Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 26 (26.6.1925)
- Date
- 1925-06-26
- Page
- Seite 531 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 531 Pogromankündigung der „Erwachenden Ungarn“ Budapest (J.T.A.). Der Führer der „Erwachenden Ungarn“, Abg. Stephan Lenvai-Lehn e r , drohte in der Nationalversammlung mit einem scharfen Judenpogrom, für den Fall, daß die Aktion des früheren Ministers Beniczky zur Eruierung der Mörder des sozialdemokratischen Redakteurs S o m o g y i nicht niedergeschlagen werde. Das Organ der Erwachenden „Szozat“ schreibt in einem Leitartikel, daß „die Gegenrevolution wieder aufleben, gegen die jüdische Internationale auf die Barrikaden steigen müsse.“ Dieser ganz offen zu Judenpogromen aufreizende Artikel wurde von der Pressepolizei geduldet. Kolleg für freie Künste und Wissenschaften an der New Yorker Jesehiwah New York. (J.T.A.) Die bekannte nach Rabbi Jizchak Elchanon benannte New Yorker Jesehiwah, das größte jüdisch-theologische Seminar wird jetzt durch ein Institut für freie Künste und Wissenschaften erweitert. Die Grundsteinlegung für das neue Gebäude fand dieser Tage unter großen Feierlichkeiten statt. Jüdische Gefährdetenfürsorge Berlin. In den letzten Jahren hat die Gefährdetenfürsorge alle jene jüdischen Organisationen, die sich mit Wohlfahrtspflege befassen, vor allen Dingen die großen Gemeinden, aber auch die großen sozialen Institutionen sehr stark beschäftigt. So hat z. B. die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden seit ihrer Begründung sich diesen Problemen zugewandt. Auf einer Anstaltstagung im Jahre 1920 hat sie über die Fragen und Probleme beraten, welche Möglichkeiten bestehen, um die gefährdete jüdische Jugend in besonderen jüdischen Heimen unterzubringen. Auch in der Folgezeit war dieses Problem Gegenstand theoretischer Erörterungen bei der Erziehungskonferenz im Jahre 1923. In der Praxis sind die Anstalten mit der Frage der Aufnahme von verwahrlosten Kindern sehr häufig befaßt worden, ohne daß bestimmte Grundsätze aufgestellt werden konnten. Durch die Vermittlung der Zentralwohlfahrtsstelle wurde eine Reihe solcher Jugendlicher in Heimfürsorge gebracht. Auch andere Organisationen, so vor allen Dingen der Jüdische Frauenbund hat sich seit seiner Begründung mit der Gefährdetenfürsorge beschäftigt. Zu seinen Aufgaben gehört seit langen Jahren die Bahnhofs hilf e. Auch auf dem Gebiet der Anstaltsfürsorge hat der Frauenbund durch Errichtung der Anstalt in Neu-Isenburg sein besonderes Interesse für dieses Fürsorgegebiet gezeigt. In jüngster Zeit hat sich der Jüd. Frauenbund wiederum mit besonderem Nachdruck diesem Aufgabengebiet zugewandt und hat zu diesem Zweck eine Gefährdeten-Kommission ins Leben gerufen. Die Bestrebungen des Hilfsvereins der deutschen Juden auf dem Gebiete der Bahnhofshilfe sind ebenfalls seit langen Jahren bekannt und der Deutsch-Israelitische Gemeindebund hat ja gerade diese Aufgabe als sein Spezialgebiet: bearbeitet und Anstalten in Cöpenick, Repzin, Weissensee und Beelitz gegründet. Da unter der jüdischen Jugend die Verwahrlosung und Gefährdung in den letzten Jahren sichtbarlich um sich gegriffen hat, ist der Zusammenschluß aller Organisationen zu einer Arbeitsgemeinschaft notwendig geworden, damit von einer Zentralstelle aus systematisch alle Fragen und Probleme der Gefährdetenfürsorge im weitesten Sinne erörtert werden können. Die Arbeitsgemeinschaft: Jüdische Gefährdetenfürsorge, der außer den bereits genannten Organisationen auch die Großloge für Deutschland und die Zionistische Vereinigung angehören, hat vor einiger Zeit über die dringendsten Aufgaben der jüdischen Gefährdetenfürsorge beraten. Dazu gehört Schaffung eines besonderen Heimes für die schulpflichtigen Knaben, da Repzin zur Zeit nach dieser Richtung nicht ausreicht. Hierher gehört auch die Errichtung von Heimen für die gefährdete weibliche Jugend und die Zusammenarbeit mit den städtischen Pflegeämtern. Es wird ferner eine Aufagbe sein, dahin zu wirken, daß in viel stärkerem Maße als bisher die jüdischen Erziehungsanstalten Kinder aufnehmen, die aus irgend welchen Gründen gefährdet sind und der Schutzfürsorgeerziehung unterliegen. Endlich wird besonders Nachdruck darauf zu legen sein, geeignete Persönlichkeiten heranzuziehen und auszubilden, die für die Leitung und Mitarbeit in den Unterkunftsheimen, wie sie auf Grund des vor der Verabschiedung stehenden Bewährungsgesetzes zu errichten sein werden, sich zur Verfügung stellen. Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gefährdetenfürsorge“ ist Frau Justizrat Paula 01lendorff, Breslau, übertragen worden. Arbeitsausschüsse der Israelit. Kultusgemeinde München Für die neue Wahlperiode sind die folgenden Ausschüsse aufgestellt worden: Wahlprüfungsausschuß: JR. Beer, JR. Dr. Feuchtwanger, Popper, Dr. Julius Siegel, JR. Dr. Adolf Strauß, RA. Dr. Ernst Wilmersdörffer. Revisionsausschuß: Direktor Apfel, Jakob Fränkel, Simon Leiter, Louis Weil, Isaak Wildberger. Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuß: OLGR. Dr. Neumeyer, JR. Beer, Geh. JR. Dr. Dispecker, JR. Dr. Feuchtwanger, Geh. JR. Prof. Dr. Frankenburger, RA. Dr. Perlmutter, Dr. Elias Straus, JR. Dr. Adolf Strauß, Dr. Ludwig Wassermann. Finanz- und Stiftungsausschuß: Geh. JR. Prof. Dr. Frankenburger, Geh. JR. Dr. Dispecker, Albert Landauer, Justin Lichtenauer, Viktor Löwenstein, Louis Picard, Hermann Rosenthaler, Dr. Julius Sie gl, Dr. Adolf Strauß, Dr. Ludwig Wassermann, Sigmund A. Weil, RA. Dr. Ernst Wilmersdörffer. Synagogenausschuß: Albert Landauer, Direktor Max Apfel, JR. Beer, Dr. Karl Löwenthal, Bernhard Lustig, Isidor Popper, Louis Selinger. Ritualausschuß: Hermann Rosenthaler, JR. Feuchtwanger, Albert Landauer, Dr. Louis Levinger, Samuel Rothschild, Louis Selinger. Ausschuß für Bauwesen und Friedhofsanlagen: Geh. JR. Prof. Dr. Frankenburger, Direktor Max Apfel, Leopold Ballin, Dr. Paul Drey, Hermann