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Das jüdische Echo · 1925-07-24 · 30 (24.7.1925) · p. Seite 591

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
30 (24.7.1925)
Date
1925-07-24
Page
Seite 591 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 30 591 Das Jüdische Echo In Verbindung mit den letzten Hakenkreuzlerexzessen veröffentlicht die Wiener Polizei eine amtliche Warnung, in der gesagt wird, die letzten Vorfälle seien geeignet, den guten Ruf Wiens empfindlich zu schädigen; die Polizeidirektion werde jeder Wiederholung gleichartiger Vorgänge mit Anwendung der größten Strenge entgegentreten. Die Eltern und Vormünder jugendlicher Exzedenten werden ersucht, die ihrer Obhut anvertrauten Jugendlichen zurückzuhalten. Die Sicherheitswache wurde angewiesen, Exzessen auch mit Waffengebrauch entgegenzutreten. Zehn der verhafteten Hakenkreuzler wurden zu je 14tägiger Polizeihaft verurteilt und dem Landesgericht eingeliefert, das die Anklage wegen öffentlicher Gewalttätigkeit erheben wird. Die hakenkreuzlerische „Arbeiterpresse“ wurde konfisziert. Es herrscht nunmehr die Überzeugung vor, daß nach den angedrohten Polizeistrafen die Periode der Ruhestörungen für eine längere Zeit aufgehört hat. Die Hakenkreuzler haben schlechte Zeiten und können es schwer verschmerzen, daß es in wirtschaftlich einigermaßen geregelten Verhältnissen nicht so leicht ist, wie in der verzweifelten Stimmung des Inflationszuammenbruchs, die Bevölkerung zu verhetzen. Da versuchen sie, den bevorstehenden Zionistenkongreß in Wien zur Ursache und zum Anlaß einer Hetze zu machen, die, wie man es nicht anders gewöhnt ist, mit Lügen und Schwindel arbeitet. Es darf da nicht wunder nehmen, daß die Münchner Hakenkreuzler sich gleichfalls des Themas bemächtigt haben und ihren Lesern mit den unglaublichsten schauerlichsten Meldungen aus Wien gruslig machen wollen. Es ist die altbewährte Methode: „Haltet den Dieb“, um das Lausbubenstück, das sich die Wiener Hakenkreuzler am letzten Freitag durch Überfälle im Wiener Stadtpark erlaubt haben, zu beschönigen und zu vertuschen. Das beste Bild gewinnt die Öffentlichkeit durch die Erklärungen des Wiener Polizeipräsidenten, dem kein vernünftiger Mensch Mangel an Objektivität zuschreiben wird. Wir veröffentlichen diese Erklärung hier im Wortlaut: Erklärungen des Polizeipräsidenten Schober. Polizeipräsident Schober gab gestern einem Mitarbeiter der „Sonn- und Montags-Zeitung“ folgende Erklärung: „Die Polizeidirektion hat der in der letzten Zeit in der Presse und in Versammlungen laut gewordenen Agitation gegen den Zionistenkongreß und gegen* die Juden pflichtgemäß ihre Aufmerksamkeit gewidmet und, soweit hier das Strafgesetz verletzt wurde, auch pflichtgemäß die strafgerichtliche Verfolgung veranlaßt. Die Vorgänge am Freitag im Stadtpark sind nach den bisherigen polizeilichen Erhebungen von einer ganz kleinen Gruppe jugendlicher Personen, Angehörigen der nationalsozialistischen Arbeiterpartei, inszeniert und durchgeführt worden. Dieser Überfall auf harmlose Kaffeehausgäste ist nicht anders zu qualifizieren wie als unverantwortliches Bubenstück. Nur unreife und unvernünftige Menschen können auf solche Weise die antisemitische oder überhaupt eine politische Frage zu lösen versuchen. Die von mir geleitete Polizeidirektion mußte gegen dieses Vorkommnis mit aller Strenge Vorgehen, um einer Wiederholung vorzubeugen, und sie wird, falls je wieder ein ähnlicher Versuch unternommen werden sollte, gleichfalls mit rücksichtsloser Strenge Vorgehen. Die Polizeidirektion glaubt dadurch den guten Ruf Wiens als Fremdenverkehr sstadt ebenso zu schützen, wie die Interessen' von Tausenden ehrlich erwerbenden Geschäftsleuten, die nichts als Ruhe und Frieden haben wollen und am Fremdenverkehr in Wien interessiert sind, am besten zu wahren. So bedauerlich dieses Vorkommnis ist, so hoffe ich, daß es vereinzelt bleibt und ich glaube auch, das Ereignis als solches sollte nicht vergrößert und aufgebauscht werden, weil derartiges schließlich auch in einer anderen Stadt Vorkommen kann, dort aber als das gewertet wird, was es ist, als ein Bubenstück, das allein nichts an der Tatsache ändern kann, daß Wien eine ruhige und friedliebende Stadt ist und für den Fremden und Reisenden jedwede Sicherheit bietet. Was den Zionistenkongreß anbelangt so hat die Bundesregierung den Kongreßveranstaltern wiederholt die Versicherung gegeben, sie werde alles tun, um den ruhigen Verlauf des Kongresses zu gewährleisten.“ * Die Tagung der Internationalen Frauenliga in Innsbruck ist durch Hake nkreu zler-Studenten gestört worden. Zu der als öffentlich angesagten feierlichen Eröffnungssitzung erschienen etwa 100 mit Hakenkreuzen geschmückte Studenten und ließen die Rednerinnen nicht zu Worte kommen. Die Vor- Die echt Butans* »W» Vor minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt. enthalten nur feinste Mischungen der edelsten bulgarischen Qualit&tstabake

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