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Das jüdische Echo · 1925-06-26 · 26 (26.6.1925) · p. Seite 529

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
26 (26.6.1925)
Date
1925-06-26
Page
Seite 529 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 529 nationalsozialistische Volksbund, sowie der Heimat- und Königsbund teilgenommen haben. Das Ergebnis war die Gründung eines Ausschusses, der die Einigung aller völkischen Gruppen in Bayern vorbereiten soll. Die Arbeitsgemeinschaft richtet sich gegen Adolf Hitler. Auf eine völkische Anfrage erklärte Minister Stützei, das Redeverbot für Hitler bleibe bestehen. Die völkische Fraktion im Reichstag stimmt für Subventionierung jüdischer Synagogen. Berlin. (J.T.A.) Zum Haushalt des Reichsministeriums des Innern hatten die großen bürgerlichen Parteien den Antrag gestellt, den christlichen Kirchen und den Synagogen für kulturelle Zwecke 1 200 000 Mark zu bewilligen. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen mit den Stimmen der Deutschnationalen, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demokraten, der Bayerischen Volkspartei, der Wirtschaftspartei und der jetzt 15 Mann starken vereinigten völkischen Fraktion. Die Tatsache, daß die Völkischen für eine Position der jüdischen Synagogen stimmen, hat großes Aufsehen erregt. Der sozialdemokratische „Vorwärts“ meint, es werde jetzt klar erkennbar, daß bei der Versöhnung der Ludendorff, Graefe und Straßer der Antisemitismus geopfert wurde, der selbst den Völkischen zu dumm geworden ist. Von anderer unterrichteter Seite wird der Ansicht Ausdruck gegeben, die Völkischen, die sich als die Garde Hindenburgs gerne präsentieren, hätten eingesehen, daß sich ein Radauantisemitismus mit dieser ihrer vermeintlichen Stellung nicht verträgt und hätten darum beschlossen, für einige Zeit mit antisemitischen Demonstrativschritten zurückzuhalten. Der deutschvölkische Abgeordnete Kube und die Stäbsärz Die „B.Z.“ (Nr. 162 v. 16.6.) berichtet aus dem Reichstag über eine kleine, vielbelachte Szene in der Sitzung vom 15. Juni. Der völkische Abgeordnete Kube fühlte sich durch einen Zwischenruf des demokratischen Abgeordneten L e m m e r gestört und rief zurück: „Politische Kinder haben zu schweigen.“ (Abgeordneter Lemmer ist das jüngste Mitglied1 des Hauses.) Lemmer antwortete, er sei immerhin alt genug gewesen, um den ganzen Krieg von Anfang bis zum Ende im Felde mitzumachen, während Herr Kube erst 1917 und nur für ein paar Wochen an die Front gegangen sei, um sich dann ausschließlich auf Vorträge für Soldaten zurückzuziehen. Kube, etwas verlegen, sagte, Lemmer werde nur von den Juden unterstützt und das Judentum kenne er, Kube, sehr genau, denn er habe die jüdischen Stabsärzte kennen gelernt, die ihn, Kube, k. v. geschrieben hätten. Stürmische Heiterkeit setzte dieser seltsamen Begründung eines wenig heroischen Antisemitismus ein Ende. Das Schicksal der „Kreuzzeitung“ Graf Westarp als Vorsitzender des Aufsichtsrates der „Kreuzzeitung“ läßt eine Erklärung durch das W.T.B. verbreiten, in der mitgeteilt wird, daß vor einigen Tagen eine Kreuzzeitungs- Aktiengesellschaft gegründet worden ist, die in Zukunft an Stelle der bisherigen G. m. b. H. die „Kreuzzeitung“ herausgeben wird. Das Aktienkapital beträgt vorläufig eine Million Reichsmark. In der Erklärung, in der die verschiedenen Mitglieder des Aufsichtsrates auch aufgeführt werden, heißt es, daß die „Kreuzzeitung“ ihre bisherige c hristliich - konservativ - nationa 1 e Richtung unter den alten Redakteuren fortsetzen wird. Diese Erklärung wendet sich vor allem gegen die Meldung des Berliner Vertreters der „N i e^d1 er deutschen Zeitun g“, der behauptete, daß der bekannte Großindustrielle Arnold Rechberg den Verlag der „Kreuzzeitung“ übernommen habe und daran die Behauptung knüpfte, die „Kreuzzeitung“ würde nunmehr ein Organ des internationalen — in der Hauptsache jüdischen — Franzosenkonzerns werden. Um die Schechita Die Schächtfrage wird auch weiterhin in deutschen Fachorganen zum Gegenstand der Diskussion gemacht. In der Berliner „Fleischerverbandszeitung“ erschien in letzter Zeit eine Reihe von Artikeln pro und contra. In der Nummer vom 19. Juni schreibt u. a. Herr Max L e v y , Fleischermeister in München, über das Schächten. Der Artikel, der an die Absicht des Deutschen Fleischerverbandes anknüpft, bei Gelegenheit des bevorstehenden 50jährigen Jubiläums des Verbandes über die Schächtfrage zu verhandeln, weist nochmals eindringlich darauf hin, daß es sich hier um eine religiöse Frage handelt, die nicht ausschließlich vom rein fachlichen Gesichtspunkt betrachtet werden darf. Eine Statistik der ostjüdischen Einwanderung Berlin. (J.T.A.) Der Haushaltausschuß des Reichtages nahm die deutschnationalen Anträge an, wirksame Schutzmaßnahmen zugunsten der gefährdeten und mißhandelten Minderheiten in fremden Staaten und eine bis zum 1. April n. Js. fortgeführte Statistik über den Umfang der ostjüdischen Einwanderung seit August’ 1914 vorzunehmen. Jüdische Landarbeiter aus Deutschland in Amerika eingetroffen New York. (J.T.A.) Mit dem Dampfer „Albert Ballin“ sind soeben die ersten jüdischen Landarbeiter aus Deutschland in der Zahl 23 eingetroffen. Sie erhielten Visa als „privilegierte“ Einwanderer. Einige derselben brachten ihre Familien mit sich. Sie wurden durch die Gesellschaft Hias auf verschiedene Stellen verteilt. Die meisten sind gesetzestreue Juden. Alldeutsche Tagung in Kärnten Wien. (J.T.A.) In Villach (Kärnten) tagte soeben der Alldeutsche Verband Reichsdeutschlands und Österreichs. Erörtert wurde der Neuaufbau eines deutschen Volksstaates auf völkischer Grundlage. Der Vertreter der deutschen Studentenschaft in Deutsch-Österreich, Körber , schilderte den Kampf der deutschen Jugend gegen das Vordringen des Judentums an den österreichischen Hochschulen. General der Infanterie Kraus feierte in einer Ansprache den Vorsitzenden des Alldeutschen Verbandes, Justizrat Heinrich Claß, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Reichspräsident Hindenburg den Justizrat. Claß als Mann der Stunde berufen wird, wie einist Kaiser Wilhelm I. Bismarck berufen hatte. Hakoah Fußballmeister von Österreich Wien. (J.T.A.) Aus dem Kampfe um die Fußballmeisterschaft in Oesterreich ist die Fußballsektion des jüdischen Sportklubs Hakoah als Sieger hervorgegangen. Die „Wiener Morgenzeitung“ schreibt: „Der Triumph Hakoahs ist das größte Ereignis in der Entwicklung der jüdischen

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