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Das jüdische Echo · 1925-06-12 · 24 (12.6.1925) · p. Seite 477

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
24 (12.6.1925)
Date
1925-06-12
Page
Seite 477 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 477 war. Die japanische Gemeinde-, Kreis- und Provinzialordnungen beruhen im wesentlichen auf seinen Entwürfen. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Überlandesgerichtsrat in Königsberg, später zum Ehrendoktor und ordentlichen Honorarprofessor ebendort ernannt. Später verlegte er seinen Wohnsitz nach Berlin und war hier über zehn Jahre lang als unbesoldeter Stadtrat beim Magistrat tätig, bis er 1919 in den Ruhestand trat. Wiedereröffnung der Wiener Hochschulen. Wien (J.T.A.). Am Donnerstag, den 4. Juni, wurden laut einem Beschluß der Wiener Rektorenkonferenz die Vorlesungen und Übungen an den Wiener Hochschulen, welche wegen der antisemitischen Ausschreitungen in der vorigen Woche gesperrt wurden, wieder voll aufgenommen. Das Rektorat gibt bekannt, daß der Eintritt nur gegen Vorweisung der Universitätslegitimation gestattet ist. Eine Mordliste des Wiener Hakenkreuzler-Organs Wien (J.T.A.). Die letzte Nummer des Wiener Parteiorgans der nationalsozialistischen Partei „Deutsche Arbeiterpresse“ brachte unter der Überschrift „Einige der Rathenauschen 300. Die Giftmischer in Wien“ eine Liste mit Namen und Adressen mehrerer Wiener Publizisten, Bankleute und Großindustrieller, die die Zeitung ihren Anhängern zur „besonderen Beachtung“ empfahl. Auf der Liste befand sich auch der verantwortliche Redakteur der „Wiener Morgenzeitung“ Jakob K r a u s z. Der Pressestaatsan^valt hat die Nummer beschlagnahmt. Die Polizeidirektion hat gegen Walter Gattermayer, der den Artikel unterzeichnet hat, und gegen den verantwortlichen Redakteur der „Deut, sehen Arbeiterpresse“ wegen gefährlicher Drohung und Aufreizung zu Feindseligkeiten gegen Nationalitäten und Religionsgemeinschaften die strafgerichtliche Anzeige erstattet. Einschreiten der Wiener Staatsanwaltschaft gegen die Pogromhetzer. Wien (J.T.A.). Die Staatsanwaltschaft leitete die Untersuchung gegen das Sekretariat der Hakenkreuzlerpartei und die Herausgeber des Hakenkreuzlerblattes „Arbeiter-Presse“ ein. Diese Maßnahme steht im Zusammenhang mit dem von der „Arbeiter-Presse“ veröffentlichten Hetzartikel „Einige der Rathenauschen 300“, in welchem Namen und und Adressen mehrerer Wiener Publizisten, Bankleute und Industrieller mit deutlicher Pogromaufforderung enthalten waren. Der von den Antisemiten abgesetzte jüdische Bürgermeister von Budapest wieder nominiert. Budapest (J.T.A.). Der demokratische Block im Budapester Stadtparlament, der bei den letzten Wahlen die absolute Mehrheit aller Sitze erhalten hat, beschloß, für den Posten des Vizebürgermeisters den vor sechs Jahren von den Antisemiten aus der Amtsstube vertriebenen damaligen Vizebürgermeister Franz, einen Juden, für den Vizebürgermeisterposten zu nominieren. Jüdische Ehrungen für den italienischen König. — Ein jüdisches Jubiläumsseminar in Florenz. Rom (J.T.A.). Der Verband der jüdischen Gemeinden in Italien faßte während seiner letzten Tagung den Beschluß, in einem der großen Zentren, wahrscheinlich in Florenz, ein jüdisches Rabbiner- und Lehrerseminar zu errichten, welches den Namen des Königs Victor Emanuel tragen soll, der im Juni d. J. das Jubiläum der fünfundzwandzigsten Wiederkehr des Jahrestags seiner Thronbesteigung begeht. Auch die italienischen Zionisten planen einen Sympathieausdruck für den König, der seine Zustimmung zum jüdischen Nationalheim in Palästina wiederholt bekundet hat. U. a. wird der Name des Königs in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eingetragen werden. Am Jubiläumstage wird der König eine jüdische Abordnung empfangen, die ihm über die ihm zugedachten Ehrungen berichten wird. Die Folgen des Zwangssonntagsruhegesetzes in Litauen. K o w n o. (J.T.A.) Die trotz der Proteste der gesamten jüdischen Bevölkerung in Litauen eingeführte Zwangssonntagsruhe hat zur Folge gehabt, daß eine Anzahl jüdischer Geschäftsleute, um den Wirtschaftskampf bestehen zu können, die Geschäfte an jüdischen Feiertagen offen hält. Im Hinblick darauf, daß in den letzten Schewuoth- Tagen 16 jüdische Geschäftsleute ihre Läden offen hielten, wurde eine Protestversammlung abgehalten, der mehrere hunderte jüdische Einwohner Kownos beiwohnten. Es wurde beschlossen, eine Abordnung zu den 16 jüdischen Kaufleuten, die an den Festtagen die Läden offen hielten, zu entsenden und sie aufzufordern, in Zukunft die jüdischen Festtage zu beachten, da sonst allerlei Repressalien religiöser Natur, wie Verweigerung des Eintritts in die Synagoge, Verweigerung der religiösen Trauzeremonie, gegen sie ergriffen werden würden. Wolkenkratzer in Jerusalem. Der Jerusalemer Korrespondent der „V o s s i - sehen Zeitung“ schreibt: „Eine amerikanische Gesellschaft hat an der King George-Straße in Jerusalem ein großes Terrain erworben und beginnt mit dem Bau eines Wolkenkratzerhotels, das angeblich 11 Stock hoch werden und 80 000 £ Baukosten verlangen soll. Da der Bauplatz allein 20 000 £ gekostet hat — in Jerusalem zahlt man in den Geschäftsvierteln schon 5 £ pro Quadratelle — wird es sich tatsächlich bald night mehr rentieren, niedrige Gebäude aufzuführen. Übrigens steigen die Bodenpreise auch in den anderen Städten des Landes von Monat zu Monat. In Tel- Awiw — der zweitgrößten Stadt Palästinas, die seit einem Jahre von 15 000 auf nahezu 35 000 Einwohnern angewachsen ist — werden täglich drei Häuser fertiggestellt, und trotzdem ist die Nachfrage nach Wohnungen so groß, daß für ein Zimmer 4—5 £ monatlich bezahlt werden und für 1000 Quadratmeter Bauplatz außerhalb der Stadt 400 £ und mehr. Am Karmel, oberhalb Haifas, sind beinahe überhaupt keine Baugründe mehr zu erhalten, und sogar in der neu angelegten „Stadt“ anstelle des arabischen Dorfes Afulch, das dem Erdboden gleich gemacht wurde und deren neuer Name noch nicht feststeht, kosten 1000 Quadratmeter mehr als 230 £. Bisher haben sich 260 Käufer verpflichtet, binnen 6 Monaten an den Bau von Häusern auf ihren neuen Grundstücken in dieser funkelnagelneuen Stadt zu schreiten, die auf halbem Wege zwischen Nazareth und Djonin und zwischen Haifa und dem Jordan liegt.“ Sir Herbert Samuels Ritt von Dan bis Beerseba. Der High-Commissioner ist soeben nach Jerusalem zurückgekehrt von einem Ritt, der ihm von Tel-el-Kadi, dem alten Dan, im äußersten Norden Palästinas bis nach Beerscha geführt hat.

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