Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 23 (5.6.1925)
- Date
- 1925-06-05
- Page
- Seite 454 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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454 Das Jüdische Echo Nr. 23 mann Scliülein, Frau Recha Stark, Justizrat Dr. Adolf Strauß, Rechtsanwalt Dr. Ernst Wilmersdoerffer. 2. Gruppe: Justizrat Dr. Max FVmchtwanger, Hermann Rosenthaler, Samuel Rothschild, Justizrat Dr. Emil Fraenkel-, Dr. med. M. J. Gutmann, Justin Lichtenauer, Bernhard Lustig, Dr. Julius Siegel. Als Ersatzleute werden vorgeschlagen: Für die Gruppe 1: Dr. Ernst Loeb, Louis Picard, Walter Weiß, Frau Elisabeth Kitzinger, Ingenieur Hugo Sternberger, Dr. Hans Schindler, Fritz (Siegfried) Weil, Justizrat Dr. Siegbert Dreifus, Berthold Wolff, Frau Alice Marx, Martin Ballin, Leopold Lehmann, Frau Irma Eßlinger, Dr. Michael Siegel, Leo Friedsam, Dr. Franz Gutmann. Für die Gruppe 2: Viktor Löwenstein, Arthur Wechsler, Uritzbi Ascher. Für die Gruppe 3: Jakob Fraenkel, Amtsrichter Dr. Schäler, Dr. med. Berthold Weiß, Frau Dr. Grete Weihl, Dr. Leo Feuchtwanger. Innerhalb der einzelnen Gruppen sollen die Ersatzleute nach der Reihenfolge ihrer Nummern in die Gemeindevertretung einrücken. prägnanten Worte zusammengefaßt, daß in Bayern kein anständiger Mensch seines Lebens mehr sicher sei. Das unerhörte Treiben des Hakenkreuzlertums, der Straßenterror der Hitlerleute, alles spezifisch bayerische Erscheinungen, die die Verantwortlichen selbst gezüchtet haben, das waren die Ursachen für den Niedergang des bayerischen Fremdenverkehrs. Und gar manche Herren, die in der Handelskammer sitzen, haben mit diesem politischen Rowdytum sympathisiert und Beziehungen unterhalten, ebenso wie gar manche Hoteliers und Gaststätteninhaber, die nachträglich lange Gesichter machten, als der Radauantisemitismus ihnen das Geschäft gründlich verdorben hatte.“ Der bayerische Kultusminister gegen die völkische Hetze (J.Z.). Anläßlich der Debatte zum Kultusetat im bayerischen Landtag wandte sich Kultusminister Dr. Matt gegen die völkische Bewegung. Er erklärte als Ursache für die mangelnde Schulzucht vor allem die Teilnahme der Schüler an vaterländischen Vereinen, durch die der sogen. siSL- SÄ' j j/■■ Palästina Palmengruppe Aus der iüdischen Welt Die Münchener Handelskammer und der Fremdenverkehr in Bayern. Die Münchener Handelskammer fordert in einer Entschließung zur Hebung des bayerischen Fremdenverkehrs u. a. Beseitigung aller Sondersteuern für das Gastwirtsgewerbe. Ferner erklärt sie, daß die politischen Verhältnisse in Bayern nunmehr gefestigt seien, so daß die Ausländer nicht mehr zu befürchten hätten, durch Streiks oder Unruhen belästigt zu werden. Zu dieser Erklärung bemerkt die „Münchner Post“: „Es ist doch eigenartig, daß die Münchener Handelskammer es nicht fertig bringt, das Kindlein beim rechten Namen zu nennen. Durch Streiks ist der Fremde in München noch nie belästigt worden. Auch war niemals ein Streik die Veranlassung, daß Bayern von den Fremden gemieden wurde oder daß die Fremden fluchtartig die gastliche weißblaue Ordnungszelle verließen. Die wahren Gründe sind schon wiederholt, auch von amtlicher Stelle dargelegt worden. Der jetzige bayerische Ministerpräsident hat sie einmal in die Hitlergeist und der Antisemitismus bis in die untersten Klassen der Mittelschulen seine Verbreitung fände. Der staatenlose Hitler München (J.T.A.). Die österreichische Regierung hat Adolf Hitler auf seinen Antrag die Zugehörigkeit zum österreichischen Staat aberkannt. Da Hitler auch die bayerische Staatsangehörigkeit noch nicht besitzt, ist er formell zur Zeit staatenlos, Hakenkreuzler besudeln das Denkmal Ludwig Franks Berlin (J.T.A.). Dem „Israelitischen Familienblatt“, Hamburg, wird aus Mannheim geschrieben: Vergangene Woche wurde nachts das Denkmal von Ludwig Frank, das erst vor ein paar Monaten enthüllt worden war, von Bubenhänden mit roter Farbe bemalt. Trotz eifriger Nachforschung sind bis jetzt der oder die Täter noch nicht ermittelt. Es sollte dies scheinbar eine Rache sein für den mißglückten Stahlhelmtag, der ein paar