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Das jüdische Echo · 1925-06-26 · 26 (26.6.1925) · p. Seite 530

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
26 (26.6.1925)
Date
1925-06-26
Page
Seite 530 (sequence 18)
Language
German
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530 Das Jüdische Echo Nr. 26 Körpersportbewegung und gleichzeitig ihr bedeutendster Erfolg. Der Beweis der körperlichen Ebenbürtigkeit der Juden ist durch diesen Sieg der Hakoah in dem auf hohem Niveau befindlichen österreichischen Fußballsport auf das glänzendste erbracht. Aber auch Österreich braucht sich seines Meisterschaftssiegers nicht zu schämen. Die derzeit stärkste Mannschaft, die den heimischen Sport in so zahlreichen internationalen Kämpfen auf das beste vertreten konnte, hat den verdienten Erfolg erzielt.“ Jüdische Olympiade in Wien zur Kongreßzeit Berlin. (J.T.A.) Der Makkabi-Welt-Verband hat beschlossen, als Vorbereitung für die erste jüdische Olympiade in Palästina, aus Anlaß des 14. Zionistenkongres-ses in Wien, ein großes Turn- und Sportfest zu veranstalten, und hat die gesamte Durchführung dem „Jüdischen Turn- und Sportverband Österreichs“ übertragen. Das Turn- und Sportfest wird zwischen 15. und 30. August stattfinden und soll sich zu einer gewaltigen Kundgebung für den jüdischen Regenerationsgedanken gestalten. Zionistische Tagungen in Wien Wien. (J.T.A.) In Verbindung mit dem zionistischen Weltkongreß werden zwischen 1. und 10. August in Wien die folgenden Weltverbände tagen: 1. „Misrachi“, 2. Poale Zion, 3. Hitachduth, 4. Verband der Zionisten - Sozialisten, 5. Brith Hanoar (Weltverband der jüdischen Jugendorganisationen) und Blau-Weiß, 6. Zionistische Frauen. Die Ankunft Dr. Weizmanns wird am 11. August erwartet. Vor dem Kongreß wird noch eine Tagung sämtlicher zionistischer Arbeiterparteien gemeinsam mit der palästinensischen Arbeiterorganisation (Histadruth Haowdim) stattfinden, nach dem Kongreß wird das Komitee für das arbeitende Palästina tagen. Eine Niederlage der „Christenwehr‘ ‘in der Schweiz Zürich. (J.T.A.) Bei den letzten Großrats¬ und Gemeinderatswahlen im Kanton St. Gallen wurden in der Stadt St. Gallen auch einzelne Kandidaten israelitischer Konfession aufgestellt, die von der dortigen Sektion der schweizerischen „Christenwehr“, einer antisemitischen Organisation, in Flugblättern und Wahlaufrufen aufs schärfste bekämpft wurden. Die Polizeibehörde der Stadt St. Gallen erblickte in einem der Aufrufe eine Gefährdung des religiösen Friedens und verfügte die Konfiskation. Eine Beschwerde der „Christenwehr“ beim Bundesgericht wurde zurückgewiesen; in St. Gallen ist ein Strafverfahren wegen Gefährdung des religiösen Friedens gegen die „Christenwehr“ eingeleitet worden. Numerus clausus in Ungarn. — Eine Erklärung des Unterrichtsministers Graf Klebeisberg Budapest (J.T.A.). Der Senat der Budapester Universität hat eine Entscheidung getroffen, die allgemein als eine erhebliche Verschärfung der in Ungarn gesetzlich eingeführten Prozentnorm bei der Aufnahme von Juden zum Universitätsstudium und in die also chemischen Berufe beurteilt wird, 12 jüdische Ärzte, die infolge des numerus clausus in Ungarn ihre Studien an ausländischen Universitäten absolviert und dort ihre Diplome erhielten, wandten sich an den Senat der Budapester Universität mit dem Ersuchen um Nostrifizierung der Diplome, damit sie die ärztliche Praxis in ihrem Heimatlande ausüben können. — Entgegen aller bisherigen Übung, daß ausländische Diplome ungarischer Staatsbürger sofort zu nostrifizieren seien, beschloß der Senat diesmal mit 15 gegen 2 Stimmen, die Erledigung dieser Gesuche auf sechs Monate zu verschieben. Dieser Beschluß bedeutet für die jungen Ärzte nicht allein einen materiellen Verlust, sondern auch die Fortdauer einer quälenden Ungewißheit. In der jüdischen Bevölkerung Budapests herrscht denn auch darüber eine gewisse Unruhe. Der Budapester J.T.A.-Vertreter besuchte dieser Tage den Unterrichtsminister Grafen Cuno Klebeisberg und befragte ihn über die Haltung der Regierung in der Numerus clausus-Frage. Graf Klebelsberg sagte, die Frage werde jetzt vom Unterrichsministerium nochmals in den Kreis der Erwägungen gezogen. Die Frage ist nicht nur in Ungarn aktuell, sie wird auch in den österreichisch-ungarischen Nachfolgestaaten und in anderen Ländern diskutiert. Wir sehen die Numerus clausus-Frage nicht als eine politische an, sie ist eine Berufsfrage, die nicht viel mit Politik zu tun hat. Wenn wir diese Frage betrachten, so ziehen wir die internationalen Beziehungen in Erwägung. Ich veranlaßte, daß die in den anderen Ländern geltenden Methoden sorgfältig geprüft und mir darüber Bericht erstattet wird. Auf Grund dieser Berichte werde ich dann Beschlüsse fassen. Inzwischen handeln die Universitäten, wie sie es für richtig finden. Der Eisenbahnpogrom vor dem rumänischen Parlament Bukarest (J.T.A.). In der Nachmittagssitzung vom 4. Juni brachte der jüdische Deputierte Adolf Stern eine Interpellation ein, in der die Regierung gefragt wird, was sie zu tun gedenkt, um antisemitische Ausschreitungen in den Eisenbahnzügen zu verhindern und die Schuldigen zu bestrafen. Die Vorfälle im Jassyer Schnellzuge, mit welchem der freigesprochene Mörder Codrea n u fuhr und aus welchem die jüdischen Passagiere hinausgeschleudert wurden, wobei zwei Mädchen lebensgefährlich verletzt worden sind, werden eingehend geschildert. Auch Kinder wurden schwer mißhandelt. Die Bukarester Polizei treibt eine jüdische Reichskonferenz auseinander Bukarest (J.T.A.). Am 9. Juni trat in Bukarest eine Konferenz jüdischer Vertreter aus allen Teilen Alt- und Neurumäniens zusammen, um über das geplante Attentat auf die jüdische Schule zu beraten und gegen den Gesetzentwurf der Regierung zu protestieren. Die Behörden hatten die Konferenz zwar nicht direkt genehmigt, deren Zusammentreten aber nicht direkt behindert. Erst als die Beratung im Gange war erschien Polizei im Konferenzsaal und trieb in brutalster Weise die etwa 1000 Delegierten auseinander. Vor dem Konferenzsaal hatten sich antisemitische Studenten angesammelt, die die jüdischen Vertreter beschimpften. Bekanntlich hat die rumänische Regierung durch die halboffiziöse Agentur „Rador“ erklären lassen, sie sei bereit, den Entwurf abzuändern und die hebräische Sprache gelten zu lassen. Nach diesem Verhalten gegen die jüdische Reichskonferenz begegnet diese Verlautbarung starkem Zweifel. .

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