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Das jüdische Echo · 1925-05-29 · 22 (29.5.1925) · p. Seite 433

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
22 (29.5.1925)
Date
1925-05-29
Page
Seite 433 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 433 dik einen Raubmord begangen haben. Die Mörder wußten, daß Bendik Nationalfondsgelder und die ihm von seinem Onkel aus Amerika für die Reise nach Palästina geschickten 40 000 Lei als Reisespesen bei sich trug. Um nun nicht als gewöhnliche Raubmörder zu erscheinen, haben die Mörder ihn kommunistischer Umtriebe beschuldigt. Die Zeitung „Adeverul“ erfährt: Die gesamte öffentliche Meinung Beßarabiens schreibt der Sigurtantza Mordabsicht zu; die Advokatenkammer von Kischenev teilt diese Ansicht und stützt sich auf die Tatsache, daß die berufenen Behörden die unwürdigen Elemente, die mit dem Verbrechen im Zusammenhänge stehen, schützen, statt sie abzuschütteln. Man ist gar nicht bestrebt, ernstlich die nötigen Erhebungen zu pflegen, man sucht jede Möglichkeit einer sachlichen Beweisführung zu vereiteln und nimmt der Familie das Recht, sich in der im Gesetze vorgesehenen Art um den Fall zu interessieren. Aus diesem Grunde erblickt die öffentliche Meinung Beßarabiens im Vorgehen der Behörden im Falle Bendik ein System. Feuilleton Manfred Sturmann / David In wogenden rufenden Nächten Schuf mich der Ewige. Nieder aus grauen Gewittern Tauchte sein Mund, mich zu beleben. Und Er raubte dem Licht einen Kranz, Mich zu umwinden. Und ich sank auf die taumelnde Erde Und wurde ihr Sohn. Regen, nimmer verrauschende, Goß in mein Blut Er. Löwen bewachten zur Nacht Meiner Lieblichkeit Schlaf. Und es umwuchsen mich bebende Lilien, So der Morgen den Bergen entstieg. Der Ewige führte mich Durch meiner Kindheit Gebirg. Und es geschah, daß der Mund eines Greises Stumm meine Hände berührte. Und die alternden Frauen im Feld Schenkten mir Blumen und Ähren, Wissend, daß ich zu Großem bestimmt.. Der Ewipe schnitt einen Stern In meine Stirne, Daß ich ein Führender sei In Mitten des Volks. Merket auf, die Ihr in Trümmern hockt, Ihr Gaukler und Fahrer, Ihr Bettler und Greise! Hört mich, Ihr Fürstensöhne! Ihr dunklen Töchter Jerusalems: Hasset Ihr mich, so Ihr mir nachschaut, Da ich zu Abend heimwärts treibe Meine Tiere? Hasset Ihr mich, so Ihr SpoGlieder singt? Wisset: Silberne Quellen wuschen die Lenden mir, Da ich verließ den Schacht meiner Mutter, Und eine jauchzende Taube Senkte den Flug, zu küssen meine Geburt. Ich will Euer neidendes Auge nicht sehen, Ich will Eure höhnenden Lieder nicht hören! Mein Ohr ist mit Wachs verschlossen, Mein Auge von Schatten verhängt: Neiget Euch zu mir Verirrte, Reicht mir die Hände, so Ihr sündig seid, Schüttet die Seele aus, so Ihr Schändliches tragt! Ich beuge mich nieder in Eure Grüfte, Euch zu erhören, Ich breite die Arme gleich Torflügeln aus, Euch zu empfangen . . Ich bin ein Knabe nur, Doch der Liebling des Ewigen! Er trug meine Kindheit Empor zu den Sternen, Er hauchte mir Leben ein, Lächelnd empfing es mein Mund! Goliath schlug ich, Krieger hießen mich: Vater! Saul hirnte nach Tod und liebte mich so; Denn meine Lieder machten ihn heiter, Daß er nach Festen rief und auf sah zur Sonne. Jonathan fiel auf den Höhen von Israel, Mein Jonathan! Mein Bruder! Unser Spiel ist zerbrochen, Unser Band ist gelöst! Ich denke Dein, mein Bruder Jonathan, Wenn die Sonne aufgeht und wenn sie versinkt, Wenn Stürme die Länder zerschlagen, Und Regen die Monde verschließen! Jonathan fiel auf den Höhen von Israel! Was seht Ihr mich an, Ihr Töchter Jerusalems, Was höhnt Ihr, Nichtstuer auf den Märkten? Was seid Ihr gram meinem Saitenspiel? Hasset mich nicht, ich bin das Kind Gottes! Nennet mich: Bruder! Ich liebe Dich, mein Israel, Du ewig Seiendes, Du Falte in der Stirne Gottes: Laß mich ausgießen meine Seele vor Dir, Laß Deinen Knecht singen vor Deinem Antlitz! Mein SpieE sei Wohlklang dem Herrn, Mein Spiel ein Jubeln der Tauben: Singen will ich dem Ewigen, Dem Gotte Jakobs! Er segne die Stämme Israels, Er wende sein Antlitz ihm zu, Er gebe ihm Frieden!

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