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Das jüdische Echo · 1925-05-22 · 21 (22.5.1925) · p. Seite 405

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
21 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
Seite 405 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 405 Macht der jüdischen ethischen Ideen im Leben der Menschheit, ich glaube an das jüdische nationale Gewissen. Dieser Glaube beeinflußt meine ganze praktische Arbeit, die mehr in jüdischen Dingen sich auswirkt, wenn auch noch immer im Geiste allgemeinen Menschentums. Seit dem Kriege habe ich des öfteren Palästina besucht und habe zu der Arbeit in diesem Lande ein inneres Verhältnis gewonnen. Ich bin Vizepräsident der B n e Benjamin, einer Organisation junger jüdischer Bauern in Palästina. Diese jungen Bauern sind gleich mir des Glaubens, daß das jüdische Problem nicht allein durch physische Siedlungstätigkeit gelöst werden könne; sondern daß die Siedlungsbewegung parallel mit einem geistigen Erwachen vor sich gehen müsse. Außerhalb des Rahmens der Fels-Stiftung hat Mrs. Fels für die Bne Benjamin-Bank 40 000 Dollar, für den Aaronsohn-Landwirtschaftsfonds 10 000 Dollar gestiftet. Mrs. Fels hat während ihrer letzten Anwesenheit in Palästina ein Grundstück auf dem Skopusberge in der Nähe des Universitätsgebäudes, ferner 10 000 Dünam Boden auf dem Berge Karmel in Beisan in der Nähe des Jordantales und in Chedera käuflich erworben. Keren Hajessod im Monat März Der Keren Hajessod hat im abgelaufenen Monat beinahe £ 60 000 aufgebracht, eine Rekordeinnahme, wie sie bisher nur einmal erzielt worden ist, und zwar im Mai 1923, der es sogar auf rund £ 66 000 gebracht hat. An diesem Eingang sind die Vereinigten Staaten mit £ 33 500 beteiligt, die somit den Ausfall für Februar gedeckt und für März den vollen Beitrag von 100 000 Dollar beigesteuert haben. An zweiter Stelle kommt Deutschland mit fast £ 5000 und dann Rumänien und Polen mit je £ 4000, Südafrika 3000 und Kanada 2000. Das KH-Direktorium weist in einem an die KH- Komitees gerichteten Rundschreiben auf diese schönen Eingänge hin, lenkt aber auch die Aufmerksamkeit darauf, daß die gesteigerte Alijah ein starkes Überschreiten des für diesen Zweck festgesetzten Budgets zur Folge hatte. In den fünf ersten Budget-Monaten, d. h. bis Ende Februar, wurden für die Alijah £ 6 500 mehr ausgegeben, als im Budget vorgesehen. Da auch in den nächsten Monaten mit erhöhten Ausgaben für die Alijah zu rechnen ist, so dürften mindestens £ 12 000 für das laufende Jahr an Nachforderungen erforderlich sein. Diesen so überaus wichtigen Ansprüchen wird man nur dann nachkommen können, wenn die KH-Eingänge auch während der nächsten Monate auf der entsprechenden Höhe bleiben werden. Der Keren Hajessod hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Kongreß einen Gesamteingang von zwei Millionen Pfund Sterling zu erzielen, was nur dann gelingen wird, wenn in den Monaten April bis August der monatliche Eingang nicht unter £ 50 000 sinkt. (Ziko) VERSICHERN SIE LEBEN UND EIGENTUM VersicherungsgeschMft Dr. Ettinger, Agnesstr. 47, Telefon 31792 Aus der jüdischen Welt Die Völkischen geben ihre „unfaire“ Kampfesweise zu Berlin (J.T.A.). Das „I) eutsche Tageblatt“ Reinhold W u 11 e s veröffentlicht in seiner letzten Nummer einen antijüdischen Hetzartikel, in welchem u. a. gesagt wird, „Frankreich, das ausführende Organ des Weltjudentums, hat es durchgesetzt, unser Deutschland an seinen fast überall natürlichen Staatsgrenzen zu verstümmeln.“ Dann heißt es: „Unsere von der Judenpresse so sehr geschmähte und verschrieene völkische Werbung behält selbst dann noch einen Grundbestandteil von öffentlicher Berechtigung, wenn sie mit sonst als „unfair“ geltenden Mitteln arbeitet.“ Antisemitische Lügen über das Denkmal für die jüdischen Gefallenen in München Berlin (J.T.A.). Als zu Beginn dieses Jahres auf dem jüdischen Friedhofe in München ein Denkmal für dort ruhende Gefallene des Weltkrieges enthüllt wurde, meldete der „Nationals o z i a l i s t“, daß das Denkmal eine hebräische Inschrift trage, die in der Übersetzung lautet: „Auch sie starben für Judas Größe“. Als vor kurzem das bekannte Büchlein von Dr. Felix T h e i lhaber: „Die jüdischen Flieger im Weltkriege“ an eine Anzahl einstiger Heerführer versandt wurde, lief an die Absender folgende Antwort des bayerischen Generalleutnants a. D. H e i n e m a nn ein: „Euer Hochwohlgeboren danke ich verbindlichst für das gütigst übersandte Buch. Ich werde davon mit Interesse Kenntnis nehmen und sicherlich bestätigt finden, daß es Juden gegeben hat und noch gibt, die — wie die hebräische Inschrift des jüngst enthüllten Denkmals lauten soll — für Judas Größe gestorben sind, bezw. zu sterben wissen.“ In Wirklichkeit lautet die betreffende Inschrift auf dem Denkmal: „Ihre Seele sei eingebettet in das ewige Leben.“ Julius Barmat aus der Haft entlassen. — Wahrscheinlich ein Verfahren gegen Staatsanwälte und Untersuchungsrichter Berlin (J.T.A.). Die auf die Beschwerde der Verteidiger Julius Barmats hin von dem Kammergericht verfügte Haftentlassung Julius ■ Barmats gegen eine Kaution von 200 000 Mk. wird von der Presse gewissermaßen als eine Niederlage des Untersuchungsverfahrens gedeutet. In Verbindung mit den Enthüllungen vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß über die Umstände, die zum Tod des Ministers H ö f l e geführt haben» hält man es in parlamentarischen Kreisen für wahrscheinlich, daß die Justizverwaltung gegen die Staatsanwälte und den Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Dr. Nothmann, ein Verfahren einleiten wird, das sowohl die Disziplinarkammer wie die Strafkammer beschäftigen könnte. —. Die Meldung, daß gegen Barmat die Anklage wegen Beamtenbestechung erhoben werden wird, hat sich als verfrüht erwiesen. Der „Vorwärts“ schreibt, von allem Material, das auf Betreiben der reklamesüchtigen reaktionären Hetze mit ungeheurem Aufwand an Staatsmitteln gegen Barmat zusammengetragen wurde, ist bisher noch nicht einmal eine Anklage fertiggestellt worden.

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