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Das jüdische Echo · 1925-06-05 · 23 (5.6.1925) · p. Seite 450

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
23 (5.6.1925)
Date
1925-06-05
Page
Seite 450 (sequence 10)
Language
German
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450 Das Jüdische Echo Nr. 32 5, Abs. 2; e) Abänderung des Artikels 21 (Erhöhung der Zahl der Ratsmitglieder von 35 auf 37); 12. Beschlußfassung über die Grundsätze für die Anstellung besoldeter Beamter (Verfassungsartikel 30). * Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat eine Stellungsvermittlung eingerichtet, durch die Gemeinden, welche Lehrer oder Kultusbeamte suchen, solche nachgewiesen erhalten können und umgekehrt Beamten, die Stellen suchen, geeignete Vakanzen zur Verfügung gestellt werden können. Alle Beamten, die Stellen suchen, werden ersucht, dies beim Büro des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Berlin N. 24, Oranienburgerstr. 29, anzumelden. Beizufügen ist ein kurzer Lebenslauf, der über die Vorbildung und bisherige Tätigkeit des Bewerbers Aufschluß gibt, Art der gesuchten Beschäftigung, ferner beglaubigte Zeugnisabschriften, Familienstand, verheiratet oder unverheiratet, Zahl der Kinder, Gehaltsansprüche und sonstige Wünsche. Die Gemeindevorstände werden ersucht, etwaige Vakanzen bei der gleichen Stelle anzumelden und hierbei die näheren Bedingungen der Anstellung anzugeben, insbesondere Höhe des Gehalts, Vorhandensein freier Amtswohnung, Art der Tätigkeit. Die Vermittlung erstreckt sich auch auf Aushilfetätigkeit, insbesondere an den hohen Feiertagen. Die jüdische Schulfrage in der Berliner jüdischen Gemeinde Die ersten jüdischen Schulen Ostern 1926. — Der Vorsitzende der liberalen Vereinigung für Deutschland für die jüdische Schule. Die Sitzung der Berliner Repräsentantenversammlung vom 14. Mai war ausgefüllt von einer großzügigen Schulde batte, deren Inhalt in der Hauptsache von den Vertretern der V olks- Partei bestritten wurde. Voran gingen einige geschäftliche Mitteilungen, aus denen insbesondere eine Mitteilung des Vorstandes Hervorhebung verdient, in der er dem Beschlüsse der Versammlung wegen der Überweisung von Unterstützungen an jüdische Büchereien eine Deutung gibt, die dem von der Versammlung gewollten Sinne widerspricht. Während die Repräsentantenversammlung die Unterstützung des judaistischen Institutes der Jerusalmer Hebräischen Universität in ihrem einstimmigen Beschlüsse besonders hervorheben wollte, ist dem Gemeindevorstand gerade diese besondere Hervorhebung nicht besonders sympathisch. Demgemäß stellte Dr. Klee unter Zustimmung der gesamten Versammlung fest, daß ein Gemeindebeschluß nicht zustande gekommen ist und daß die Angelegenheit zunächst in der Schwebe bleibt. Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München Tel 2<)542 Ledc-erstr. 12 Die Schuldebatte wurde eingeleitet durch eine Anfrage des Herrn W o 1 p e nach dem Stande der Reorganisation des Religionsschulwesens. Die Vertreter des Vorstandes mußten zugeben, daß jede Reform des Religionsschulwesens Stückwerk bleiben müsse und so war es durchaus gegeben, daß der Führer der Volkspartei, Dr. Klee, die Aussprache auf die Errichtung eigener jüdischer Schulen überleitete. Er verlangte, daß bei den Notwendigketien des jüdischen Lebens der Gemeindevorstand nicht halt machen sollte vor den Bedenken irgendwelcher behördlicher Stellen. Die jüdische Schule bedeutet für das Judentum eine Lebensnotwendigkeit, die heute nicht mehr hinwegdiskutiert werden könne. Er glaube auch nicht daran, daß die Bestellung eines Schulinspektors das Schulwesen retten könne. Die Kernfrage sei eine Lehrerfrage. Würde man in der Gemeinde eine Abstimmung über die jüdische Schule vornehmen, dann würden zweifellos viele Tausende von Gemeindemitgliedern sich f ü r die Schule entscheiden. Die Renaissance der hebräischen Sprache werde von den Zionisten als ihr Verdienst erachtet und sie nehmen nunmehr als Verdienst für sich in Anspruch, den Gedanken an eigene jüdische Schulen solange in die Geister zu hämmern, bis er Wirklichkeit geworden sei. In den Reihen der liberalen Repräsentanten erregte es eine gewisse Verwunderung, als der Vorsitzende der liberalen Vereinigung für Deutschland, Rechtsanwalt Heinrich Stern, auch von seinem Standpunkte aus und aus seinen Erfahrungen als Vater schulpflichtiger Kinder eine warme Verteidigungsrede für die jüdische Schule hielt. Von volksparteilicher Seite verlangte Herr Goslar die Einbeziehung eigener höherer Lehranstalten in das Schulprogramm der Gemeinde. Gegenüber den vielfachen Erklärungen aus der Versammlung sah sich der Vorsitzende des Schulvorstandes, Herr Moritz Rosenthal, zu der Zusicherung genötigt, daß b i s Ostern 1926 die ersten jüdischen Schulen in Berlin begründet sein werden. Diese Erklärung des Gemeindevorstandes stellt einen wichtigen Akt in der Schulpolitik der Gemeinde dar. Ein wesentlicher Punkt aus dem Programm der Volkspartei ist damit seiner Verwirklichung nahe gerückt. Man darf ohne weiteres sagen, daß dieser bedeutsame Erfolg ohne das jahrelange Wirken der Volkspartei in der Gemeindeverwaltung nicht eingetreten wäre. Man wird sich erinnern, daß gerade die Forderung nach der jüdischen Schule von den Gegnern der Volkspartei und der Zionisten in der Agitation in bedeutendem Maße verwertet worden ist. Wenn heute bis weit in die Kreise der Liberalen sich die Einsicht Bahn gebrochen hat, daß ohne eigene jüdische Schulen die Erziehungsarbeit am kommenden Geschlecht nicht zu leisten ist, dann darf die Volkspartei und dürfen die Zionisten mit den Früchten ihrer Aufklärungsarbeit durchaus zufrieden sein. In der geheimen Sitzung lag die Vorstandsvorlage vor, als zehntes Mitglied der Berliner Gemeinde in den Rat des Landesverbandes Herrn Eugen Caspary zu wählen. Die Volkspartei hatte an sich nichts dagegen einzuwenden, daß der bewährte Leiter des Wohlfahrtsamtes in die Exekutive des Landesverbandes entsandt werde, um dort; für die soziale Tätigkeit des Verbandes zu wirken. Die Volkspartei war jedoch der Meinung, daß ihr nach dem Ergebnis der Wahlen außer den bereits zugestandenen Mandaten ein weiteres

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