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Das jüdische Echo · 1925-06-26 · 26 (26.6.1925) · p. Seite 528

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
26 (26.6.1925)
Date
1925-06-26
Page
Seite 528 (sequence 16)
Language
German
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528 Das Jüdische Echo Nr. 26 Nationalversammlung der unabhängigen orthodoxen Juden konstituierten, beschlossen, Wahlen für eine Nationalversammlung orthodoxer Juden abzuhalten. Die provisorische Nationalversammlung wählte aus ihren Reihen einen provisorischen Nationalrat (Waad leumi), der als das repräsentative Organ der orthodoxen Juden die Wahlen vorbereiten und leiten wird. Es wurde ferner beschlossen, zum 14. Zionistenkongreß, der am 18. August in Wien beginnt, eine eigene Abordnung zu entsenden, die die Forderungen der palästinensisch-orthodoxen Judenheit vertreten wird. Jerusalem (J.T.A.). Die gegenwärtig in Jerusalem tagende Nationalversammlung der palästinensischen Juden (Assefat Haniwcharim) ‘ bat nach der Sezession der orthodoxen Abgeordneten das neue Wahlgesetz angenommen und beschlossen, die Neuwahlen zur Nationalversammlung noch vor dem 14. Zionistenkongreß stattfinden zu lassen. Neue direkte Palästina-Linie Von dem soeben aus Triest zurückkehrenden Leiter des Palästina-Amtes München, Herrn Paul G r ü nbaum, der anläßlich einer Reise zur Begleitung einer Gruppe von 40 Palästinafahrern nach Triest die Transport- und Fahrtverhältnisse auf den neuen Schiffen inspiziert hat, erhalten wir die folgenden Informationen: Die neue direkte Linie Triest-Jaffa bezw. Haifa wurde mit dem Dampfer „G i a n i c o 1 o“ eröffnet. Der Dampfer hat am Donnerstag, den 18. Juni abends 6 Uhr mit 300 nur jüdischen Passagieren aus Polen, Österreich und Deutschland unter jüdischer Flagge und großem Jubel Triest verlassen. Alle Aufschriften des Schiffes sind in hebräischer Sprache. Die Schiffe „G i a n i c o 1 o“ und „C a r n o 1 i a“ wurden laut Plan der Exekutive vom Lloyd Triestino um gebaut und zwar I. Klasse mit 40 Betten, IT. Klasse mit 17 Betten und III. Klasse mit 308 Betten. Zwischendeck gibt es auf diesen Schiffen n i c h t. Die III. Klasse besitzt Kabinen für Männer und Frauen mit 10—20 Betten; die weiteren Einrichtungen wie Speisesäle, Bäder etc. sind sehr modern und bequem, besonders ist für die Bequemlichkeit der Frauen gesorgt. Die Küche ist koscher und alle dort Beschäftigten sind ausschließlich Juden. Sie steht unter der Aufsicht der Rabbiner in Palästina, sowie Oberrabbiner Dr. Zoller in Triest. Rabbiner G e 1 n i s aus Tel-Awiw hat sich zur Besichtigung der Küche nach Triest begeben und ist auf dem neuen Schiffe nach Palästina zurückgekehrt. Die Preise der Klassen sind folgende: I. Klasse £ 22.—, II. Klasse £ 15.—, III. Klasse <£ 5.—; für Chaluzim Kateg. „E“ £ 4.— und zwar inklus. Bett und Verpflegung. Laut Vereinbarung mit dem Lloyd gelten obige Preise nur für die Palästina-Ämter; die Preise sind für nichtjüdische Passagiere höher. Der Fahrplan ist folgender: Abfahrt jeden 2. Donnerstag. Ab Triest um (> Uhr nachmittags; Ankunft Haifa 8 Uhr Donnerstag morgens; Abfahrt Haifa 11 -Uhr nachts; Ankunft Jaffa 6 Uhr Donnerstag morgens. Ab Oktober ds. Js. werden die Schiffe erst in Jaffa, dann in Haifa landen. Für unsere Emigration, insbesondere Chaluzim bedeutet diese neue Linie einen großen Fortschritt. Wie ich aus den Verhandlungen in Triest entnehmen konnte, gibt uns der Loyd außerdem noch die Möglichkeit, daß Chaluzim auch mit dem Dampfer „S o r i a“ für £ 1.