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Das jüdische Echo · 1925-05-08 · 19 (8.5.1925) · p. Seite 350

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
19 (8.5.1925)
Date
1925-05-08
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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350 Das Jüdische Echo Nr. 19 Die Geschäftsinhaber der Tauentzienstraße, des Kurfürstendamms und der Rankestraße wollen sich, wie der „V ossischen Zeitung“ mitgeteilt wird, zu einem Schutzverband zusammenschließen, um gegen die jugendlichen Demonstranten zu protestieren, die sich schon am Nachmittag in diesen Straßenzügen sammeln und die Kunden belästigen. Berlin (J.T.A.). Die am 2. Mai erschienene Nummer des vom Grafen Ernst zu R e v e n 11 o w herausgegebenen ,,R e i c h s w a r t s“ schreibt unter der Überschrift „Die Juden nach der Wahl“: „Die Juden wußten, warum sie sich die Sache etwas kosten ließen. Ihre gekaufte und beeinflußte Gefolgschaft wußte es nicht. . . . Im unmittelbaren Anschluß an den unter solchen Verhältnissen mit Sicherheit erhofften Erfolg sollte dann ein Gesetz eingebracht werden, das durch hohe Strafen und andere Ausnahmebestimmungen sich gegen alle Äußerungen des „Antisemitismus“ richten sollte. Dieses Gesetz sollte eine Ergänzung des bestehenden „Gesetzes zum Schutze der Republik“ werden. So erklärt sich die ungeheure Leidenschaft, mit der die Juden für die Wahl des „erprobten und erfolgreichen Staatsmannes“ Marx eintreten. Man kann nicht bezweifeln, daß unter einer Marx-Präsidentschaft das jüdische Vorhaben zur Durchführung gebracht worden wäre. Die Wahl Hindenburgs hat den Gesetzentwurf wieder in die Schreibtische der führenden Juden verschwinden lassen. In der deutschen Öffentlichkeit ist die freundliche Absicht kaum bekannt geworden bezw. zum Bewußtsein gekommen. Wir wollen sie nicht vergessen, auch als Beweis dafür, wie grundundeutsch die Parteien des Korruptions-Blocks von ihren Idealen sprechen, während ihr Handeln in der Hauptsache durch das jüdische Interesse beherrscht wird.“ Der Aufsatz schließt: „Nie haben die Juden Ungeschicklichkeiten der gegenjüdischen Bewegung nötiger gehabt, als für jetzt und die kommenden Jahre. Wenn jemals, so ist jetzt der Augenblick zu einer Haltung in unseren Reihen, die bei aller Zielsicherheit und Zielstrebsamkeit besonnen ist, und auf lange Sicht arbeitet.“ Der „Völkische Kurier“ (Nr. 115 vom 28. April) schreibt: „In der Tat werden jene, die glauben, den Barmatblock der Gegner Hindenburgs mit den Waffen der Reaktion allein bekämpfen zu können, katastrophal Schiffbruch erleiden. Und wir warnen heute schon davor, die Präsidentschaft Hindenburgs zu geistlosen reaktionären Experimenten zu mißbrauchen. Sie wird in diesem Falle die Probe genau so wenig bestehen, wie in dem anderen'Fall. der mit der Parole „Seid einig, einig, einig“ keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Die Einigkeitsparole wird an der Front der Vereinigten Internationale scheitern, die ihre gefährdeten Positionen mit umso größerer Hartnäckigkeit und Entschlossenheit verteidigen wird, je unentschlossener und zielloser das Hindenburg-Deutschland den Kampf um die Macht aufnimmt. Solange der völkische Erneuerungswille nicht Gemeingut aller jener Kreise geworden ist, die sich heute um den Namen Hindenburg scharen, solange wird dieser Kampf, der nur mit absolut klaren Kriegszielen geführt werden kann, kaum Aussicht auf Erfolg haben.