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Das jüdische Echo · 1925-06-12 · 24 (12.6.1925) · p. Seite 478

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
24 (12.6.1925)
Date
1925-06-12
Page
Seite 478 (sequence 14)
Language
German
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478 Das Jüdische Echo Nr. 24 Die Reisestrecke betrug 2(>0 Meilen und unterwegs besuchte der High-Commissioner die Städte, S a - f e d , L v d d a , R a m 1 e h und B e e r s e b a und 25 arabische und 0 jüdische Dörfer sowie 8 Beduinenlager. Während des letzten Teiles seiner Reise wa rSir Herbert Samuel der Gast verschiedener Beduinenstämme. Der High-Commissioner wurde überall herzlich empfangen. In Tel-el-Kadi waren alle Scheichs der Hule-Ebene, ungefähr 200 Reiter, versammelt, um ihn zu begrüßen. Mancherorts wurden öffentliche Empfänge veranstaltet und Ansrpachen gehalten, es gab Tanzfestlichkeiten am Abend usw. Der High-Commissioner nahm die Gelegenheit wahr, dem Volke Lebewohl zu sagen, nachdem seine Amtsperiode Ende Juni ablaufen wird. Die jüdische Palästinaiorschung. Palästina (J.T.A.). Die jüdische Gesellschaft für Forschungsarbeit in Palästina (J e w i s h Pale s t i n e Exploration Society) veröffentlicht soeben in Buchform einen Bericht über ihre bisherige Tätigkeit. In 22 Artikeln werden die Ausgrabungen am Absalom-Grab, im Gibeath Saul, Nachlath Anijim, die Arbeiten auf dem Gebiete der historisch-geographischen Erforschung Palästinas, EBiographie usw. geschildert. An dem Werke arbeiten mit: Dr. Nahum Slousch, Dr. W. Albright, Dr. S. Klein, Dr. A. Brandenb u r g , Dr. L. A. Mayer, Dr. J. L. M a g n e s , Dr. A. M a z i e, Dr. J. Klausner, Dr. A. Braver, Press, R e u b e n i und Y e 11 i n. 2000 Pfund Spende für den Nationalfonds. S. Schocken jun. aus Zwickau, einer der Governors und Direktoren des Keren Kajemeth, der soeben eine längere Studienreise durch Palästina unternommen hat, hat vor seiner Abreise nach Europa an den KKL £, 2000 als Stiftung überwiesen. (Ziko) Der junge Jude V ir geben im folgenden den Ausführungen eines Vertreters der neutralen jüdischen Jugendorganisation Raum, obwohl uns seine Ausführungen in keiner Weise akzeptabel erscheinen und lassen d e Erwiderung unseres Freundes Dr. Rosn e r darauf folgen, die das Unhaltbare und Unzureichende des jüdischen Neutralil i1; Standpunktes darzulegen versucht. Das Tempo unserer Zeit ist rasend, Entwicklungen überstürzen sich, was heute neu ist, scheint morgen schon überholt. Unsere Gedankengänge streben zu den Zielen als Selbstzwecken — einerseits; und andererseits forschen wir nach den ursprünglichsten Quellen allen Seins, aller Bewegungen, allen Strebens. Die jüdische Frage ist eine Weltfrage. Man hat gelernt, sie aus den Hüllen lokaler und nationaler Problemchen herauszuschälen und ihr Allgemeingeltung zu verschaffen; unzweifelhaft ist dies ein Verdienst des Zionismus. Das ist auch von seinem Gegner anzuerkennen. Um an die Judenfrage selbst herantreten zu können, suchte man und sucht man noch die Grundfrage zu beantworten; Was sind die Jude n? (leb präzisiere die Frage so, denn die Worte „Judenheit“ oder „Judentum“ bergen schon eine Einstellung.) Daß sie eine Religionsgemeinschaft sind, wird heute wohl beweislos verneint werden können. Ein anderes Wort taucht auf: Schicksalsge¬ S. LEVINGER MÜNCHEN Bayerstraße 25 Pfisterstraße 6 am Hauptbahnhof am Platzl Zigarren / Zigaretten Rauchtabake Das Haus für feine Tabakerzeugnisse meinschaft. In einem einzigen Land — gewiß. Aber hat der Jude in der Ukraine mit dem in Frankreich das Schicksal gemeint? — Ein drittes Wort: Rasse. Das Wort ist vom größten Teil der ernsten Wissenschaft ad absurdum geführt worden. — Nation? Dann hätte jener junge Hitzkopf recht, der kürzlich in einer Diskussion in München das ungeheuerliche Wort aussprach: „Wer nicht Nationaljude ist, ist kein Jude!“ Um wieviele Millionen würde diese jüdische Nation dann vermindert sein? — Es muß vorweggenommen werden: Diese Frage ist nicht zu beantworten; tot capita, tot sensus. Die Patentlösung des Zionismus — ein Thema, das ich hier nicht zu behandeln habe — ist so lange nicht d i e Lösung, wie nicht jeder, der sich als Jude fühlt, sie als solche anerkennt; was somit auch vom Nationaljudenlum gilt. Wir haben also den Faktor der Menschen, die sich als Juden fühle n. Das ist der „Boden der gegebenen Tatsachen“, auf dem wir zu arbeiten haben. Arbeite n? — Soll die Entwicklung der Juden, gleichviel wohin sie führt, gehemmt, vorwärtsgetrieben, in andere Bahnen geleitet werden? Soll einem Teil von ihnen die Doktrin des anderen aufoktroyiert werden?. Soll jeder nach seiner Fasson selig werden? — Das sind die Fragen, die jeder jüdisch-politisch Eingestellte (also somit jeder Jude) aufwerfen wird. Die Bedeutung des jüdischen Problems als Weltproblem liegt nicht nur in seiner politischen Seite; das heißt: wenn je eine Generation von Juden diese politische Seiten lösen wird, lösen kann, muß sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. Mitläufer hat es zu allen Zeiten, bei allen großen Ideen gegeben und wird es immer geben; sie sind es, die durch ihre überwiegende Mehrzahl diesen Ideen siegen helfen. Und sie sind es, denen wir manches Unheil zu verdanken haben, wenn sie, urteilslos von Einzelnen begeistert, sich für eine schädliche Idee blind in die Schranken werfen. Wenn wir nun mit Herzensinteresse die Entwicklung der Juden verfolgen, wenn uns als Juden daranliegt, daß nicht eines Tages von irgendeiner Seile die gesamte Judenschaft der Welt auf die eine Karte einer Idee gesetzt wird, einer der vielen gefährlichen, aber mit trügerischem Glanz alles überstrahlenden Ideen — dann müssen wir die Schar der Mitläufer zu ver-

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