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Das jüdische Echo · 1925-05-22 · 21 (22.5.1925) · p. Seite 396

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
21 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
Seite 396 (sequence 4)
Language
German
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396 Nr. 21 Das Jüdische Echo haben beispielgebend und anspornend auf das Arabertum gewirkt. Die Juden bringen nicht nur Kenntnisse, Kapital, sondern auch Idealismus ins Land. In den letzten fünf Jahren hat sich die arabische Bevölkerung um 80 000, die jüdische Bevölkerung um 50 000 Seelen vermehrt. „Die Entwicklung der jüdischen Kolonien und das neue Siedlungswesen haben auf mich einen starken Eindruck gemacht, am meisten überraschte mich das intelligente und zugleich gesunde Aussehen der jüdischen Kinder auf dem Lande. Die zionistische Bewegung hat mit ihrem Kapital und ihrer Aufsicht ein Großteil zur Entwicklung beigetragen. Palästina erzeugt Bodenprodukte von hoher Qualität, die eine große Bevölkerung ernähren könnten. Während meines Aufenthaltes in Palästina ersuchte mich Sir Herbert Samuel, den palästinensischen Produkten Meistbegünstigung (Imperial Preference) zu gewähren. Obwohl Schwierigkeiten konstitutioneller Natur dem entgegenstehen, untersuchte ich diese Angelegenheit und hoffe, es werde möglich sein, die Sache günstig zu erledigen. Die neuen Industrien, die ich besichtigt; habe, waren gut entwickelt und fundiert. Die Hauptschwierigkeit besteht in dem Mangel an einem gut ausgebildeten Transportwesen. Ich hoffe, mit dem Bau des Landungsplatzes in Jaffa und des Hafens in Haifa wird der Palästina-Industrie die nötige Bequemlichkeit zum Erport der Produktion und dem Import des Rohmaterials gegeben sein.“ Zuletzt sprach Mr. Amery über die Notwendigkeit der Hebung des Touristenverkehrs in Palästina. Durch Schaffung besserer Hotels und besserer Verkehrsmittel wird Palästina eine größere Anziehungskraft auf die Touristen ausüben. Das abschließende Urteil über Palästina ist: Es wurde der Grundstein zu einer sehr guten Sache gelegt. Der nachfolgende Redner Mr. Racul F o a, Direktor der Englisch-Ägyptischen Bank, führte aus, er teile durchaus Mr. Amerys Ansichten über die Zukunft Palästinas. Palästina erfülle alle, die zu seiner Entwicklung beigetragen haben, mit Stolz und Genugtuung. Die Englisch-Ägyptische Bank hat gleich zu Beginn des neuen Aufbauwerkes Geld in Palästina vorgestreckt; er freue sich, sagen zu können, daß die Darlehen pünktlich zurückgezahlt werden. Dem Festessen wohnten u. a. noch die folgenden Persönlichkeiten bei: Sir Gilbert Clayton, Unterhausmitglied Sir Alfred Mond, Baron James de Rothschild, Sir Adolph Tuck, O. E. d’Avigdor Goldsmid, Walter S. Cohen, Dr. G. Halpern, Major R. T. Little (Kommissar des Palästina-Pavillons), der vor kurzem ernannte Leiter der Zentralbank der Kooperativ-Genossenschaften in Palästina H. Viteles, Generalleutnant Sir A. H. McMahon, Major H. L. Nathan, Leonard L. Cohen und Captain L. W. Charley. Zweite Reichskonferenz der ostjüdischen Verbände Berlin (J.T.A.). Am Sonntag, den 10. Mai, wurde im Silzungssaale der Jüdischen Gemeinde zu Berlin die zweite Reichskonferenz des Verbandes ostjüdischer Organisationen in Deutschland in Anwesenheit von mehr als 50 Delegierten aus allen Teilen Deutschlands, sowie zahlreichen Gästen eröffnet. Herr Haar puder begrüßte Delegierte und Gäste im Namen des Zentralkomitees. Hierauf begrüßten die Konferenz Herr S. Rudel im Namen des Arbeitsfürsorgeamtes, Herr Kanew i t z im Namen der Berliner Zionistischen Vereinigung, Herr Kaleko im Namen des jüdischen Studentenverbandes, Herr Schweriner für den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Herr Dr. Olschwanger für „OSE“, die Herren Dr. Singalowsky und Dr. Teiz- 1 i n für „ORT“. Zum Präsidenten der Konferenz wurde Herr Dr. Rosenkranz (Chemnitz), zu Vizepräsidenten Z o 1 k o w und Spiro- Breslau gewählt. Hierauf hielt der frühere Minister für jüdische Angelegenheiten Litauens, . Herr Dr. Max Solovejtschik, einen Vortrag über die gegenwärtige Lage der Juden in der Welt. Er führte ungefähr aus: Zwei Momente beherrschen jetzt die jüdische Wirklichkeit: die Wellreaktion und der wirtschaftliche Niedergang Europas. Diese hatten zur Folge, daß die nationalpolitische Position der Juden in den Ostländern erschüttert und sie aus ihren wirtschaftlichen Positionen hinausgedrängt worden sind. Alle Länder mit Ausnahme Palästinas sind der jüdischen Einwanderung versperrt. Der Aufbau Palästinas ist jetzt die größte Tatsache des jüdischen Lebens, auch die bedeutungsvollste Tatsache des jüdischen ideologischen und geistigen Seins. Die Tatsache des Palästina-Aufbaues trifft den Weltantisemitismus ins Herz. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Erziehung der kommenden Generation zu produktiven Berufen; aufhören muß die Überproduktion an intellektuellen Elementen. Wenn auch die gegenwärtige Lage trostlos ist, so ist sie doch nur trostlos für die einzelnen Teile des Volkes; das Gesamtvolk, der Klal-Jisroel, befindet sich im Aufstieg. Mit dem Aufbau Palästinas schließt die Golugeschichte ab. Dort ist die Ruhe, dort wird das jüdische Problem und das Problem der Beziehung der Juden zur Menschheit gelöst. (Anhaltender Beifall.) Die Reichskonferenz hat die folgenden B e - Schlüsse gefaßt: I. Die Reichskonferenz beschließt die Schaffung eines Schiedsgerichtes mit dem Sitz in Berlin, welches die Aufgabe hat, alle Differenzen zwischen den angeschlossenen Vereinen und Ortsgruppen unter sich und mit dem Verband zu schlichten. DAS HAUS KRELL-UCKO TELEFON 27831—32 THEATINERSTR.16 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN KLEIDERSTOFFEN — SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN -GARDINEN - DECKEN

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