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Das jüdische Echo · 1925-05-22 · 21 (22.5.1925) · p. Seite 398

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
21 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
Seite 398 (sequence 6)
Language
German
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398 Das Jüdische Echo Nr. 21 kus, Dr. Bennalhan (Berlin), Dr. Silberfarb (Warschau), Jefroikin (Paris), Dr. Schipper (Warschau) u. a. m. Der Schriftsteller Herrr Jacob Lestschinsky wurde als Mitglied des Einigrationsdirektoriums koontiert. Wiederbeginn der amerikanischen Hilfstätigkeit in Europa New York (J.T.A.). Das vor kurzem gebildete Komitee amerikanischer Juden für Hilfe an die notleidenden Juden Osteuropas hat soeben an alle jüdischen Organisationen und Gemeinden Amerikas einen Appell gerichtet, zu der am 24. Mai in New York beginnenden Konferenz Delegierte zu entsenden. Diese Konferenz wird ganz den Problemen der notleidenden und bedrückten Juden Osteuropas und der Hilfeleistung für sie gewidmet sein. In dem von Mr. Nathan Strauß und Dr. Stephan S. W i s e unterschriebenen Aufruf wird betont, daß die Wiederaufnahme der amerikanischjüdischen Hilfstätigkeit für die Juden Osteuropas eine der dringendsten Aufgaben der Jetztzeit ist. „Es ist offenbar“, heißt es in dem Aufruf, „daß die von den amerikanischen Juden im Kriege begonnene Hilfstätigkeit zu früh aufgehört hat; noch leiden zahlreiche unserer Brüder unsagbare Not. Unsere Brüder in Europa spannen ihre Kräfte an, um selbst zu helfen, wo Hilfe not tut, allein die Wirtschaftskatastrophe, unter der sie leiden, setzt ihnen Grenzen. Sie haben sich an uns mit der Bitte um Hilfe gewendet. Wir dürfen diese Bitte nicht unerhört lassen. Wir können uns der auf uns ruhenden Verantwortung nicht entziehen; wir müssen die durch Auflösung der im Kriege gegründeten Hilfsorganisation unterbrochene Tätigkeit aufs neue aufnehmen. Wir müssen den Hunderttausenden Männern, Frauen -und Kindern in Osteuropa zu Hilfe eilen, da sie sonst dem Untergange geweiht sind.“ — Dem provisorischen Hilfskomitee gehören u. a. die folgenden Herren an: Richter Julian W. Mack, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas Louis L i p s k y , der Großmeister des Unabhängigen Ordens „Brith Schalom“ Adolph Stern, Frederick Brown, Dr. J. A. Rongy, Louis Vorhaus, Richter Hugo P a m , Dr. Harry Fr i e d e n w a 1 d und Rabbi B. L. L e v i n t h a 1. Die Berliner Repräsentantenwahlen Das „H amburger I s r a e) 1 i t i s c hl e Familienblatt“ vom 7. Mai, das für einen Kompromiß der Parteien bei den bevorstehenden Berliner Repräsentantenwahlen eintritt, macht zu diesem Thema die folgenden Ausführungen: Der Vorstand der Berliner Gemeinde hat in seiner letzten Sitzung als Termin für die Ende dieses Jahres erforderlichen Wahlen zur Repräsehtanlenversammlung den 29. November bestimmt. Der Wahltag ist ein Sonntag. Nach dem Statut scheidet nur ein Teil der Mitglieder der Repräsentantenversammlung aus. In weiten Kreisen besteht jedoch der Wunsch, zugleich mit der Inkraftsetzung des neuen Gemeinde-Statuts eine Neuwahl der ganzen Repräsentantenversammlung vorzunehmen. Der Gemeindevorstand setzt alle Hebel in Bewegung, die Genehmigung des Statuts durch die Aufsichtsbehörden so rechtzeitig zu erreichen, daß die Neuwahlen schon nach den Bestimmungen der revidierten Satzung erfolgen können. Das damit kommende Frauen Wahlrecht wird eine wesentliche Vermehrung der Wählerzahl bringen und unter Umständen auch einen gewichtigen Einfluß auf die Zusammensetzung der Repräsentantenversammlung ausüben. Im Augenblick steht noch nicht fest, ob die Kreise, die auf eine Neuwahl der gesamten Versammlung hindrängen, mit ihrer Auffassung Erfolg haben werden. Vom sachlichen Standpunkte wäre eine Erneuerung auf der ganzen Linie durchaus erwünscht. In der Repräsentantenversammlung sitzen noch Mitglieder, die nach einem Wahlrecht gewählt worden sind, das heute nicht mehr in Geltung ist. Zudem hat die letzte Wahl im Jahre 1902 stattgefunden, und es erscheint gerechtfertigt, nach 5 Jahren die Stimmung der Wähler noch einmal durch eine allgemeine Wahl zu erkunden. Gerade die Parteien, die bei den Landesverbandswahlen nicht besonders gut abgeschnitten haben, versprechen sich von den Repräsentantenwahlen um deswillen besondere Vorteile, weil sie sich die Erfahrungen der ersten Wahlen zunutze machen wollen und weil sie ferner ihre lückenhafte Organisation den Anforderungen eines modernen Wahlkampfes anpassen wollen. Wir haben bei den Landesverbandswahlen beobachtet, welches Maß von persönlicher und sachlicher Verstimmung nach einem leidenschaftlich geführten Wahlkampf zurückbleibt. Und daß der Kampf um die Macht in der Berliner Gemeinde mit Leidenschaft geführt wird, unterliegt für jeden Sachkenner keinem Zweifel. Im Gegenteil, man wird sogar damit rechnen müssen, daß der Wahlkampf, wenn es zu einem solchen kommen sollte, mit viel größerer Schärfe geführt werden wird, als sie bei den Landesverbandswahlen beobachtet worden ist. Denn die Macht in der Berliner Gemeinde bedeutet ein weit wichtigeres reales Ziel als die Macht im Landesparlament. Die Macht in der Berliner Gemeinde ist die Herrschaft über einen Etat von fast 8 Millionen Goldmark. Sie ist ferner die Disposition über einen zahlenmäßig sehr erheblichen Beamtenapparat und über viele Dinge, die im täglichen Leben des Juden eine wichtige Rolle spielen. Wäh rend der Landesverband in rein religiösen Angelegenheiten von ganz untergeordneter Bedeutung ist, spielt die Gemeinde gerade für diese Fragen eine dominierende Rolle. Es ist also ohne weiteres klar, daß alle Parteien bei einem Wahlkampf ihr Letztes an Energie und Agitation aufbieten werden, um sich einen erheblichen Teil an der Macht zu sichern. Die Liberalen, weil sie diese Macht behaupten und die anderen Parteien, weil sie sie erkämpfen wollen. Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München Tel. 20542 Ledererstr. 12

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