— (jedoch ohne Bett und Verpflegung, also Zwischendeck) reisen können. Ein großer Teil des Gelingens dieser günstigen Abmachungen ist auf die verdienstvolle Mitwirkung der Herren Fanno, Präsident des Triester Emigrationsbüros, sowie Dr. G e r m u n s k y , Leiter des Palästina-Amtes Triest, zurückzuführen. Bei derartig günstigen Bedingungen ist es natürlich sehr empfehlenswert, daß die Palästinaemigration von ihnen den gebührenden Gebrauch macht. Das Schiff Carno lia beginnt seine erste Fahrt am Donnerstag, 2. Juli. Aus der Jüdischen Welt Eine Schenkung des preußischen Unterrichtsministeriums an die Jerusalemer Universität Berlin. Wie der J.T.A. mitgeteilt wird, hat das preußische Unterrichtsministerium beschlossen, der hebräischen Universität in Jerusalem eine große Bücherschenkpng zu übermitteln. Die Büchersammlung, die demnächst nach Jerusalem abgehen wird, enthält u. a. Handschriften-Kataloge der preußischen Staatsbibliothek, Titeldrucke, Universitäts- und Schulschriften, ferner Bibliotheksdoubletten und Dissertationen der preussischen Universitäten. Die deutschen Mitglieder des Zentralkomitees für das Judaistische Institut Berlin. (J.T.A.) In das Zentralkomitee des Judaistischen Instituts der. Universität Jerusalem wurden aus Deutschland die folgenden Herren gewählt: Dr. Martin Bub er, Rabbiner Dr. B a e c k und Legationsrat Prof. Dr. Sobernheim als Mitglieder, Direktor der Staatsbibliothek Dr. Weil, Prof. Dr. E 1 b o g e n und Prof. Horowitz als Stellvertreter. Die Herren Prof. Sobernheim, Dr. Weil und Prof. Horowitz begeben sich dieser Tage nach London, um der am 22. und 23. Juni stattfindenden Tagung des Zentralkomitees beizuwohnen. Gegenstand dieser Tagung ist bekanntlich die Besetzung der Lehrstühle und die Schaffung neuer Lehrstühle des Instituts. Max Liebermann weiterhin Präsident der Akademie der Künste Berlin. (J.T.A.) Die Akademie der Künste hat bekanntlich vor einiger Zeit ihren Präsidenten Prof. Max Liebermann wiedergewählt, obwohl in den Statuten der Akademie vorgesehen ist, daß •nach dreijähriger Amtsdauer eine Unterbrechung der Präsidentschaft eintreten muß. In der Rechtspresse wurde gegen diese angeblich statutenwidrige Wahl Protest erhoben. Nunmehr hat das preußische S t a a ts m in i s t e ri um die Wiederwahl Prof; Max Liebermanns zum Präsidenten der Akademie der Künste für das Jahr vom 1. Oktober 1925 bis zum 1. Oktober 1926 bestätigt und von der Anwendung des letzten Satzes des § 3 der Statuten der Akademie („jedoch. in der Art, daß nach dreijähriger Amtsdauer eine Unterbrechung eintreten muß“) abgesehen. Einigung völkischer Gruppen in Bayern gegen Hitler. München. (J.T.A.) In München ha£ dieser Tage eine vertrauliche Besprechung aller* rechtsgerichteten Verbände Bayerns stattgefunden, an der die neugegründete völkische Partei, der

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