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Das jüdische Echo · 1925-06-05 · 23 (5.6.1925) · p. Seite 448

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
23 (5.6.1925)
Date
1925-06-05
Page
Seite 448 (sequence 8)
Language
German
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448 Das Jüdische Echo Nr. 23 zu prügeln. — Auch der zweite Zeuge, der Jassyer Universitatsprofessor Dr. S u m u 1 e a n u, schildert Codreanu als großen Patrioten. Zahlreiche einvernommene Studenten sagen ebenfalls für den Angeklagten sehr günstig aus und bezeichnen ihn als den berufenen Führer der rumänischen Studentenschaft. Die Richter erhielten zahlreiche Drohbriefe, meist von Frauen, in welchen ihnen im Falle einer Verurteilung der Tod angekündigt wird. Während der erste Tag des Prozesses gegen den Mörder Codreanu in Turn-Severin ruhig verlief, kam es am zweiten Tage zu einem Zusammenstoß zwischen Anhängern Codreanus und der Gendarmerie. Die Demonstranten versuchten, in die Strada Traian, wo sich die meisten jüdischen Geschäfte befinden, vorzudringen, wurden jedoch von Polizei und Gendarmerie daran gehindert. Es wurden einige Verhaftungen vorgenommen. Der Zeuge Universitätsprofessor Sumuleanu, ein Freund des Antisemiten Cuza, erklärte die Erregung der Studentenschaft damit, daß an der Jassyer Universität die Juden 80 Prozent der Studentenschaft ausmachten. Er erzählt ferner, daß die Studenten von Mancius Polizisten so schwer mißhandelt wurden, daß einer an den Folgen starb. Codreanu sei idealer Charakter und ein Menschenfreund bis zur Selbstverleugnung. Alle Anwesenden wunderten sich, wie ein Universitätsprofessor solche handgreifliche Unwahrheiten vor Gericht erzählen könne. Der Student Marcu sagte aus, die Jassyer Juden sammelten Geld für die Polizei. Manciu sei Ehrenmitglied des jüdischen Studentenverbandes „Makkabi“ gewesen. Bukarest. (J.T.A.) Der Student Corneliu Codreanu, der den Jassyer Präfekten Manciu ermordet hat, weil er die jüdischen Studenten vor Angriffen seitens ihrer christlichen Kollegen geschützt, hat, wurde vom Gericht in Turn-Severin freigesprochen. Der Gerichtssaal bot das Bild einer hemmungslosen antisemitischen Orgie, an der sich die Richter, die Schöffen, die Verteidiger, die Zeugenschaft und die Zuhörer beteiligten. Richter und Verteidiger wurden von den anwesenden Damen mit Blumen überschüttet. Der Mörder Codreanu wurde von den Studenten im Triumph aus dem Gerichtssaal und durch die Stadt getragen. Über den Verlauf des Prozesses ist noch nachzutragen: Die Witwe des ermordeten Präfekten Manciu, die vor Gericht als Privatbeteiligte erschienen war, wurde fortwährend von Studenten und Verteidigern beschimpft, ohne daß der Präsident des Gerichtshofes Anstalten traf, sie zu schützen. Sie 'mußte schließlich die Stadt verlassen, nachdem sie das folgende Schreiben an den Präsidenten des Gerichtshofes gerichtet hat: „Niedergedrückt von meinem großen Schmerz bin ich nicht in der Lage, den Verhöhnungen und Feindseligkeiten der Verteidigung und eines Teiles des Publikums länger Stand zu halten. Ich verlasse Turn-Severin und bevollmächtige den Advokaten Costaforu mit meiner Vertretung.