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Das jüdische Echo · 1925-05-08 · 19 (8.5.1925) · p. Seite 359 [357]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
19 (8.5.1925)
Date
1925-05-08
Page
Seite 359 [357] (sequence 20)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 359 mord nichts, was an Mittelalter erinnert. Nun habe ich Worte der Achtung und Liebe von Menschen gehört, denen wir gar nichts bieten können, die von uns in Palästina nichts zu erwarten haben. Plötzlich hören wir, wie die Hörner von Münchhausen tönen, die wir Jahrhunderte nicht mehr gehört haben, und wir glauben, es wäre ein Traum, das Gewissen der Völker wäre erwacht und all das Unrecht, das sie uns in den Jahrtausenden zugefügt haben, wird gut gemacht... Es gibt noch ein Gewissen in der Welt, es gibt Völker, die glauben, daß die Menschheit uns braucht.“ Die schlechte Ernte in Palästina. Obwohl in der ersten Aprilwoche der in Palästina so lang ersehnte Regen sich eingestellt hat, muß man doch für dieses Jahr dort, wo künstliche Bewässerung nicht in Frage kam, mit einer recht schlechten Ernte rechnen, da die vorhergegangene langanhaltende Trockenheit den Saaten einen nicht wieder gutzumachenden Schaden zugefügt hat. In manchen Landstrichen muß man sich direkt auf eine Mißernte gefaßt machen. (Ziko.) Die Auswanderung aus Polen nach Palästina Über die zunehmende Auswanderung aus Polen nach Palästina geben folgende vom Warschauer Palästina-Amt mitgeteilten Zahlen Aufschluß: In runden Zahlen wanderten aus Polen nach Palästina aus: 1920: 1000 Personen, 1921: 2000, 1922: 3100, 1923: 3050 und 1924: 8000. Während im Januar 1924 nur 90 Personen nach Palästina abreisten, waren es im Dezember 823, im Januar 1925: 1200, im Februar 1200 und im März 3000. (Ziko.) Palästina-Reise des „Chofez Chajim“. Wilna (J.T.A.). Wie die Wilnaer Zeitung „Die Zeit“ meldet, wird der berühmte Rabbi von Radin, der Verfasser des großen ethischen Werkes „Chofez Chajim“, in der nächsten Zeit nach Palästina reisen, um sich dort dauernd niederzulassen. Verbrüderung von Chaluzim und Chassidim in Nahalal. Ein bemerkenswertes Ereignis, das sich an den Pessachfeiertagen in Nahalal zugetragen hat, wirft ein bezeichnendes Licht auf die neuen Möglichkeiten, die sich auch in geistiger Hinsicht in Palästina ergeben. Bekanntlich ist in der Nähe der auf KKL-Boden gelegenen Kleinsiedlung Nahalal mit Hilfe des KKL eine neue Siedlung polnischer Chassidim im Entstehen. Während Pessach haben die Männer und Frauen beider Siedlungen sich gegenseitig besucht und viele Stunden miteinander im Gespräch und bei Gesang und Tanz verbracht. Die Verbrüderung dieser beiden so heterogenen Elemente hat im Lande beträchtliche Aufmerksamkeit erregt. Jüdische Jugend Amerikas für den Aufbau Palästinas New York (J.T.A.). Sieben Zentralorganisasationen der jüdischen Jugend Amerikas sind soeben in New York zu einer Konferenz zusammengetreten, die über eine Intensivierung der Arbeit in Amerika für den Aufbau Palästinas beraten soll. Die teilnehmenden Organisationen Jung-Hadassah, Jung-Misrachi, Liga jüdischer Jugend, Menorah, Jung-Irael, Jung-Judah und Verband der Jugendlichen der Vereinigten Synagoge werden sich zu einem Pionierverband Zusammenschlüßen, dem die Aufgabe zufallen soll, den Boden in Amerika für eine intensive Kampagne zugunsten der propalästinensischen Aufbauinstitutionen, wie Natioialfonds, Keren Hajessod usw„ vorzubereiten. Die Konferenz war mit einer Feier der Eröffnung der hebräischen Universität verbunden. In der Konferenz traten als Redner auf: Louis M a r s h a 11. Dr. David de Sola Pool, der Präsident des nationalen Verbandes Jung- Judah, ferner die Präsidentin der Jung-Hadassah Mrs. Frieda S i 1 b e r t, der Präsident der Friedlander Erziehungskonferenz Dr. Georg H y m a n und der Vertreter der Palästina-Jugend Dr. Elieser H i e g e r. Der Weltverband der jüdischen Studentenschaft schenkt der Jerusalemer Universitätsbibliothek 7000 Bände Wien. (J.T.A.) Der Weltverband der jüdischen Studentenschaft hat eine wissenschaftliche Privatbibliothek, bestehend aus 7000 Bänden lauter wertvoller Werke, erworben und sie der Universitätsbibliothek in Jerusalem geschenkt Die Kaufsumme wurde durch die einzelnen Landesverbände aufgebracht. Der kanadische Premier als Redner bei der hebräischen Universitätsfeier Ottawa. (J.T.A.) Bei der am 6. April hier abgehaltenen Feier aus Anlaß der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem traten als Redner auf: Der Ministerpräsident von Kanada W. L. Mackenzie King und der frühere Premier und Führer der konservativen Opposition Arthur Meighen. Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten der Zionistischen Organisation Kanadas Mr. A. J. Fr e im an hielt der Premierminister eine Ansprache, worauf Mr. Meighen das folgende ausführte: Von allen Resultaten des Weltkrieges ist keines so wichtig und so menschlich erhebend, wie die Wiedergabe Palästinas an das jüdische Volk. Wir alle sind uns der Schwierigkeiten der britischen Regierung in der Durchführung der Politik der Balfour-Deklaration bewußt, wir wissen aber auch, daß Großbritannien das erfüllen wird, was seine heilige Pflicht ist. Die Frage des Zusammentritts eines Repräsentantenrates in Palästina Jerusalem. (J.T.A.) In Beantwortung einer Reihe an sie gerichteten Anfragen der Arabischen Nationalpartei (gemäßigte Richtung) teilte die Palästina-Regierung mit: Der palästinensische Repräsentantenrat wird, sobald die verantwortlichen Personen ihre Bereitschaft, sich an den Wahlen zu beteiligen, kund tun, zur Wahl gestellt und dann unverzüglich einberufen werden. Bezüglich der neuen palästinensischen Währung wird mitgeteilt, der Beschluß, die palästinensische Währung auf dem, Pfund Sterling basieren zu lassen, wurde vom Kolonialamt gefaßt. Die Einzelheiten des Projektes sind noch Gegenstand einer Prüfung. Die neue Währung soll in möglichst naher Zeit eingeführt werden. Die Palästina-Regierung gedenkt, vor der Ausgabe der neuen Noten und Münzen die Beratende Körperschaft einzuberufen, um deren Billigung zu erlangen. — Bezüglich des Hafenbaues in Palästina teilt die Regierung mit, es sei beschlossen, den Hafen in Haifa unter Aufwand! von einer Million Pfund Sterling zu bauen. — Endlich wird mitgeteilt, daß die Eintragung von Palästinensern in die Listen der Hedschas-Armee den Landesgesetzen zuwiderläuft und geahndet wird.

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