Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 23 (5.6.1925)
- Date
- 1925-06-05
- Page
- Seite 458 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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458 Das Jüdische Echo Nr. 23 pa und Amerika teil. Die jüdischen und arabischen Läden waren geschlossen. Am Abend wurden der Tradition gemäß in der Nähe des Grabmals große Freudenfeuer angezündet. Der große Tannai Rabbi Meir Baal haness lebte und wirkte im zweiten Jahrhundert. Sein Name ist in der ganzen jüdischen und auch in der arabischen Welt ungeheuer populär. Nach ihm sind die Sammelbüchsen zur Unterstützung der palästinensischen Armen benannt. Sein Grabmal befindet sich in Meron bei Safed und ist ein Wallfahrtsort für Juden und Araber. Eine Tageszeitung der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas Jerusalem (J.T.A.). Am 1. Juni 1925 beginnt in T e 1 - A w i w die neue Tageszeitung der Arbeiterschaft Palästinas „D a v a r“ zu erscheinen. Die Zeitung, die unter der Redaktion von B. Kaznelson steht, wird ein von den Parteien unabhängiges, politisches und literarisches, informatorisches und erzieherisches Organ von großer Reichhaltigkeit sein. Die Zeitung hat sich literarische und politische Mitarbeiter in allen Zentren Europas und Amerikas gesichert und unterhält unmittelbare Beziehungen zu der internationalen Arbeiterbewegung. Die Adresse lautet: Redaktion „Davar“, Tel-Awiw, P. 0. B. 199, Palästina. Eröffnung eines landwirtschaftlichen Museums in Tel Awiw Vor kurzem fand in Tel Awiw die Eröffnung eines Museums für Landesprodukte statt, das von der Handelszeitschrift „Mischar Wetaassiah“ geschaffen wurde. (Erwähnte Zeitung unterhält auch ein Informationsbüro für Handel und Industrie, dem Ing. Seidener, und eine Kolonisationsabteilung, der Dr. S o s k i n vorsteht.) Bei der Eröffnungsfeier sprachen u. a. für den Finanz- und Wirtschaftsrat N a i d i t s c h , für den „Mischar Wetaassiah“ Redakteur Jaffe, für die Exekutive S o k o 1 o w , für die Gemeinde Tel Awiw Dizengoff u. a. Dem Museum wird seitens der Bevölkerung das größte Interesse entgegengebracht, zählte es doch schon während der ersten Wochen mehr als 3000 Besucher, darunter zahlreiche Aaraber. (Ziko.) Übergabe der Strauß-Juwelen an die Lady Samuel Eine Sammlung prachtvoller Juwelen, die Mrs. Nathan Strauß der Hadassah, der amerikanischzionistischen Frauenorganisation, geschenkt hat, wurde von einer Anzahl Mitglieder dieser Organisation um den Preis von 10 000 Dollar, die als Reservefonds für die Hadassah dienen sollen, erworben und Lady Herbert Samuel zum Geschenk gemacht. Die Überreichung dieser Juwelen an die Frau des High Commissioners, die jüngst in Anwesenheit einer großen Zahl von Mitgliedern der Hadassah stattfand', die anläßlich der Universitätsfeier nach Jerusalem gekommen waren, gab Gelegenheit zu einer eindrucksvollen Ehrung der Lady Samuel. Ursprünglich war geplant, daß die Juwelen in Jerusalem bleiben und von der jedesmaligen „ersten Dame des Landes“ getragen werden sollten. Später aber wurde dter Plan dahin abgeändert, daß man den Schmuck zu einer persönlichen Gabe für Lady Samuel bestimmte, „der ersten Frau im modernen Israel, durch die die Prophezeiung der Propheten verwirklicht wurde“. Lady Samuel hat angekündigt, daß sie einen Weg suchen wird, um die Juwelen einer zionistischen Körperschaft zur Verfügung zu stellen. JIIlllll! 1 IÜH 1 11, L„ Feuilleton | "" llllill 1 i ' | Rn Bord des „President Ärfur“ Freitag vor abends begann das jüdische Schiff zu dem Empfang des Sabbath zu rüsten. Die Herren, oder zumindest der größte Teil von ihnen, gingen in die Synagoge. Die Damen entledigten sich aller Geschäfte und machten Toilette für das Sabbathmahl. Das Schreibzimmer, in dem sonst immer sich jemand befand, war jetzt vollständig leer. Auf dem jüdischen Schiff wird am Sabbath nicht geschrieben. Als die Männer von der Synagoge zurückkamen, begrüßten sie einander mit dem trauten „Gut Schabbes“ und nahmen an der langen Tafel Platz. Auch die wenigen Nichtjuden, die sich auf dem Schiff befanden, erkannten, daß heute Sabbath war: die Musik hat nicht gespielt. Die Musiker, lauter jüdische junge Leute, haben ihre Instrumente für vierundzwanzig Stunden beiseite gelegt. Sabbath in der Stadt. Lud als die traditionellen gefüllten Fische von Freitagabend aufgegessen waren, kam von einem der Tische her der Gesang „Baruch Elokenu schebraanu likewodo“ und gab den Auftakt zu den „Semiroth“. Die anderen Tische griffen den Ton begeistert auf, bis der ganze Saal unter dem Gesang erdröhnte. Als die letzten Töne verklungen waren, ertönte nunmehr der chassidische Nigun „Jismechu“. Die ruhigen Semirothtöne der Mithnagdim mußten der zündenden chassidischen Melodie weichen, die weitergesungen wurde, auch als schon die anderen Speisen auf dem Tische standen. So haben sich es Juden Wohlergehen lassen am Freitagabend auf offner See, während das Schiff fest und sicher das Meer durchschnitt, in der Richtung gen Osten, wo die Heimat liegt, der Magnet für jüdische Herzen seit Tausenden von Jahren. Das waren keine gewöhnlichen Semiroth, sondern das Sehnsuchtslied des Liebhabers an die Geliebte: Lecha dodi likrath kallah! * Unsere Reise ist ein schwimmendes zionistisches Bankett. Man hat den Eindruck eines Keren Hajessod-Meeting in einem der reichen Distrikte und wir finden die bekannten zionistischen Führer, die reichen Spender und die große Zahl von Menschen des Geistes, die nirgends fehlen. Die Stimmung ist auch eine gehobene, wie auf einem Bankett. Es ist ein Stück des jüdisch-nationalen Amerika, das ein Bankett feiert auf dem Wege nach Erez Israel abhält. Es ist selbstverständlich, daß die Fröhlichkeit auf dem Schiffe nicht ihresgleichen hat. Auf Schiffen ist die Beziehung unter Menschen gewöhnlich eine kalte. Hier ist es ganz anders. Die meisten Reiseteilnehmer kennen einander und feiern ein Wiedersehen auf dem Schiffe. In einer Stunde sind die Passagiere des „President Artur“ wie eine Familie geworden. Es ist gewiß die erste Reise in der Geschichte des Schiffsverkehrs, das die Reiseteilnehmer so sehr miteinander verbunden werden. Unter den Reisenden befinden sich einige Millionäre. Wenn es wahr ist, daß Geld das Wort hat,