“ Als Costaforu die antisemitische Bewegung in Rumänien zur Sprache brachte, wurde er vom Präsidenten unterbrochen und von Cuza und seinen Anhängern unablässig beschimpft. Costaforu führte aus: Was wird aus Rumänien werden, wenn in den Herzen der Jugend die Ansicht Wurzel faßt, daß Mord zum Ruhme führt. Die Freisprechung des Angeklagten wird zu neuen Morden Mut geben. Zwischen Nationalismus und Antisemitismus ist ein himmelweiter Unterschied. In dem heutigen Großrumänien mit seinen drei bis vier Millionen Minoritäten-Bürgern hat der Antisemitismus keinen Platz. Die Juden können und wollen dem Vaterlande viel nützen. Ich selbst bin stolz darauf, einen Juden zum Schwiegersöhne zu haben. Costaforu iiest aus den Akten eine Erklärung Codreanus vor, daß das Judenproblem nur durch.Eliminierung aller Juden gelöst werden könne, es müsse nur eine mutige Regierung kommen. Dieser gefährliche Antisemitismus kann zu Pogromen führen; es hat sich gezeigt, daß sich auch unser tolerantes Volk durch Hetzer zu Pogromen hinreißen ließ. Hier unterbrach der Vorsitzende den Advokaten mit der Feststellung,' daß in Rumänien niemals Pogrome stattgefunden haben. Costoforu sagte: Doch, es waren Pogrome. Der Präsident geriet in Erregung und forderte die im Saale anwesenden Journalisten auf, zu schreiben, daß in Rumänien niemals Pogrome waren. Er verbot dem Advokaten, weiter in dieser Weise fortzufahren und vor allem statistische Daten zu bringen. Der Advokat mußte seine Rede unterbrechen, er rief in den Saal: „Ihr alle hier seid Antisemiten und wollt darum die Wahrheit nicht hören.“ Costaforu wurde so sehr bedroht, daß er noch am selben Tag nach Bukarest abreisen mußte. Die Urteilverkündigung geschah in seiner Abwesenheit. Die Kunde vom Freispruch Codreanus hat unter der antisemitischen Studentenschaft aller Universitäten großen Jubel hervorgerufen. Die Bukarester nationalistischen Studenten veranstalteten Freudendemonstrationen. Völkisches Schulprogamm „Alle Wissenschaften sind der deutschen Jugend nur durch deutschblütige Lehrer zu vermitteln.“ Völkisches Interesse für den jüdischen Religionsunterricht. In einem Aufsatz „D ie völkische Bewegung und die Schule“ stellt das Deutsche Tageblatt“ (Nr. 126 v. 31. 5. 25) zunächst fest, daß der völkischen Bewegung unzweifelhaft das große Verdienst gehört, nach dem deutschen Zusammenbruch alle aufbauenden Kräfte gesammelt zu haben. Eine der brennendsten Fragen für die völkische Bewegung sei die Schul- und Erziehungsfrage. Dann wird Klage geführt: „Die höheren Schulen und Hochschulen stehen fast ganz unter jüdischem Einfluß. Die Zahl der jüdischen und jüdisch versippten Lehrer wird immer größer, die Überflutung der höheren Schulen mit jüdischen Schülern immer gewaltiger. Schon vor dem Kriege betrug der Anteil des Judentums an dem Besuche der höheren Schulen Berlins nahezu 70 Prozent. Die marxistischen Lehren, die nach der Revolution in großer Zahl eingedrungen sind, leisten dem Judentum Handlangerdienste. Im Unterricht wird deutscher Geist und deutsche Größe verächtlich gemacht und zu Boden getreten und dem internationalen jüdischen Geist, dem Marxismus, der Völkerverbrüderung werden die Tore weit geöffnet. Vergiftung der deutschen Jugend!“ Auch nach der Volksschule habe der Jude seine Hand ausgestreckt, „um sie in den Dienst seiner Welteroberungspläne zu stellen, um das deutsche Volk geistig zu unterjochen und in eine dienende Stellung zu zwingen“. „Man denke ferner nur an den Religionsunterricht, an die Behandlung des Alten Testaments und man wird zugeben

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