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Das jüdische Echo · 1925-06-19 · 25 (19.6.1925) · p. Seite 503

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
25 (19.6.1925)
Date
1925-06-19
Page
Seite 503 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 503 einen „Judenstaat“ (wie es Theodor Herzl, der Gründer des politischen Zionismus, nannte) zu gründen, nicht recht Wurzel fassen. Erst nach dem Kriege fing man in Deutschland an, sich mit der Sache zu befassen, und erst dann fing man an, für die beiden wichtigen Fonds, den Gründungsfond (Keren Ha-Jesscd) und den Nationalfond (Keren Ha-Kajemeth) Geld in beträchtlicher Höhe zu spenden und, was noch viel wichtiger ist, man kam selbst her, sich im Lande anzusiedeln.“ — „Sind schon viele deutsche „Chaluzim“ hergekommen?“ — „Nicht sehr viel. Hauptsächlich schickt der „Blau-Wei,ß“-Bund junge Leute hierher. Diese werden in Deutschland für die Landwirtschaft und das Handwerk vorbereitet, so daß sie im Lande als gelernte Arbeiter gleich anfangen können zu arbeiten. Übrigens hat die „Blau-Weiß“-Gruppe in Tel-Awiw einen Konsumverein gegründet, so daß sie gleich selbständig sein können.“ —■ „Hat auch die bayerische Judenheit Anteil am Aufbau? Sind auch Juden aus Nürnberg- Fürth hier?“ — „Aus Bayern sind bisher nur sehr wenig hergekommen. Auch einige junge Leute aus Nürnberg sind mir bekannt. Aber die, die herkamen, haben größere Unternehmungen, Fabriken usw. gegründet, die sich auch sehr gut entwickeln.“ Zu diesen Ausführungen der „Nürnberger Zeitung“ wird uns aus Nürnberg mitgeteilt: 1. Es sind sowohl Blauweiße aus Nürnberg als auch aus Fürth in nicht unbeträchtlicher Anzahl nach Palästina übergesiedelt. 2. Diese betätigen sich ausschließlich als Landwirte oder Handwerker. 3. Richtig ist, daß in nächster Zeitvon Nürnberg aus weitere Übersiedlungen stattfinden werden, die unter anderem auch die Schaffung eines Fabrikationsunternehmens für Aluminiumwaren in Tel- Awiw beabsichtigen. Bei dem geringen Interesse, mit dem im allgemeinen die bayerische Presse dem jüdischen Palästinaproblem gegenübersteht und bei der unobjektiven, ja mißgünstigen Art, mit der das neue jüdische Palästina, wenn es überhaupt Erwähnung findet, behandelt wird (vergl. die Berichte des Herrn v. Salzmann in den „Münchener Neuesten Nachrichten“), ist es anerkennenswert, daß die „Nürnberger Zeitung“ einen derart objektiven und mit dem jüdischen Aufbau sympathisierenden Artikel veröffentlicht hat. Aus der Jüdischen Welt Der Zuschuß für den bayerischen Verband israelitischer Kultusgemeinden durch den Haushaltausschuß des bayerischen Landtags genehmigt. (J.Z.) In der Sitzung des bayerischen Landtags vom 4. Juni wurde der Zuschuß für den Verband israelitischer Kultusgemeinden in Höhe von Mk. 50.000.—• für 1924, von Mk. 60.000.— für 1925 mit 13 gegen 12 Stimmen genehmigt. Dagegen stimmten Kommunisten, Sozialdemokraten, Deutschnationale und Deutschvölkische. Die Leistungen des preußischen Staates für die jüdischen Gemeinden. — Ein Antrag der Jüd. Volkspartei beim preuß. Landesverband. Berlin (J. T. A.) Die Herren Dr. Klee und Dr. Kollenscher haben im Namen der jüdischen Volkspartei beim preuß. Landesverband jüdischer Gemeinden folgenden Antrag gestellt: Dem Preußischen Landtag liegt der Notetat für 1925 vor. In ihm ist für jüdische Gemeinden nichts eingestellt, während der ordentliche Etat, der erst im Herbst zur Verhandlung gelangt, im Exträordinarium 300.000.— Mk. vorsieht. Dem Preußischen Landesverbände jüdischer Gemeinden geben wir hiervon Kenntnis und ersuchen ihn, schleunigst bei der Preußischen Staatsregierung und bei den Parteien des Landtags dahin vorstellig zu werden, daß im Hinblick auf die dringende Not der Gemeinden und des Verbandes die 300.000.— Mk. auch schon in den Notetat eingestellt werden. Hiermit darf unserer Stellungnahme zum Hauptetat hinsichtlich des Anspruches auf Staatszuweisungen nach Art und Höhe nicht vorgegriffen werden. Fünfzehn-Mann-Fraktion der Völkischen im Reichstag Berlin (J.T.A.). Die Völkischen im Reichstag haben sich wieder zusammengeschlossen. Mit dem zu ihnen übergetretenen früheren deutschnationalen Abgeordneten Dr. Best zählen sie nunmehr fünfzehn Mann und haben somit einen Anspruch auf Vertretung in den Ausschüssen. Auch Abg. General Ludendorff gehört der neuen Fraktion an. Völkische Erziehungsziele Berlin (J.T.A.). Der „Bund völkischer Lehrer Deutschlands“ hielt dieser Tage in Berlin seine erste Hauptversammlung ab. Folgende Erziehungsziele wurden festgesetzt: „Das deutschvölkische Hochziel der Erziehung ist der deutsche bewußte sittlich-religiöse Charakter. Er hat sich zu gründen auf die wahrhaft deutsche, •nur arischem Blut eigene, ideale Weltanschauung.“ Julius Barmat klagt an Berlin (J.T.A.). Die Ergebnisse der Vernehmung Julius Barmats in seiner Wohnung durch den Vorsitzenden des Preußischen Untersuchungsausschusses Dr. Leidig haben in der deutschen Öffentlichkeit großes Aufsehen erregt. Unter der Überschrift „Der Angeklagte als Ankläger. — Was bleibt noch von der Barmathetze übrig?“ schreibt das sozialdemokratische Hauptorgan „Vorwärts“ in seiner Nummer vom 12. Juni: „Barmat hat sich gestern als ein Opfer der antisemitischen und politischen Hetze bezeichnet. Wenn man das wenige liest, was er über das Auftreten des berüchtigten Herrn Kuß mann mitgeteilt hat, wenn man ferner erfährt, daß seine Kredite bei der Staatsbank gar nicht gekündigt, sondern zumindest stillschweigend prolongiert waren, wenn man schließlich hört, wie nach der Verhaftung di'e wertvollsten Objekte des Konzerns geradezu verschleudert wurden, dann kommt man in der Tat zu dem Ergebnis, daß die Barmat-Affaire ein politischer Justizskandal ersten Ranges ist.“ Eine Ehrung für Andre Spire Berlin (J.T.A.). Aus Anlaß der letzten Sitzung des Berliner Emigrationsdirektoriums weilte der bekannte französische Dichter und Zionist Andre Spire in Berlin. Eine Reihe Persönlichkeiten des jüdischen sozialen Lebens benutzten diese Gelegenheit zu einer Ehrung des Dichters im kleinen Kreise, die außerordentlich eindrucksvoll verlief. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee begrüßte Andre Spire in herzlichen Worten als Dichter und als Mann der jüdisch-sozialen Tat. Andre Spire dankte auch im Namen seiner anwesenden Gattin für die

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