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Das jüdische Echo · 1925-05-22 · 21 (22.5.1925) · p. Seite 410

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
21 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
Seite 410 (sequence 18)
Language
German
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410 Das Jüdische Echo Nr. 21 Palästina im Film Der neue Palästinafilm in Nürnberg und München. Am Sonntag, den 24. ds. vormittags 10Lj2 und ll;}/4 Uhr finden im Wellkino, Nürnberg, Josefplatz 10, zwei Vorführungen des neuesten Palästina-Films statt, der von den beiden Hauptbüros des Keren-Kajemetb Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) und Keren-Hajessod (Palästina-Grundfonds) in Jerusalem, gemeinsam hergestellt wurde. Der Film, der hier vorgeführt wird, zeigt das Leben im jüdischen Lande, in Palästina. Die Bilder sind nicht Konstruktion einer Regie, sondern frisches wahres Alltagsleben. Das Ganze ist von Sonne übergossen und atmet heißes, frohes Leben. Lachende Kindheit, freudige Arbeit, Zuversicht und Erfolg in der Überwindung größter Schwierigkeiten sind der spürbare Eindruck der Szenen und Bilder. Gestern eine Sandwüste, heute ein Orangenheini; gestern noch ein Sumpf, heute ein Mandelgarten. Auf Motorpflügen sitzen lachende Jungen, Mädchen hantieren im Viehstall und Hühnerhof, wir sehen die städtische Siedlung und die Entstehung des monumentalen Werkes unserer Tage, der Hebräischen Universität auf dem Scopusberge. Der Palästina-Film dichtet nichts hinzu, er zeigt die Dinge wie sie sind. Tapfere jüdische Menschen schaffen, leiden und geben ihr Bestes hin, damit Palästina so ist, wie wir es am Sonntag auf der Leinwand sehen werden. Sie geben uns ein Judentum, das uns stolz und frei macht. — Zweifellos wird auch die jüdische Bevölkerung Nürnbergs ein reges Interesse daran haben, all diese Dinge mit eigenen Augen zu sehen. Da wir auf eine starke Beteiligung rechnen, empfiehlt es sich, rechtzeitig Karten im Vorverkauf bei T i e t z Buchabteilung, B u 1 k a, Jakobstr. 20 und Buchhandlung Ida Dormitzer, Luitpoldstr. 13 zu beschaffen. In M ii n chen wird der Film in der ersten Juniwoche zur Vorführung kommen. Über die Vorführung des neuen Filmes im Hotel Adlon, Berlin, berichtet die „Frankfurter Zeitung“: Das Präsidium des Jüdischen Palästinawerkes (Keren Hajessod) hatte gestern die Vertreter der Presse ins Hotel Adlon eingeladen, um einen neuen Palästinafilm vorzuführen. Der Veranstaltung wohnten auch die Vertreter des Auswärtigen Amtes und anderer Ministerien bei. Der dreiteilige Film gewährte einen interessanten Einblick in die Aufbauarbeit, die in Palästina von der Zionistischen Organisation geleistet wird. Alle Zweige der landwirtschaftlichen Arbeit, die auch in Palästina zur Grundlage der Kolonisation dient, und der im Zusammenhang mit der Landwirtschaft bleibenden, weitverzweigten industriellen Tätigkeit wurden im Film vorgeführt. Man gewann ein anschauliches Bild aus dem in 40jährigem Ringen Geleisteten. Allerdings ließ die Vorführung nur ahnen, wie schwer die Arbeit ist, die den jüdischen Einwanderer in Palästina erwartet; um so mehr wurde man bestärkt in dem Eindruck, daß von der Zionistischen Organisation in Palästina kulturelle Werte geschaffen werden, die nur zähe und unverdrossene Arbeit einem lange vernachlässigten Boden abgewinnen kann. „Neue Eindrücke aus Palästina44 Eine Schekelaktion der Münchener Zionistischen Ortsgruppe. Am