Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 22 (29.5.1925)
- Date
- 1925-05-29
- Page
- Seite 423 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 423 In der „Allgemeinen Fleischer-Zeitung“ (Nr. 115 v. 18. V.) erwidert hierauf Herr Hermann Hübner (Ehren-Altmeister und öffentlich angestellter Sachverständiger bei der Berliner Handelskammer, gerichtlich und polizeilich vereidigter Sachverständiger im Schlächter- und Fleischergewerbe, Charlottenburg, Grolmanstr. 14): „Der Artikel in der Fleischer-Verbandszeitung ist geeignet, Laien irre zu führen, aber nicht einen erfahrenen und praktischen Fachmann. Ich •bemerke: die sämtlichen heutigen Schlachtmethodaß bei schweren Rindern, hauptsächlich Bullen, und schweren Schweinen hin und wieder mal ein Fehlhieb vorkommt, wo das Tier nicht gleich bei dem ersten Hieb betäubt wird, sondern erst bei dem nächstfolgenden. Ebenso liegt die Sache beim Erschießen und beim Schlagbolzen. Auch kann beim Abstechen der Schlachttiere mal ein Fehlstich Vorkommen, so daß das Tier statt in der Herzgrube unter der Rippe gestochen wird. Und nun möchte ich den betreffenden Herrn fragen: Kommt ein Fehlschnitt bei dem koscheren JggSgr*. k' tim Z.&tZ V nn -- 4 •>- i\ Denkmäler auf dem alten jüdischen Friedhof in Prag den, wenn sie sicher und gut ausgeführt werden, sind alle gut und zum größten Teil schmerzlos. Wenn der betreffende Herr nur die Betäubung der Schlachttiere beim Schlachten hervorhebt und nachher den Stich, so kommt noch in Frage der Schächtschnitt und der Schuß. Welcher von diesen drei Methoden ist der Vorzug zu geben? Der Vorzug gebührt derjenigen Methode, wo beim Schlachten der Tiere kein Fehlhieb und kein Fehlschnitt vorkommt. Diejenige Methode, wo alle Fehler wegfallen, ist die beste. Es wird jedem .erfahrenen und praktischen Schlächter schon passiert sein und wird auch heute noch passieren, Schlachten auch vor? Das wird der betreffende Herr unbedingt verneinen müssen, selbst wenn er die heutigen Schlachtmethoden nicht richtig beurteilt hat. Ich bemerke, daß bei der koscheren Schlachtung der Schächtschnitt immer sicher ist und ebenso ist er auch der schnellste und sicherste Tod des Schlachttieres. Was die Tierquälerei in der koscheren Schlachtmethode anbetrifft, z. B. das Fesseln der Schlachttiere, so werden dabei die beiden Vorderfüße durch Kette und durch Strick nur mäßig gefesselt werden, so daß das Tier trotz der zusammengefesselten Vorderbeine nochbequem stehen kann; hierauf wird die