Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 28 (10.7.1925)
- Date
- 1925-07-10
- Page
- Seite 559 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 559 gehen und ich bin überzeugt, daß auch die Liberalen zu gegebener Zeit alsbald einen gemeinsamen Weg in dieser Frage mit uns gehen. Jacob Frankel. Aus der Jüdischen Welt Die untergehenden jüdischen Gemeinden in der Provinz Posen. — Gotteshäuser in Pferdeställe umgewandelt. Berlin (J.T.A.). Der Vorstand und das Kuratorium des Vereins der Grätzer in Berlin richtet einen Aufruf an alle Grätzer Landsleute, im welchem es u. a. heißt: „...Die jüdische Gemeinde in G r ä t z, einst eine der blühendsten und geistig regsamsten der ganzen Provinz Posen, existiert nicht mehr . . . Es leben in Grätz zur Zeit noch zwei jüdische Familien und eine Anzahl hilfsbedürftiger jüdischer Frauen, die natürlich den Kultus nicht mehr aufrecht erhalten können. Man hat die Absicht, den altersgrauen Tempel auf Abbruch zu verkaufen, damit er nicht das Schicksal so vieler anderer verlassener Gotteshäuser erleiden soll, die zu Pferdeställen umgewandelt worden sind. Die Schächtfrage vor der Bremischen Bürgerschaft. Bremen (J.T.A.). Auf eine Anfrage der Deutschvölkischen Fraktion betreffend das Schächten nach jüdischem Ritus erwiderte der Senat in der Sitzung der Bremischen Bürgerschaft am 26. Juni: Ob das Schächten der Schlachttiere eine Tierquälerei bedeutet, ist eine Streitfrage, die von namhaften Sachverständigen verneint wird; auch das Reichsgesundheitsamt hat sich noch am 14. November 1924 in einer Zuschrift an den Herrn Reichsminister des Innern dahin geäußert, daß in dem jüdisch-rituellen Schächten der Tiere, wenn es vorschriftsmäßig ausgeführt wird, eine Tierquälerei nicht erblickt werden kann. Für ein Verbot dieses Schlachtverfahrens ist aus praktischen Erwägungen eine landesrechtliche Regelung ungeeignet, wie die Entwicklung im Lande Sachsen, in welchem das Schächten vorübergehend untersagt war, erwiesen hat. Es muß der Reichsgesetzgebung überlassen bleiben, ob die jetzt in allen deutschen Ländern geübte Duldung des Schächtens aufgegeben werden soll. Ablehnung des Arierparagraphen in der Deutschen T urnerschaft. Berlin (J.T.A.). Wie mitgeteilt, haben die Ortsgruppe Pirna und die Frauenortsgruppe Dresden auf der Kufsteiner Tagung der Deutschen Turnerschaft den Antrag eingebracht, Juden als Mitglieder nicht mehr aufzunehmen. Seitens des Vorstandes wurde gewarnt, solche Fragen zur Diskussion zu stellen. Der Stimmung der Mehrheit der Delegierten entsprechend, wurden die Anträge zurückgezogen. Ehrung Dr. Arthur Salomonsohns. Berlin (J.T.A.). Die Preußische Akademie der Wissenschaften hielt einen Leibnilz-Tag ab und beschloß, die Goldene Leilmitz-Medaille dem Dr. Arthur Salomonsohn, Geschäftsinhaber der Diskonto-Gesellschaft, für seine aufopfernde Tätigkeit im Interesse der Finanzen der Notgemeinschaft der Wissenschaften zuzuerkennen. Eröffnung einer zweiten Talmud-Thora-Schule des Keren Hatorah in Deutschland. Magdeburg (J.T.A.). Kurz nach der Gründung der Talmud-Thora-Schule in Dortmund eröffnele das Direktorium des deutschen Keren Hatorah eine gleiche Anstalt in Magdeburg. Die feierliche Eröffnung fand am 22. Siwan in Anwesenheit vieler Gäste von auswärts statt. Das Hamburger Landesdirektorium hatte zur Eröffnung Herrn Rabbiner Dr. L i c h t i g entsandt. Herr Rabbiner Isak M a y e r - Magdeburg hob in der Eröffnungsrede die Notwendigkeit dieser Anstalt für Magdeburg hervor, wo die Jugend dringend einer ge; eigen Führung bedarf. Ein neuer Sieg der Hakoah. Wien (J.T.A.). Nach dem Siege der österreichischen Fußballmeisterschaft, nach der Eroberung der Spitze im Hockeywettbewerb, hat nunmehr der Sportklub Hakoah einen neuen Triumph errungen. Die Schwimmsektion des Klubs war im Schwirnmerderby „Quer durch Wie n“ durch staunenswerte Leistungen als Sieger hervorgegangen. Der 17jährige Guth war Sieger in der Herrenklasse, Hedy Bienenfeld Strommeisterin 1925, die 120 Hakoah-Schwimmer gewannen den Ehrenpreis des Hauptverbandes. Der italienische König nimmt die Weihe der Luzzatti-Gasse vor. Rom (J.T.A.). Der König von Italien nahm persönlich die Weihe einer neuen Gasse in Rom vor, die nach dem berühmten jüdischen Senator und früheren Ministerpräsidenten Italiens, Prof. Luigi Luzzatti benannt ist. Der Feier wohnten eine große Anzahl prominenter italienischer Persönlichkeiten bei, die den anwesenden greisen Senator Luzzatti beglückwünschten und feierten. Dem König wie auch Luzzatti wurden aus diesem Anlaß je ein prachtvolles Album mit Bildern der neuen Gasse überreicht. Professor Eiiah Lattes gestorben. — Ein Freund Theodor Mommsens. Rom (J.T.A.). Dieser Tage verstarb in Mailand der berühmte jüdisch-italienische Gelehrte, der Geschichtsschreiber der alten Etrusker, Prof. Eiiah Lattes. Er wurde in Venedig im Jahre 1843 geboren und nahm in jungen Jahren Anteil an der italienischen Freiheitsbewegung. Er mußte deswegen nach Piemont flüchten. Mit 18 Jahren absolvierte er die juridische Fakultät in Turin und veröffentlichte eine Reihe wissenschaftlicher Werke. Mit 28 Jahren wurde er Professor an der Akademie zu Mailand. Er veröffentlichte bisher S. LEVINGER MÜNCHEN Bayerstraße 25 Pfisterstraße 6 am Hauptbahnhof am Platzl Zigarren / Zigaretten Rauchtabake Das Haus für feineTabakerzeugnisse