“ Das „Deutsche Tageblatt“ (Nr. 99 vom 29. April) wendet sich dagegen, daß der bisherige Staatssekretär des Reichspräsidenten. Dr. M e i s sn e r, sein Amt auch unter dem neuen Präsidenten weiter führt, da dieser marxistenfreundlich eingestellt und als Philosemit in weitesten Kreisen bekannt sei. Es meint weiter: „Es ist klar, daß das internationale Judentum alles aufbielen wird, um durch Vertrauensleute sich Einfluß auf den Gang der Präsidialgeschäfte zu verschaffen, genau so, wie es beispielsweise seit langem im Preußischen Innenministerium durch Severings Privatsekrelärin, Frl. Rosenhain, und die zionistischen Ministerialräte B a d t und Goslar sich in den Vordergrund schob. Wir erblicken in dem Versuch, Hindenburg den Dr. Meissner an die Seite zu setzen, einen ähnlichen Vorgang, und hoffen, daß die guten Berater Hindenburgs dies Drahtziehermanöver durchschauen und zunichte machen werden.“ Unter der Überschrift „H indenburgs G r u ß an Hakenkreuzfahre r“ veröffentlicht der „Vor w ä r t s “ (Nr. 199 vom 28. April) einen Drahtbericht aus Braunschweig über die Begrüßung Hindenburgs von Angehörigen des „S t a h 1 h e 1 m s“ und des „Jungdeutschen Ordens“ aus Braunschweig und Hannover auf dem Gute seines Schwiegersohns Gr. S c h w u e 1 p e r. Die Verbände marschierten an Hindenburg vorbei. Er selbst, der sich auf der Veranda des Gutshauses mit dem Kohlenhändler Uhlenhaut aus Braunschweig, dem Führer des Stahlhelms, herzlich unterhielt, begrüßte jede Stahlhelm- und Hakenkreuzfahne durch Anlegen der rechten Hand an den Schlapphut! Während des An- und Abmarsches wurde neben dem Fridericus-Rex-Lied am meisten das Erhard!- L i e d gespielt-und gesungen! Hmcrys Antwort an die Araber Über den von uns bereits in voriger Nummer erwähnten Empfang der palästinensischen Araber durch Kolonialminister Ainery berichtet der „Haaretz“: Am 21. April empfing Amery die vereinigte Delegation aller arabischen Parteien Palästinas. Scheich Al Faruki sprach über die schwierige Lage der Fellachen. (Auf Verlangen der Fellachenpartei erwähnte Al Faruki die Balfour-Deklaration überhaupt nicht.) Nach ihm sprach Ammin Tumimi aus Sichern, der sich über die schnelle Entwicklung der zionistischen Einwanderung nach Palästina beklagte, die bei den Arabern große Sorge erwecke. Die Juden kauften alle Böden, und die Regierung unterstütze durch ihre Politik die Zionisten, indem sie den Fellachen schwere Steuern auferlege und sie zwinge, ihre Böden zum Verkauf zu stellen. Minister Amery erklärte, er freue sich sehr, die Vertreter so vieler arabischer Parteien des Landes vor sich zu sehen, er müsse jedoch seinem großen Bedauern gegenüber Ausdruck geben, daß in ihren Ansprachen Dinge enthalten gewesen seien, die nicht zutreffen. Er sei jetzt durch das Land gefahren und habe gesehen, daß die Lage der Fellachen sehr viel besser sei als vor dem Kriege. Neben anderen Gründen sei dies besonders auf die großen Kapitalien zurückzuführen, die durch die Zionisten ins Land gebracht wurden, und auf die neuen Arbeitsmethoden, die diese eingeführt haben. Er glaube, daß die Fellachen keinen Grund zur Unzufriedenheit mit der Regierung hätten. Wenn sie irgendwelche Forderungen hätten, könnten sie sie direkt vor den High Commissioner bringen. Jede Furcht vor der Einwanderung der Juden sei auf Grund der Statistik unbegründet. Vor fünf Jahren zählte man in Palästina 35 000 Juden und 570 000 Araber. Gegenwärtig gibt es im Lande 110 000 Juden, während die Zahl der Araber auf 750 000 angewachsen ist. Es ergebe sich also, daß trotz der Einwanderung

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