Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1925-07-10 · 28 (10.7.1925) · p. Seite 558

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
28 (10.7.1925)
Date
1925-07-10
Page
Seite 558 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9072829-9103075-9155961--06943-9079661
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

558 Das Jüdische Echo Nr. 28 wurde,. Die Verordnungen, von denen der Ministerpräsident gesprochen halte, sind, wie er den Journalisten erklärte, bereits vorbereitet und werden noch in dieser Woche im Ministerrat behandelt werden. Aus dem guten Verhältnis, welches jetzt beginnen soll, werden sich sowohl für die jüdische Bevölkerung günstige Perspektiven ergeben und andererseits wird auch der Staat von ihr vielfache Unterstützung haben. Die Einzelheiten der getroffenen Vereinbarungen werden, wie der Ministerpräsident erklärte, -in einer Reihe von Communiques über die nunmehr erfolgenden Beratungen des Ministerrates veröffentlicht werden. Deklaration der polnischen Regierung über den Palästina-Äufbau Warschau (J.T.A.). Der Minister des Auswärtigen der polnischen Regierung hat am 1. Juli an den gegenwärtig in Warschau weilenden Präsidenten der Zionistischen Weltexekutive, Nahum S o - k o 1 o w , im Namen der polnischen Regierung das folgende Schreiben gerichtet: „Herrn Nahum Sokolow, Präsidenten der Allweltlichen Zionistischen Exekutive. Geehrter Herr! Ihre Anwesenheit in Warschau benutzend, nach Anhörung Ihres ausführlichen und erschöpfenden Referats über die Entwicklung Palästinas im Zusammenhang mit dem Nationalheim für das jüdische Volk, welches dort in Übereinstimmung mit dem England erteilten Mandat errichtet wird, habe ich das Vergnügen zu erklären, daß d’.e polnische Regierung mit großem Interesse den Fortschritt der Bemühungen der ZionNtis:*hcn Organisation verfolgt, Bemühungen, die das Zi' 1 verfolgen, die nationale Individualität und die Kultur der Juden auf dem Boden ihres historischen nationalen Ursprungs wieder aufleben zu lassen. In Ansehung dessen, daß der Fortschritt dieser Bemühungen, die durchtränkt sind von humanitärem Geist, in keiner Weise die Rechte und die Interessen der anderen in Palästina wohnenden Nationalitäten beeinträchtigen können, ebensq, auch nicht die Position der Heiligen Stätten, die allen katholischen und überhaupt christlichen Völkern so teuer sind, wird die polnische Regierung im Rahmen der Statuten des Völkerbunds und in Übereinstimmung mit dem Geist der internationalen Abmachungen, diesen anerkennenswerten Bemühungen, in welchen sie ein Streben nach Fortschrittt auf dem Gebiete von Zivilisation und Frieden erkennt, ihre volle moralische Unterstützung leihen. Alexander Skrzynsk i“. ZIONISTEN! Sammelt und spendet Bäume im Herzlwald zum 20.Tammus Nach den Münchner Gemeindewahlen Eine Entgegnung. Unter vorstehendem Titel bringt die Nr. 26 des „J. E.“ eine Besprechung meines Freundes und Gesinnungsgenossen Jacob Reich, welche ich — — sicher im Sinne vieler Freunde und Gesinnungsgenossen — nicht unwidersprochen lassen möchte. Zunächst möchte ich die Einleitung des Artikels beanstanden, da es jedermann aus dem Ausschreiben des Vorstandes klar war, daß, wenn bis 20. Mai keine Gegenliste eingereicht wird, die einzige vorliegende Liste als die gewählte betrachtet würde. Wenn das große Interesse an einem Wahlkampfe bestanden hätte, wäre es den Freunden des Wahlkampfes unbenommen geblieben, einzugreifen. Herr Reich kennt die Stimmung in den Kreisen seiner engeren Freunde und besonders der Ostjuden (man verzeihe mir den Ausdruck Ostjuden an dieser Stelle, da ich sonst nicht gewohnt bin, einen Unterschied zwischen Ost und West zu machen, hier aber dies nicht umgehen kann) sehr genau und weiß daher auch, daß der größte Teil nicht gewillt war an einem Wahlkampf Teil zu nehmen; durch diese Stellungnahme haben sie bewiesen, daß sie einem Kompromiß nicht entgegen waren. Es ist doch logisch, daß wenn man nur die Wahl zwischen zwei Dingen hat und das eine ablehnt, sich das andere zu eigen macht. Doch hierüber möchte ich mit R. nicht rechten; ich gebe ihm auch zu, daß es nicht richtig war, wenn die Gemeindevertreter in vier Jahren nicht die Gelegenheit wahr nahmen, ihren Wählern Bericht zu erstatten. Aber wo waren die Wähler? Wo haben s i e ihr Interesse gezeigt? Es gab innerhalb der Kultifsverwaltung gar manchmal Beratungsgegenstände, welche von Interesse waren und von denen gar viele wußten, daß sie auf der Tagesordnung standen. Wo blieben da die Wähler? Ich war zuweilen als Zuhörer in solchen Sitzungen und habe nur ein- oder zweimal einige Freunde unter den Zuhörern gesehen. Ich gebe auch zu, daß ein Wahlkampf vielleicht einen frischeren Zug in die Verwaltung gebracht hätte. Allein waren darin die Befürchungen unserer Freunde, wie nicht minder die der Liberalen und Orthodoxen nicht berechtigt, daß der Wahlkampf vielleicht Blüten zeitigen würde, welche der gemeinsamen Sache der Judenheit in München mehr Schaden als Nutzen gebracht hätten. Wir haben doch unter der judenfeindlichen Bewegung der letzten Jahre in München und Bayern übergenug gelitten! Außer der Frage des passiven Wahlrechts der Ausländer sind Differenzen in prinzipiellen Gesichtspunkten kaum zu verzeichnen. Und glaubt Freund Reich, daß Auseinandersetzungen gerade in der wichtigen Ausländerfrage ohne verderbliche Rückschläge für die Betroffenen geblieben wären? Die wichtige Auseinandersetzung mit den Liberalen muß in erster Reihe beim „Verband der Israelitischen Gemeinden Bayerns“ erfolgen und hier ist ja bei der nächsten Tagung des Verbands eine Regelung zu erwarten, die nach dem Vorgänge Preußens sicher in günstigem Sinne erfolgen wird. Hier werden Zionisten und Orthodoxe dafür zu sorgen haben, daß die Angelegenheit in gute Bahnen ausläuft. Die zionistischen und orthodoxen Verwaltungsmilglieder haben bei jeder Gelegenheit gezeigt, daß sie dem Ausländerproblem nicht aus dem Wege

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.