Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 21 (22.5.1925)
- Date
- 1925-05-22
- Page
- Seite 397 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 397 II. a) Die lokalen Gruppen sind verpflichtet, allmonatlich einen detaillierten Bericht über den Stand der Ostjudenarbeit in ihren Gruppen (besonders auch Verhandlungen mit Behörden) dem Verbnndsbüro einzusenden, b) Die Zentrale in Berlin wird aufgetorderi, allmonatlich einen Tätigkeitsbericht des Verbandes und gleichzeitig Richtlinien den Ortsgruppen einzusenden. III. Zwecks Vereinheitlichung der sozialen Tätigkeit ist eine Zentralstelle für soziale Arbeit einzurichten, bei Wahrung der Autonomie der einzelnen Gruppen. IV. Bei jeder Ortsgruppe wird ein Vertrauensmann ernannt, der vom Verband den Behörden gegenüber legitimiert wird, an Sitzen der Bezirkssekretariate ist der jeweilige Sekretär der Vertrauensmann. V. Mit dem Arbeiterfürsorgeamt ist Kontakt zu erhalten und die Tätigkeit der A.F.A.-Ämter materiell und moralisch zu unterstützen und auch ein entsprechender Einfluß zu sichern. VI. Die Reichskonferenz beschließt die Gründung eines eigenen Verbandsorganes in deutscher und jiddischer Sprache und beauftragt die neugebildete Exekutive, das nötige in die Wege zu leiten. VII. Die dringende Notwendigkeit einer Bankgründung im Sinne des Referenten, Herrn Dr. Schydlowski, wird von der Reichskonferenz zum Beschluß erhoben. VIII. Die Reichskonferenz hält die Gleichberechtigung der Ostjuden innerhalb der jüdischen Gemeinden für eine Selbstverständlichkeit und ersucht die Exekutive, in Verbindung mit den Ortsgruppen dafür zu sorgen, daß in den Gemeindevertretungen und Institutionen die Ostjuden vertreten sind. Die Exekutive übernimmt es, bei Gemeindewahlen die Ortsgruppen mit Referenten und Agilationsmaterial zu unterstützen. IX. Die Reichskonferenz fordert die ostjüdischen Organisationen auf, an dem Palästina-Aufb au mit dem Gesamtjudentum tatkräftig mitzuwirken. Zum Schluß nahm die Reichskonferenz noch einstimmig eine Resolution an, mit welcher die in Europa und Amerika begonnene Kampagne zugunsten des jüdischen Aufbau-Fonds der Gesellschaft „ORT“ begrüßt und die Mitglieder der ostjüdischen Organisationen, wie auch sämtliche Juden in Deutschland aufgefordert werden, sich an der wichtigen Volksarbeit des „ORT“-Verbandes zu beteiligen. Zweite Emigrationskonferenz in Berlin Berlin (J.T.A.). Das Präsidium des Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung (Emigrationsdireklorium) beschloß, die zweite allweltliche jüdische Emigrationskonferenz für den 9. August d. Js. nach Berlin einzuberufen. Die Krise, die im jüdischen Emigrationswesen zurzeit herrscht, bewog das Emigrationsdirektorium von einer engeren Konferenz der ihm angeschlossenen Organisationen abzusehen, vielmehr der Tagung einen allgemeinen Charakter zu verleihen. Es besteht die Absicht, alle jüdischen Organisationen der Alten und der Neuen Welt, die sich direkt oder indirekt mit Emigrationsangelegenheiten befassen, zur Beschickung der Konferenz einzuladen. Von den amerikanischen Organisationen werden z. B. außer der Emigranlen-Hilfsgesellschaft „Hias“, die von jeher mit dem Emigrantendirektorium in enger Verbindung steht und die erste Prager Emigrationskonferenz miteinberufen hat, das Emergency Committee, der Amerikanisch-Jüdische Kongreß, der Rat der jüdischen Frauen (Council of Jewish Women) u. a. m. eingeladen. Von europäischen Organisationen werden außer den mit ,,Einig direct“ zusammenarbeitenden Emigrationsgesellschaften auch die Jewish Colonisation Association (ICA), das Zentrale Palästina-Amt, der Hilfsverein der Deutschen Juden u. a. m. zur Konferenz eingeladen. Das Programm der Konferenz enthält außer dem Tätigkeitsbericht und den Berichten der nord- und südamerikanischen Abordnungen des Emigrationsdirektoriums eine Reihe von Referaten über aktuelle Emigrationsfragen, wie z. B. „Die Krisis in der jüdischen Emigration“, „Emigration und Kolonisation“, „Qualifizierte Emigration“ (Ausbildung und Vorbereitung der Emigranten), „Politische Tätigkeit auf dem Gebiete der Emigration“, „Die Frage der Emigrationsbank“, „Organisation- und Budgetfragen“ usw. Während der Konferenz werden auch Ausschüsse arbeiten, die sich mit ganz konkreten und laufenden Aufgaben beschäftigen werden, wie z. B. mit der Lage der zurückgebliebenen Emigranten in den Hafenstädten, mit der Möglichkeit einer Einwanderung in europäische Länder, mit der Frage einer einheitlichen Politik gegenüber den Schiffahrtsgesellschaften, mit Rechtschutz, sanitäre und medizinische Hilfe usw. Als Berichterstatter sind bis jetzt vorgesehen die Herren Leo M o t z k i n , W. Latzky, J. D i - jour, Jacob Lestschinskv, Dr. B r u t z - POBZELL4N-N1EDEBLAOE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUS W AHL IN GEBRAUCHS PORZELLAN TÄGLICHE LAGERERGÄNZUNG