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Das jüdische Echo · 1925-05-22 · 21 (22.5.1925) · p. Seite 401

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
21 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
Seite 401 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 401 „Soziologisches zum Ostjudenproblem“ Ein Vortrag der Münchener Volkswirtschaftlichen Gesellschaft im Landwirtschaftsministerium. Zu Donnerstag, 14. Mai, hatte die Volkswirtschaftliche Gesellschaft München zu einem Vortrag des Herrn Geheimrat Universitätsprofessor Dr. v. Zw i e d e n e c k - S ü d e n h o r s t im Sitzungssaale des Landwirtschaftsministeriums über das Thema: „Soziologisches zum Ostjudenproblem“ mit anschließender Aussprache eingeladen. Professor Zwiedeneck-Südenhorst begann mit dem Hinweis auf die großen Sympathien, die die jüdischen Umgangssprache der Ostjuden, die in ihrem Kern Mittelhochdeutsch ist. Er bezeichnete die Juden Litauens und Polens als die Träger des ökonomischen Fortschrittes in diesen Ländern, die keine mittellosen Parias gewesen sind, sondern zum wirtschaftlichen Wohlstand dieser Länder nicht wenig beigetragen haben. Das polnische Judentum habe in früheren Jahrhunderten die geistige Führung des gesamten östlichen Judentums innegehabt. Besonders ausführlich behandelte der Referent die jüdischen Autonomiebestrebungen in Litauen und Polen während der letzten Jahrhunderte. Er gab eine eingehende Darstellung der Geschichte der Vierländersynode (waad arba ** 4: 'V4#'V \.2' -w - *• W . ' im :4,^rr -- ** v Palästina jüdische- Bevölkerung Osteuropas dem deutschen Volk, seiner Kultur und Sprache entgegenbrachten und die in der Okkupationszeit sehr schnell abflauten. Der Grund für diesen plötzlichen Stimmungsumschlag sei hauptsächlich darin zu erblicken, daß die Okkupationsmacht der Psyche der ostjüdischen Gemeinschaft zu geringe Beachtung geschenkt und die Ostjuden zu sehr als quantite negligeable behandelt hat. Man hätte sich eingehender mit den Lebensproblemen dieser Bevölkerungsschicht befassen müssen. Der Redner gab dann einen umfassenden historischen Überblick über die Entwicklung des litauischen und polnischen Judentums seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart, unterstrich dabei besonders die Bedeutung der Beim Straßenbau haarazoth). Auch den religiösen Strömungen unter den Ostjuden widmete er einen besonderen Abschnitt, in dem er die Bedeutung des Chassidismus für das religiöse Leben der Ostjuden und den Unterschied zwischen der mehr rationalistischen Psyche des litauischen Juden und der der Phantasie und dem gefühlsmäßigen Erfassen mehr huldigenden Neigung des polnischen Juden klarlegte. Zugleich mit der Frage der jüdischen Rasseneinheit und des jüdischen Rassenproblems überhaupt charakterisierte der Redner die als „Aschkenasim“ und „Sefardim“ bezeichneten Hauptgruppen der jüdischen Gemeinschaft. Er schließt sich in dieser Frage den Anschauungen Prof. Zollschans an. Ein historischer Überblick Über, VQr§yM£dynen. Perioden pnd in ver-

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