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Das jüdische Echo · 1925-06-12 · 24 (12.6.1925) · p. Seite 475

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
24 (12.6.1925)
Date
1925-06-12
Page
Seite 475 (sequence 11)
Language
German
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Nr 24 Das Jüdische Echo 475 erklärt, entsprechend den Forderungen des Judentums, die Fürsorge für die männliche und weibliche Jugend als eine der dringendsten Pflichten aller berufenen Kreise und setzt zu diesem Zweck eine soziale Kommission ein, die in allernächster Zeit praktische Vorschläge ausarbeiten wird. Den Abschluß der Tagung bildete ein Vortrag von Rabbiner R o s e n l h a 1 - Köln: ,,Die Universität in Jerusalem“. Die Teilnehmer der überaus gut besuchten Tagung besichtigten die Jahrtausendausstellung und mit besonderem Interesse ihre jüdische Abteilung. Die Synagogengemeinde Köln hat, auch an einem von ihr veranstalteten Begrüßungsabend, den Gästen aus ganz Deutschland eine herzliche und gastfreundliche Aufnahme bereitet. Aus der Jüdischen Welt Der neugegründete „Deutsche Alpen-Verein Berlin“. (J. Z.) Die Einführung des numerus clausus und die dadurch entstandenen Differenzen in dem D. Ö. A.V. ergaben die Notwendigkeit der Gründung einer neuen Organisation, die es sich zur Aufgabe stellt, die bergtouristischen Interessen ihrer Mitglieder unter Forti assung sämtlicher p o 1 i ti! s e h| ei r und religiöser Tendenzen zu pflegen. Diesen Zweck will der von jüdischen und nichtjüdischen bisherigen Mitgliedern des D.Ö.A.V. gegründete „Deutsche A 1 p e n V e r e i n“, Berlin SW. 68, Neuenburgerstraße 4, erfüllen. Dem Vorstand des neuen Vereins gehören an: Herr Rechtsanwalt Dr. Hans Kaufmann, 1. Vorsitzender; Dr. Stabei, 2. Vorsitzender; Dr. Gerhardt Schmidt, 1. Schriftführer. Über die Ziele des Vereins schreibt Herr San.- Rat Dr. Heusler in der „Vossischen Zeitung“ (Nr. 255 vom 31. 5.): „Der neue Verein wird bestrebt sein, den Ansprüchen seiner Mitglieder gerecht zu werden durch nachhaltige Pflege ihrer, bergtouristiischen Interessen in Gestalt von möglichst vielseitigen Vorträgen, gemeinsamen Wanderungen, Erleichterung von Reisen, Führertouren, Anschluß an andere unpolitische Vereine, Schaffung von eigenen Hütten. Es wird dadurch> daß er in der Alpenwelt gleichsam Inseln schafft, auf denen jeder Alpenfreund willkommen ist, wo nicht gefragt wird, ob Jude, ob Christ, ob schwarz-rot-gold, ob schwarz-weißrot, besser für Frieden und Versöhnlichkeit sorgen, wie sein großer, älterer Bruder. Auch hinsichtlich der Geschlechter wird er keinen Unterschied machen; er wird sich nicht auf den Standpunkt stellen, den unter vielen auch die Sektion Berlin einnimmt, zuerst der Mann, dann in gehörigem Abstand die Frau, sondern er wird in gerechter Denkungsweise alpinistiseh begeisterte Frauen als gleichberechtigte Kameradinnen aufnehmen.“ Propaganda für den Arier-Paragraphen in der Deutschen Turnerschaft. Berlin (J.T. A.). Die „V e r e i n i g u n g völkischer T u r n e r“ in der Deutschen Turnerschaft versandte unter dem Datum des 24. Mai 1925 vertrauliche Schreiben an eine Reihe von Turngenossen, aus welchem hervorgeht, daß die völkischen Elemente nach den Vorgängen im Deutsch- Österreichischen Alpenverein einen gleichen antisemitischen Vorstoß in der Deutschen Turnerschaf t planen. In dem Schreiben heißt es u. a.: „Wie wir Ihnen schon in unserem letzten Rundschreiben mitteilen konnten, ist es nötig, den Kampf gegen das Judentum in der Deutschen Turnerschaft jetzt aufzunehmen. Die Entrüstung über die 110 Vollblutjuden, die in Frankfurt a. M. uns als Ehrenausschuß serviert wurden, wächst ungemein. Wir empfehlen, in den Monals- und Mitgliederversammlungen immer wieder die Sprache darauf zu bringen, und die Turngenossen bei der Ehre zu packen. Es ist jetzt auch an der Zeit, die Anträge auf Einführung des A r i e r - P a r a g r a p h e n vorzubereiten, damit im Herbst der Sturm beginnen kann. Taktik wie im Deutsch-Österreichischen Alpenverein.“ Dazu schreibt das „Berl. Tageblatt“: „Da diese große und angesehene Organisation der deutschen Turner bisher besonderen Wert auf eine parteipolitisch völlig neutrale Grundlage gelegt hat und ihre Ursprünge auf den Turnvater Jahn, den alten Demokraten, den die Reaktion verfolgte und schließlich einsperrte, zurückreichen, so darf man von dem gesunden Sinn der Turner erwarten, daß sie diese große freiheitliche Tradition ihrer Vergangenheit nicht plötzlich verleugnen und reaktionären antisemitischen Einwirkungen Gehör schenken werden. Konfessionellen und parteipolitischen Hader in die Deutsche Turnerschafl hineinzutragen, hieße ihre ganze Existenz aufs Spiel setzen.“ Ein Erlaß des Preußischen Ministers des Innern gegen die politischen Straßenhelden. (J.Z.) Seitens des Preußischen Ministers des Innern wurde ein Erlaß an sämtliche Landes- und Ortspolizeibehörden herausgegeben, in dem der Innenminister sich gegen das Treiben der radikalen Gruppen wendet, die sich vorwiegend aus jugendlichen Personen zusammensetzen und die, mit Knotenstöcken und häufig auch mit Gummiknüppeln oder anderen gefährlichen Werkzeugen versehen, in kleinen Trupps lärmend und provozierend die Straßen durchziehen, Passanten belästigen, politisch Andersdenkende vielfach nicht nur in unflätiger Weise beschimpfen, sondern auch überfallen und verletzen. Es heißt in dem Erlaß: „Dieses Benehmen ist vielfach Gegenstand allgemeinen Anstoßes und droht Umfang und Formen anzunehmen, die im Interesse der öffentlichen Sicherheit nicht geduldet werden können.“ Der Minister fordert alle Behörden und Organe auf, gegen derartige Erscheinungen mit aller Entschiedenheit vorzugehen und bei Verstößen gegen Gesetz und Ordnung mit Nachdruck einzuschreiten. Ein neues antisemitisches Bekenntnis Ludendorffs München (J.T.A.). Das Organ Hitlers „Völkischer Beobachter“ veröffentlicht einen Werbeartikel für die von seinem Hauptschriftleiter Rosenberg herausgegebene „Halbmonatsschrift für die Judenfrage aller Länder“ und druckt in fetter Schrift die folgende Empfehlung Ludendorffs ab: „Ich bin seit Jahr und Tag Leser des „Weltkampfs“ und habe meine Zustimmung zu seiner Haltung dadurch gezeigt, daß ich selbst in ihm einige Zeilen über das jüdische Weltproblem, das heißt die Befreiung aller Völker des europäischen Kulturkreise^ aus den Krallen des jüdischen Volkes, schrieb'... Ich wünsche ihm noch weiteren Leserkreis, denn die Völker werden nicht gesund vor dem Ausscheiden des Judentums“.

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