Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 28 (10.7.1925)
- Date
- 1925-07-10
- Page
- Seite 556 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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556 Das Jüdische Echo Nr. 28 Arbeiter in Erez Israel sein, das heißt nichts anderes als unter Hintansetzung aller Eigeninteressen auf der Wacht stehen für die Verwirklichung unseres Willens: das seit zweitausend Jahren brach und öde liegende Land durch jüdische Arbeit dem jüdischen Volk wieder zu erobern! Nicht unsere glänzenden Diskussionsredner und Literalen, nicht unsere Rechtsanwälte und Intellektuellen, nicht unsere Händler und Winkelpolitiker werden dieses Werk tun, sondern die zionistische Jugend, die morgen identisch ist mit dem palästinensischen Arbeiter, die all dieses von sich abgetan hat und „eng“ und „beschränkt“ sich mit Körper und Seele der Verwirklichung dieses nationalen Willens hingibl. Der jüdische Arbeiter in Palästina ist heute der Wegbereiter für das Volk. Was ihn unter den schweren Bedingungen des Lebens aufrechterhält, was ihn die Last der Verantwortung tragen läßt, ist der fanatische Glaube daran, daß er den Willen des Volkes vollstreckt. Was er in Palästina tut, sei es als Landarbeiter, sei es in seinen eigenen wirtschaftlichen Institutionen, sei es in seiner freien Organisation, tut er unter dem Aspekt der Erfüllung dieses Volkswillens. Die Erkenntnis dieser historischen Aufgabe und der nationalen Bedeutung dieser unserer Arbeiterschaft in Erez Israel legt dem zionistischen Menschen Pflichten auf. Es geht nicht an, auf der einen Seite Lobsprüche und Ruhmessänge auf unsere Ghaluzim auf den Lippen zu tragen und dieser Arbeiterschaft abtrünnig zu werden, wenn es sich um die Verteidigung ihrer Lebensinteressen handelt. Es geht nicht an, in einem zionistischen Glaubensbekenntnis unsere Aufgabe dahin richtig zu bezeichnen: die Herstellung eines normalen Volkslebens für unser Volk in seinem Land, ohne gleichzeitig die Wege dazu zu nennen. Die Wege dazu sind unserem unglücklichen Volke leider ohne diese revolutionierenden sozialen, gesellschaftlichen oder menschlichen Ideale versperrt. Es ist für die Mehrheit des Volkes eben doch immer noch bequemer, als jüdischer Händler, Literat oder Intellektueller in Europa weiter zu leben, als kraft eines solchen revolutionierenden Ideals sein persönliches Leben von Grund aus umzugestalten und nicht theoretisch, sondern mit seinen eigenen zwei Händen Arbeiter in Erez Israel zu werden! Ich sagte, der Arbeiter ist der einzige Verwirkliche!' unseres nationalen Ideals. Bedeutet dies eine Beeinträchtigung oder eine Negierung der privaten Initiative im Lande der kapitalistischen Ansiedlung? Die viel besprochene und viel diskutierte private Initiative hat bisher alles gezeigt, nur keine Initiative. Und soll dieser Begriff seinen Sinn wahren, so handelt es sich doch hier um die Initiative von Privaten, d. h. nicht der Arbeiterschaft und nicht der nationalen Instanzen. Dieser _ privaten Initiative hat bisher, ob er es wollte, oder nicht wollte, der Arbeiter den Weg bereitet. Immer wieder und wieder den Weg bereitet. Die wahre Initiative in der Eroberung immer neuer Arbeitsgebiete für jüdische Hände zeigte der Arbeiter-Pionier. Die private Initiative hat uns bisher leider noch keine neuen Wege gezeigt, hat nur manche bereits geebnete Wege wieder verschüttet. Wohlan, möge sie kommen, die wahre private Initiative und unser Land bereichern durch Auffindung immer neuer Wege und immer neuer Arbeitsmöglichkeiten! Und wo bleibt das jüdische Kapital, das überall in der Welt seine Kraft und seine Leistung zeigte? Ein seit Jahrtausenden verödetes Land gilt es aufzubauen! Wo sind die Pioniere des Kapitals zu diesem grandiosen menschlichen Werk? Die Pioniere der Arbeit warten auf sie mit sehnsüchtigen Augen, daß sie die Schätze des Landes ausbeuten, daß sie Brücken und Wege bauen, daß sie dem ausgedorrten Lande Wasser verschaffen. Wo sind die Pioniere des jüdischen Kapitals, die durch eine natürliche Akkumulation neue Kapitalien ins Land ziehen9 Vorsichtig stehen sie zur Seite und kalt abwägend schätzen sie die möglichen Erfolge oder Mißerfolge einer Kolonisation ab, unter deren Last die paar tausend Menschen unserer Front dort zusammenbrechen müssen. München. G u s t a Strumpf. Abschluß der polnisch-jüdischen Verständigung Ratifizierung im jüdischen Parlamentsklub gegen „Hitachduth“. — Feierlicher Empfang der jüdischen Vertreter beim Ministerpräsidenten. — Der Text der Formel. Warschau (J.T.A.). Die Abstimmung im jüdischen Parlamentsklub über das Abkommen zwischen der polnischen Regierung und der jüdischparlamentarischen Vertretung wurde in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli vorgenommen. Für das Abkommen stimmten 40 Abgeordnete, gegen das Abkommen die vier Vertreter der Hitachduth. Mehrere Abgeordnete fehlten. Auch der zionistische Oberrat wird über die vollzogene Verständigung eine öffentliche Erklärung herausgeben, in welcher die Stellung der Juden zu den anderen Minderheiten gekennzeichnet werden wird. — Durch die Annahme der Formel des Paktes ist die Gefahr einer Spaltung des jüdischen Klubs, die in den letzten Tagen sehr akut war, bis auf weiteres behoben. Die Hitachduth- Vertreter begründeten ihren oppositionellen Standpunkt damit, daß die jü- Die echt ■«tfriwn*®» PhifippopeV^p^n"[ T^i^^fschuk Vor minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt. enthalten nur feinste Mischungen der edelsten bulgariichen Qualitätstabake