Donnerstag, den 14. Mai veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe München eine Schekelaktion, um den Münchener Zionisten Gelegenheit zu geben, einen Schekel zu kaufen und damit das Wahlrecht zum Kongreß zu erwerben. Im Saale des Kunstgewerbehauses fand ein Vortrag statt mit dem Thema „Neue Eindrücke aus P a 1 ä s t i n a“. Als Referenten waren die Herren Jakob Reich, Dr. M. J. G utma n n und Robert Beer ausersehen, welche soeben von einer Palästinareise zurückgekehrt sind. Herr Jakob Reich war leider durch Krankheit am Erscheinen verhindert. Der große Saal des Kunstgewerbehauses war überfüllt. Die Anwesenheit einer großen Zahl von Nichtzionisten bewies, wie tief das Interesse an Palästina in alle, auch bisher indifferente jüdische Kreise gedrungen ist. Nach einigen einleitenden Worten von Herrn Lichtenauer ergriff Herr Rober(t Beer das Wort. Er betonte, daß er in den 16 Tagen, die er Gelegenheit gehabt hatte, im Lande zu verweilen, kein „Kenner“ Palästinas habe werden können, daß er vielmehr in dieser kurzen Zeit lediglich Eindrücke habe sammeln können, Eindrücke aber in so großer Zahl, daß es unmöglich sei, an einem Abend über alles zu berichten. Er beschränkte, sich daher vorerst auf einen Bericht über die Stadt T e 1 - A w i w , die er mit einer Reihe vortrefflicher Lichtbilder den Zuhörern vor Augen führte. Besonders betonte er, daß trotz mancher viel bekannter Nachteile Tel-Awiw auf den aus dem Galuth kommenden Touristen einen ganz gewaltigen Eindruck mache, weil man erst an Ort und Stelle sehen könne, was in Tel-Awiw durch jüdische Arbeit geleistet worden ist und was es bedeutet, im jüdischen Lande in einer jüdischen Stadt zu sein, in der alle Menschen, auch Arbeiter, Beamte, Schutzleute usw. nur Juden sind. Auch meinte der Redner, daß die Tatsache, daß die hebräische Sprache in Tel- Awiw nur verhältnismäßig langsame Fortschritte mache, nicht allzu tragisch zu nehmen sei; die jetzige Generation sei eine Übergangsgeneration die neue Generation aber, die Schulkinder, sprechen bereits fließend Hebräisch. An den Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte, von Dr. M. J. Gutmann geleitete Diskussion an. Die zahlreichen Fragen, die hauptsächlich von Nichtzionislen an Dr. Gutmann gerichtet wurden, bewiesen das rege Interesse der Zuhörer. Dr. Gutmann berichtete über die Organisation des Siedlungswesens, über die Stadtverwaltung von Tel- Awiw, über den großen Eindruck, den die Feier des Schabbath auf den Besucher macht, über Industrie, Polizei, Verkehr, Klima, hygienische Verhältnisse und noch eine Menge anderer Einzelfragen. Besonderen Reiz empfing die Diskussion durch die in hebräischer Sprache gehaltenen Ausführungen einer Palästinenserin, Frl. Schifra C h e ik i n , die tags zuvor zu kurzem Aufenthalt in München eingetroffen war. In einer Pause richtete Herr Lichtenauer in einer zündenden Ansprache an die Versammelten die Aufforderung, durch Zeichnung des Keren Hajessod und durch Kauf eines Schekels auch ihrerseits zum Aufbau Palästinas und zur Verbreitung des Zionismus beizulragen. Der Abend kann als ein entschiedener Erfolg im Münchener zionistischen Leben bezeichnet werden. Am Montag, den 25. Mai wird eine Fortsetzung stattfinden mit einem einleitenden Vortrag über die landschaftlichen Schönheiten Palästinas, die Kolonien und die Einweihung der Universität in Jerusalem. -t-r.

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