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Das jüdische Echo · 1925-05-08 · 19 (8.5.1925) · p. Seite 355

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
19 (8.5.1925)
Date
1925-05-08
Page
Seite 355 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 355 Laubes gegen das Ehepaar sei. Laube war von seinem Hauswirt auf Räumung seiner zu einem heimlichen Absteigequartier benutzten Wohnung verklagt worden und das Ehepaar Wachtel hatte gegen ihn ausgesagt. Berlin (J.T.A.). Der Fabrikant James Wachtel, der am Sonntag im Wahllokal Potsdamerstr. 54 durch den berüchtigten Antisemiten Oskar Laube durch mehrere Schüsse 'niedergestreckt wurde, ist am 28. April seinen Verletzungen erlegen. Seine Frau, die ebenfalls zweimal getroffen wurde, liegt hoffnungslos darnieder. Der Mörder wurde wegen doppelten Mordversuches dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Hauptversammlung des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland Berlin (J.T.A.). Der Allgemeine Rabbinerverband in Deutschland veranstaltet am 2. und 3. Juni in Köln eine Hauptversammlung seiner Mitglieder. Köln ist als Tagungsort gewählt, weil mit der Jahrhundertfeier der Rheinlande dort eine Ausstellung von Zeugnissen jüdischen Geisteslebens am Rhein verbunden sein wird. Verband Posener Heimatvereine in Berlin Berlin (J.T.A.). Vor kurzem traten 13 der in Berlin bestehenden Posiener Heimatvereine mit über 2000 Mitgliedern zu einem Verbände zusammen. Der Verband will die landmannschaftliche Zusammengehörigkeit der aus ihrer Posener Heimat vertriebenen Posener und die Treue zur Heimat pflegen, einheitliche Fürsorgetätigkeit für bedürftige Landsleute durchführen, eine Auskunftsstelle für rechtliche und wirtschaftliche Angelegenheiten der Heimatprovinz Posen begründen, einen heimatlichen Nachrichtendienst schaffen und endlich einen Fonds schaffen, der zur Unterstützung der Heimatgemeinden bei der Erhaltung der jüdischen Kultstätten, Friedhöfe und Wohlfahrtseinrichtungen verwendet werden soll. —■ Zum ersten Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt L. Friedmann, zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates Sanitätsrat Dr. Rothmann gewählt. Da auch noch andere hier bestehende Posener Heimatvereine ihren Beitritt in Aussicht gestellt haben, wird der Verband in absehbarer Zeit ca. 4000 Mitglieder zählen. Abermais antisemitische Unruhen an der Wiener Technischen Hochschule. Wien (J.T.A.). Am 27. April kam es an der Technischen Hochschule zu Schlägereien zwischen antisemitischen Studenten einerseits und Sozialisten und Fortschrittlichen andererseits. Die arischen Studenten besetzten die Eingänge zum Technikum und verhinderten die jüdischen Studenten mit Gewalt, die Vortragssäle zu besuchen. Endgültiger Freispruch der Csongrader Mörder. Budapest (J.T.A.). Vom 30. April bis 2. Mai fand vor der Königlichen Tafel zu Budapest die Berufungsverhandlung gegen die Csongrader Bombenwerfer statt. Der Szolnoker Gerichtshof hatte die Attentäter, die am 2. Wei.hnachstag des Jahres 1923 eine Bombe in den Tanzsaal der Hotels „König von Ungarn“ in Csongrad, wo der jüdische Frauenhilfsverein gerade einen Gesellschaftsabend abhielt, geworfen haben, durch welche drei Personen getötet und 25 schwer verwundet wurden, in erster Instanz freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte gegen den Freispruch Berufung ein und die Königliche Tafel ordnete die Ergänzung der Untersuchung an, welche wieder vom Szolnoker Gerichtshof durchgeführt wurde. Die Verhandlung vor der Königlichen Tafel fand unter strengem polizeilichen Schutz statt. Als Angeklagte erscheinen Ladislaus Simko, Nikolaus Bölön, Johann und Georg Piroska, Johann und Rochus Sagt und Andor Fülöp. Die Angeklagten wurden, wie in Szolnok, vom Abgeordneten Dr. Franz Ulain und dem Szegedmer Rechtsanwalt Dr. Stephan Szechenyi verteidigt. Die Angeklagten verteidigten sich auch vor dem Berufungsgericht dahin, daß die Polizei durch grausame Mißhandlungen Geständnisse von ihnen erpreßt hat. Die Königliche Tafel hat nun in ihrem am 2. Mai verkündeten Urteil das freisprechende Urteil der ersten Instanz mit der Begründung bestätigt, daß auch im Ergänzungsverfahren die Einvernahme der Zeugen den Beweis erbracht habe, daß das Geständnis der Angeklagten erzwungen worden sei. Zentralisierung der jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen in Holland. Amsterdam (J.T.A.). Seit längerer Zeit bestehen in der holländischen Judenheit Bestrebungen zur Zentralisierung der gesamten jüdischen, für die ausländische Judenheit bestimmten Wohlfahrtseinrichtungen. Die Jüdische Welthilfskonferenz in Karlsbad, die das Ziel hat, den großen Jüdischen Weltverband für soziale Hilfe zu schaffen, hatte die Anregung für die Systemisierung auch in Holland gegeben. Auf die Initiative der „Amsterdamer Hilfe für ausländische Juden“ haben sich Frau Wijzenbeek-Franken und die Herren Oberrabbiner Onderwijzer, Dr. Hillesum, Dr. van Raalte, Dr. Raffael Polak und Isaak Prins mit der Ausarbeitung des Projektes Bayer. Vereinsbank München-Nürnberg Gegründet 1869 Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns Gewährung von Gold-Hypotheken auf landwirtschaftlichen und städtischen Grundbesitz * Ausgabe wertbeständiger Goldhypotheken-Pfandbriefe. Die Pfandbriefe der Bayerischen Vereinsbank sind in Bayern gemäß Verordnung der Staatsregierung zur Anlage von Mündelgeld sowie Gemeinde-, Pfründe- und Stiftungskapitalien zugelassen. Außerdem ist der Bayerischen Vereinsbank das Recht zur Entgegennahme von Geldern und zur Übernahme offener Depots der Gemeinden, Stiftungen und Kirchengemeinden eingeräumt.

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