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Das jüdische Echo · 1925-07-17 · 29 (17.7.1925) · p. Seite 579

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
29 (17.7.1925)
Date
1925-07-17
Page
Seite 579 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 579 Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Rechtsanwalt Dr. F ö r d e r in Breslau, und zugleich gegen den früheren Redakteur der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland“, Dr. Joachim Prinz, einen neuen Prozeß angestrengt. Das Amtsgericht Charlottenburg hat, wie der J.T.A.- Vertreter erfährt, bereits Termin anberaumt, und zwar auf den 8. September d. J. Dr. Naumann fühlt sich durch den Inhalt zweier Artikel, die in der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutsch lan d“ erschienen sind, und zwar durch den Inhalt des Artikels in No. 6: „Die Liga der Anständigen“ und durch den Inhalt eines weiteren Artikels in No. 9 derselben Zeitung: „Wahlremirüszenzen“, beleidigt. —■ Die Vertretung des beklagten Redakteurs Dr. Prinz: haben die Rechtsanwälte Dr. Alfred Klee und Dr. G roll e m a n n übernommen. Der österreichische Meisterklub „Hakoah“ schlägt den ungarischen Meisterklub M.T.K. Warschau (J.T.A.). Das am 8. Juli in Warschau stattgefundene Fußballwettspiel des Wiener Sportklubs „Hakoah“, des Meisters von Österreich, gegen die gleichfalls in Polen weilende ungarische Meistermannschaft M.T.K. endetemit dem sicheren Sieg der jüdischen Elf. Hakoah gewann 4:0 (Halbzeit 2:0). 1800 jüdische Erziehungsanstalten in Amerika Jahresbüdget 5 Millionen Dollar Plan eines national-jüdischen Erziehungsrates New York. (J.T.A.) Dr. S. Benderly, der Leiter des jüdischen Erziehungsamtes, teilt mit, daß jährlich 5 Millionen Dollar für jüdische Erziehungszwecke in Amerika gesammelt und ausgegeben werden. Es bestehen in den Vereinigten Staaten 1800 jüdische Erziehungsiinstitutionen. Mehr als 1000 von ihnen sind Werktagsschulen, etwa 500 Sonntagsschulen und 300 Heimschulen für erholungsbedürftige Kinder. Es besteht Mangel an guten hebräischen Lehrern. Es wird erwogen, eine Konferenz der jüdischen Schuldirektoren einzuberufen, die einen national-jüdischen Erziehungsrat für Amerika begründen soll. Die New Yorker Polizei schützt die Sabbathruhe der Synagogen. New York (J.T.A.). Wie die Jewish Sabbath Alliance mitteilt, hat der Polizeikommissar E n - right verordnet, daß das Fahren im Umkreis von 100 Fuß einer Synagoge während der Gottesdienste, sowie in der Zeit von Freitag Sonnenuntergang bis Sonnabend nach Einbruch der Dunkelheit verboten ist. Die Verordnung ist das Resultat einer Konferenz ywischen Kommissar Enright und dem Präsidenten der Sabbath-Alliance Dr. Bernard Drachman. Eine Kopie des salomonischen Tempels in der amerikanischen Unabhängigkeitsausstellung Philadelphia (J.T.A.). Aus Anlaß der Hundertfünfzigjahrfeier der amerikanischen Unabhängigkeit wird in Philadelphia eine große Ausstellung Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München Tel. 20542 Ledererstr. 12 arrangiert. Das größte Gebäude der Ausstellung wird eine Kopie des salomonischen Tempels sein, das Gebäude wird unter der Aufsicht des Bibelgelehrten Prof. Dr. John Kelchner aufgeführt. Ferner werden Bauten hergestellt, die die Zeit von der Epoche der Chaldäer bis zum Untergang des Römischen Reiches charakterisieren sollen. Darunter wird sich ein charakteristisches Libanon-Waldhaus befinden. Eröffnung des Rutenbergschen Elektrizitätswerkes in Haifa durch Herbert Samuel Sir Herbert Samuel hat das Elektrizitätswerk in Haifa, das die zweite Rutenberg-Station im Lande und größer als das Jaffaer Werk ist, eröffnet. Es war dies die letzte offizielle Amtshandlung des scheidenden High Commissioner. Die Maschinen für das Werk stammen sämtlich aus England. Für die große in Palästina vor sich gegangene technische Entwicklung spricht der Umstand, daß zur Installierung der Maschinen alle Installateure außer einem einzigen Spezialisten, der aus England bezogen werden mußte, im Lande selbst gefunden werden konnten. Literarisches Echo Adolf Reifenberg: Architektur und Kunstgewerbe im alten Israel. R. Löwit, Verlag, Wien und Leipzig. Mk. 2.50. Die kurze Schrift bemüht sich, an Hand von z. T. guten Photographien, einen Überblick über die erhaltenen Zeugnisse künstlerischen Wirkens im Lande Israel während der Zeit der jüdischen selbständigen Siedlung, also vor dem zweiten Galuth, zu geben. Zu diesem Zwecke teilt Reifenberg das vorhandene Material mehr nach äußeren Begriffsbestimmungen, als nach der kunstgeschichtlichen Entwicklungsstufe ein. Auf diese Weise umgeht er die von ihm selbst gestellte Aufgabe, die Herausarbeitung etwa vorhandener ur jüdischer Kunstgestaltung. Die Verwendung einiger spezieller Symbole, wie Tempelgeräte und Landesfrüchte, gibt doch nicht das Recht, die zum größten Teile aus der hellenistischen Zeit stammenden Schöpfungen für jüdisches Schaffen zu reklamieren. Das vorgeführte Material gibt ein gutes Bild aus der ältesten, großenteils kanaanitischen Periode und dann in großem Sprung über die eigentliche Herrschaftszeit der jüdischen Stämme wieder aus der Makkabäer- und Römer- Epoche. Die vorgeführten Beispiele der Zierelemente zeigen durchaus die allgemeine kleinasiatische Verarbeitung der klassischen-griechischen Kunst. Nicht e i n Ornament kann von besonderer Eigenart zeugen; auch die Wiedergabe der aus der landesüblichen Naturbetrachtung herrührenden Elemente, wie Weinstock, Rebe und Palme, oder der dem Kultus entnommenen Gegenstände wie Leuchter oder Magen David ist durch die allgemeine hellenistische Gestaltung ohne jede besondere, etwa als national zu bezeichnende Note. Ob in den Zeiten eigentlicher jüdischer Selbständigkeit eine volkstümliche Gestaltung oder nicht auch etwa ägyptische bezw. assyrische Kunsteinflüsse geltend waren, können wir wegen des Mangels an Anschauungsgegenständen weder behaupten noch verneinen. Die Zusammenstellung verdient dennoch das Interesse aller Freunde antiker Kunst, da sie ohne wissenschaftliche Ambition geschrieben das Material in anregender Form vereint. Allerdings hätte an Stelle der in der Photographie nicht herausgekommenen Abbildungen, wie eine philistäische

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