notwendigkeit muß nachgewiesen werden, und darum rufen wir immer wieder unseren Großgemeinden zu: Schafft jüdische Schulen, Volks-, Mittel-, und höhere Schulen! Um Religionslehrer, Kantoren ,rnd Schächter auszubilden, wird der Staat uns keine besondere jüdische Akademie ins Leben rufen“. Jugendtagungen. Auf der vom 6.—9. August ds. Js. auf der in Homburg bei Gössenheim stattfindenden Bundestagung des orthodoxen Jugendbundes „E s r a“ ist eine ausführliche Erörterung der Stellung des Bundes zum Palästina-Problem vorgesehen. Besonderen Gegenstand der Tagesordnung bildet „Die theoretische und praktische Arbeit für Erez Israel.“ Die Agudas Jisroel -Jugendorganisation veranstaltet ihren diesjährigen Bundes¬ und Delegiertentag vom 2. bis 4. August (12. bis 14. Aw) in Würzburg in sämtlichen Räumen des Huttenschen Gartens. Ein Haus der Blauweiß-Werkstätten in Palästina. In Nordia, der Vorstadt von Tel Awiw, hat die Grundsteinlegung des Hauses der Blauweiß- Werkstätten stattgefunden. Der 5 Dunam große Platz ist vom KKL zur Verfügung gestellt worden. (Ziko)

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