Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 25 (19.6.1925)
- Date
- 1925-06-19
- Page
- Seite 498 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen des Israel. Lehrervereins für Bayern Nr. 23 51 loschen oder einem staatlichen Lehrerseminar, einschließlich der Prüfung in den Religionsfächern nachweist. *Neu§25. Als Kantor kann nur angestellt werden, wer die Voraussetzungen nach Ziffer 4, sowie den Befähigungsnachweis für das Amt von einer vom Verband anerkannten Fachautorität erbringt. ' Zu §26. Die Worte „religiöser Hauptausschuß“ sind durch „Schiedsgericht des Verbandes“ zu ersetzen. Zu § 31. Vorbehaltlich anderweitiger Vereinbarung ist das Dienstverhältnis widerruflich ... für die übrigen Beamten nach einer Dienstzeit von 5 Jahren. Unwiderruflichkeit in einer Zuschußgemeinde erworben, ist für andere Zuschußgemeinden bindend. Zu § 62. In streitigen Fällen ist der Distriktsausschuß zu hören. Zu § 15. Das Wort „gleichzeitig“ ist zu streichen. * Neuer § 152. Wird ein bisher von der Gläubensgemeinde besoldeter Lehrer unter Fortbestand seiner Dienstleistungen vom Staat übernommen, so wird dem betreffenden Beamten elnö durch Nichtanrechnung der erworbenen Dienstjahre entsprechende Minderung seines Einkommens von der Gemeinde ersetzt. Zu § 16. Religionslehrer werden nur dann nach Gruppe 8, bezw. 9 überführt, wenn sie die Anstelluttgsprüfung abgelegt haben. Berichtigung. . Zu den in Nr. 2 bekannt gegebenen Anträgen auf Statutenänderung wird berichtigend mitgeteilt, daß die Anträge nur von Goldstein, Hellmann und Stoll gestellt sind; Mandelbaum ist aus der Liste der Antragsteller zu streichen. Personalien. Am 11. Jjar starb nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren der Religionslehrer, Kantor und Schochet a. D. Anselm Frank in Westheim bei Haßfurt. Derselbe war 60 Jahre Lehrer, davon 47 J a h r e in unserer Gemeinde. Er hat es verstanden, durch sein bescheidenes Wesen die Liebe und Achtung aller Einwohner ohne Unterschied der Konfession sich zu erwerben. Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen. Am Sarge zeichnete Herr Distriktsrabbiner Dr. Stein-Schweinfurt den Verblichenen als einen wahrhaft frommen, echten Jehudi und gewissenhaften Beamten. Im Namen der Kültusgemeinde und des israelitischen Lehrervererns sprach der Unterzeichnete Worte des Dankes und des Abschiedes. Auch der Bürgermeister des Ortes widmete dem Verstorbenen im Namen der politischen Gemeinde herzliche Abschiedsworte. Die Beteiligung an der Beerdigung war aus allen Schichten, Ständen und Konfessionen eine sehr starke. Man sah die Geistlichen und Lehrer des Ortes, den Gemeinderat und den Kriegerverein mit umflorter Fahne. Der Verstorbene selbst war Ehrenmitglied dieses Vereins. Sein Andenken sei z,um Segen! Westheim. L. Kahn. Dem Hauptlehrer Blatt in Obbach wurde der Oberlehrertitel verliehen. v r Volksschullehrer Krämer in Speyer wurde zum Hauptlehrer befördert. Hauptlehrer Adler in Ansbach wurde ab 1. Mai an die Israelit. Volksschule in Nürnberg versetzt. Lehrer Max Adler, früher in Altenmuhr, wurde an die Volksschule der Religionsgemeinschaft „Ohel Jakob“ in München berufen. Lehrer S. Schmid in Lichtenfels kommt als Kantor nach Ansbach. Hauptlehrer a. D. Wormser in Ühlfeld übernimmt die Stelle eines Vereinssekretärs in Nürnberg. Die seit Jahresfrist in Ühlfeld bestehende private Volksschule geht damit wieder ein. Aufgelöste Volksschule. Durch die Regierung der Pfalz wurde die Volksschule in Mutterstadt aus den bekannten Gründen (Kindermangel) aufgelöst. Bezirkskonferenz Würzburg. Die in Nr. 24 des „Jüdischen Echo“ angezeigte Konferenz mit dem Vortrag des Herrn Seminaroberlehrers Stoll: „Modern-naturwissenschaftliche Theorien im Lichte der traditionellen jüdischen Anschauung“ findet nicht am 22. Juni, sondern erst Montag, den 29. Juni, nachmitags 4 Uhr im Seminar statt. Interessenten willkommen. Hirnheimer, Höchberg. Dem Andenken eines Lehrers. In der „Einkehr“, einer Beilage der Münchener Neuesten Nachrichten“ veröffentlicht der bekannte Politiker Dr. Heim Erinnerungen aus seinem Lehrerleben. Darin widmet er einem jüdischen Lehrer folgenden Passus: „An der gleichen Schule (in Ansbach) war ein jüdischer Lehrerkollege, Hausmann. Er ist als armer Mann gestorben. Er hatte einen Gerechtigkeitssinn, der sich, ich möchte fast sagen, skrupelhaft auswirkte. Mit einem früheren Schüler von ihm, der heute noch wütender Antisemit ist und der öffentlich eine Rolle spielt, debattierte ich einmal über Antisemitismus. Er war unbekehrbar Antisemit. Nach seiner Ansicht gab es überhaupt keinen anständigen Juden. Als ich ihn aber an seinen früheren Lehrer Hausmann erinnerte, war er entwaffnet und er mußte mir sogar bekennen, daß er ihm Guttaten verdankte. Ich bin heute noch stolz darauf, daß ich mich der Freundschaft dieses edlen Mannes erfreute.“ Hausmann stammte aus Dornheim bei Kitzingen, war zuerst als Religionslehrer tätig und wurde, nachdem* er die Prüfung für Handelskunde abgelegt hatte, als Lehrer für Handelsfächer und Mathematik an der Realschule in Ansbach angestellt. Nebenamtlich erteilte er zeitweilig, meist in Vertretung des Rabbiners, den israel. Religionsunterricht an dieser Schule. Einzahlungen seit 1. V. 25; Durch Heippert, Scheinfeld 18.—, Stein, Regensburg 508.—, Bravmann, Gaukönigshofen 10.—, Goldstein, Oberlauringen 10.—, Dingfelder, München 420.—., Ottensoser, Würzburg 30.—, Hellmann, Würzburg 3.—. Von Wetzler, Ludwigshafen 15.—■, Gutmann Fürth 25.—, Lübeck, Fürth 15.—■. Dr. Mandelbaum, Schweinfurt 4.—, Stein. Regensburg 15.—, Winter Regensburg 10.—, Levi, Burgpreppach 15.—, Hellmann, Würzburg 3.—. Würzburg, 1. Juni 1925. M. Hellmann. Scheckamt Nürnberg Nr. 6479.