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Das jüdische Echo · 1925-05-08 · 19 (8.5.1925) · p. Seite 351

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
19 (8.5.1925)
Date
1925-05-08
Page
Seite 351 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 351 der Juden die Zahl der Araber immer noch viel größer ist als die der Juden. Die Befürchtungen seien ihm also völlig unverständlich, da er überzeugt sei, daß die Einwanderung der Juden allen Bewohnern des Landes nur Nutzen bringt. Man habe hier auch das Hussein gegebene Versprechen erwähnt. Dieses Versprechen sei eingelöst worden, und Hussein habe eine unabhängige Regierung erhallen. Das den Bewohnern Palästinas gegebene Versprechen bestehe aus zwei Teilen, und die englische Regierung werde genauest diese beiden Teile des den Juden und Arabern gegebenen Versprechens einhalten. Auch die Klage, daß die Araber in der Regierung keine Vertretung hätten, sei unbegründet. Dreimal schon wurde ihnen eine Vertretung in der Regierung angeboten und von ihnen stets abgelehnt. Sobald die Bewohner des Landes die Forderung nach einer repräsentativen Instanz erheben werden, werde die palästinensische Regierung entsprechend den erwähnten früheren drei Vorschlägen zur Zusammenarbeit bereit sein. Amery betonte zum Schluß nachdriicklichst, daß keine Änderungen in der Politik der britischen Regierung eintreten würden, zumal diese Politik von dem Völkerbünde bestätigt worden sei. (Ziko.) flmery an die Jerusalemer Pressevertreter Wir berichteten bereits in voriger Nummer über den Empfang der Pressevertreter in Jerusalem durch Kolonialminister Amery und geben anbei anhand der palästinensischen Zeitungen die Erklärungen Minister Amerys ausführlich wieder. An dem Empfang nahmen gegen 30 Journalisten teil, darunter als Vertreter der arabischen Presse der Redakteur des ,,Merat al Sherk“ Minister Amery führte u. a. aus: Ich habe nun selbst alles gesehen und gehört. Die Informierung durch Zeitungstelegramme kommt solchen persönlichen Eindrücken an Ort und Stelle nicht gleich. Alles ,was ich gesehen und gehört habe, hat mich geradezu überrascht, so vor allem der große und rasche Fortschritt in der Entwicklung des Landes. In England hört man so viel über politische Streitigkeiten zwischen den Zionisten und ihren Gegnern, sodaß niemand sich vorstellen kann, was hier nicht alles auf wirtschaftlichem Gebiete geleistet wurde. Aber ich freue mich, feststellen zu können, daß die Politik die Grenzen Jerusalems kaum überschreitet. In allen anderen von mir besuchten Orten habe ich gesehen, daß die Bewohner in gemeinsamem Einvernehipen sich viel mehr mit der Entwicklung des Landes befassen, als mit Politik. Die Bewohner der Siedlungen und Dörfer haben sehr viel für die Verbesserung der Wege, die Bewässerung und die Vervollkommnung der landwirtschaftlichen Methoden getan. Sehr gute Arbeit wurde für die Hebung der Gesundheit geleistet. Große Bodenstriche, die als Malarianester bekannt waren, wurden vollkommen saniert, und man findet jetzt dort kräftige und gesunde Arbeiter, sei es Juden, sei es Araber. Ganz besonders gesorgt wurde auch für die Hebung der gesundheitlichen Verhältnisse bei den Kindern, von denen ja die Zukunft der Nation abhängt. Große Fortschritte weist auch das Erziehungswesen auf. Auch die Aufforstung, die für die Regelung der Niederschläge von großer Bedeutung ist, entwickelt sich schön. All diese Kenntnisse habe ich nicht im Hauptslab geschöpft, sondern aus intimen Gesprächen mit den Vertretern der Gemeinden und den palästinensischen Beamten in den einzelnen Kreisen. Meine Kenntnis des Türkischen war mir behilflich, in einen engeren Kontakt mit all diesen zu treten, und alles im einzelnen zu besprechen. Große Entwicklung macht sich auf allen Gebieten des Lebens und der Kultur bemerkbar. Trotz der geographischen Kleinheit des Landes ist noch Platz für große Arbeit zugunsten aller Palästina bewohnenden Völker, die alle fleißig und begabt sind. An der leuchtenden Zukunft des L a n d e s zweifle ich keinen Augenblick. Die britische Regierung hat bereits mehrfach erklärt, daß es ihr ernster Wille ist, das Land zum Wohle aller Einwohner zu entwickeln, ohne den einen Teil dem anderen vorzuziehen. Die Politik der palästinensischen Regierung hat sicher niemals zwischen den verschiedenen Einwohnern unterschieden und die Erklärungen von Churchill, die man sich stets wieder zu Gemiite führen sollte und die die Grundlage für diese Politik geben, gelangten getreulich zur Durchführung. Die palästinensische Regierung wird sich auch weiterhin nach ihnen richten. Diese Erklärungen Churchills bezweckten, die Besorgnisse der Araber zu zerstreuen, daß in Palästina ein alle beherrschender jüdischer Staat gegründet werden soll. Es wird darin klargestellt, daß die Juden hier ein Nalionalheim errichten wollen, in dem sie ohne jede Störung ihr kulturelles und wirtschaftliches Leben wie auch das Leben ihrer Gemeinden entwickeln können in Übereinstimmung mit ihren nationalen Bestrebungen und ihrer historischen Verkniipftheit mit dem Lande. Die Einwanderung soll der Aufnahmefähigkeit des Landes angepaßt sein. Aber alle Klagen der Araber, seit jeher bis zum heutigen Tage, zeigen, daß sie die vollkommene Einhaltung der in dieser Erklärung gegebenen Versprechungen nicht beobachten. Selbst die Zionisten begreifen, daß ihre Entwicklung nur bei gleichzeitiger Entwicklung der Araber möglich ist. Der Redakteur des ,,M erat a 1 Sh erk“ erklärt darauf, daß er nach einer Rücksprache mit arabischen Führern auch in ihrem Namen wohl sagen DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN

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