Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 28 (10.7.1925)
- Date
- 1925-07-10
- Page
- Seite 563 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 563 Das Jüdische Echo Einer der salomonischen Teiche bei Jerusalem e&u. * vor dem Blick der schloßartige Wohnsitz von Sir Herbert Samuel und dahinter die heiligen Stätten auf dem Ölberg. Die Fahrt zum Toten Meer führt andauernd durch Wüstenland, das erst in der Jordanebene und in Jericho durch oasenartiges Gelände unterbochen wird. Jericho selbst ist eine Hochburg des arabischen Nationalismus und es gelang bisher nicht, auch nur einen Dunam Land hier für jüdische Siedlungszwecke zu erwerben. Dagegen konnte ich eine Judenfeindlichkeit in Hebron nicht feststellen. Trotzdem unser Auto durch seine Aufschrift deutlich als jüdisches gekennzeichnet war, war alles freundlich gegen uns. Oase bei Gaza Ä*' PK*.* V L&i III. Qaliläa Mit der Bahn durch Galiläa zu fahren, erscheint fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die Züge an und für sich sind zwar gut, aber es verkehren täglich nur sehr wenige und die Kolonien liegen nicht alle in Bahnesnähe. Ich hatte das Glück, mich für diesen Teil der Fahrt dein Weltverband jüdischer Studenten anschließen zu können, der gerade eine längere Tour durch das Land machte. Mit aller Offenheit muß hier allerdings festgestellt werden, daß die Organisation dieser Reise wenigstens in ihrem ersten Teil nicht gut war. Hat es einen Sinn, junge, Juda-begeisterte Leute fast 14 Tage in Jerusalem zu halten und sie dann in wenigen Tagen durch das Emek zu jagen, kaum ihnen Gelegenheit gebend, sich mit einzelnen Kolonisten eingehend zu unterhalten? Sollten, wie man gemunkelt hat, wirklich Sparsamkeitsgründe dafür maßgebend gewesen sein, ihnen in Jerusalem schlechte Massenquartiere zu geben? Und schließlich wäre das mindeste, was man hätte verlangen können, gewesen, Führer oder Chauffeure durch das Emek mit auf den Weg zu geben, die landeskundig sind. Wenn es aber vorkommt, daß Autoführer die Kolonie En Charod gar nicht oder erst nach langen Umwegen finden, wenn ein anderer bei Nacht anstatt nach Tiberias nach Haifa fährt und ein dritter schließlich bei Rosch-Pinnah im Straßengraben mit seinem Wagen landet, so ist das nicht gerade förderlich für die Liebe, die diese jungen Juden dem Palästinagedanken entgegenbringen. Hier ist noch ein weites Betätigungsfeld für Verkehrsinstitutionen, ein Betätigungsfeld, das ja nicht mißachtet werden darf. Denn, wenn man gerade von Ägypten kommt, diesem hochentwickelten Fremdenland, wo man hinunter bis nach Assuan alles vorfindet, was irgendwie eine Reise erleichtern kann, so ist man um so mehr enttäuscht, derartige unangenehme Erfahrungen in Palästina zu machen. Am Kinereth-See Die Juden sind doch sonst so groß im Organisieren! Warum hier also versagen? Galiläa ist die Heimat des modernen Juden, des modernen Nationalisten und hier kann man sehen, staunen und bewundern, was die Chaluzim in wenigen Jahren fertig gebracht haben. Ob man nun in einer kommunistisch geführten Kolonie oder in einer auf Gemeinwirtschaft aufgebauten Siedelung sich aufhält, ob man auf Privatwirtschaftsgrund oder im Stadtbild von Haifa sich befindet, hier wächst die junge Kraft Israels sichtlich aus dem Boden heraus. Man mag darüber streiten, welche Rabbi Meir-Synagoge bei Tiberias