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Das jüdische Echo · 1925-05-01 · 18 (1.5.1925) · p. Seite 336

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
18 (1.5.1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 336 (sequence 16)
Language
German
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336 Das Jüdische Echo Nr. 18 Lösung herbeigeführt wird. Inzwischen ist ein erfreulicher Erfolg insofern zu verzeichnen, als das M i n d e r h e i t s k o in i I e e des Völkerbunds in seiner Sitzung vom 24. März auf Antrag des Herrn Lucien W o 1 f beschlossen hat, den Völkerbundsrat zu ersuchen, die Petition des Joint Foreign Committee wohlwollend in Erwägung zu ziehen. Dem Sekretariat ist ein Bericht zugegangen, wonach die Technische Hochschule in Wien eine Klassifizierung der Studenten auf einer Rassenbasis vorgenommen hat, wobei die Rechte der jüdischen Studenten beeinträchtigt werden. Dies steht in striktem Gegensatz zu den Minderheitsklauseln des Vertrages von St. Germain und bedeutet auch eine Verletzung der konstitutionellen Rechte der österreichischen Juden. Das Sekretariat des Deputiertenrats hat sich in Zusammenarbeit mit der Jewish Colonisation Association (JCA) mit der Frage der russischen F 1 ü c li l 1 i n g e befaßt. Die Angliederung des Oberkommissariats für Flüchtlingswesen beim V ö 1k e r b u n d an das internationale Arbeitsbüro hat eine Reihe schwerer Probleme aufgerolll, die der besonderen Aufmerksamkeit der Judenheil bedürfen. In Europa leben gegenwärtig noch etwa 700 000 russische Fliichlinge, weitere 100 000 leben in Ost- Asien. Mehr als 300 000 Flüchtlinge sind ohne Beschäftigung und Verdienstmöglichkeit. Alle bisher unternommenen Methoden der Lösung dieser Frage haben sich als unzureichend erwiesen. Die Internationale Union für K i n cl e r li i 1 f e hat ein Komitee mit dem Ziele eingesetzt, eine neue Organisation zur Rettung der Flüchtlinge zu begründen, die auf die europäischen Regierungen und den Völkerbund einen Druck nach der Richtung ansiiben solle, eine endliche Lösung des Flüchllingsproblems herbeizuführen. Mr. Lucien W o 1 f ist Mitglied dieses Komitees. Dr. D a i c h e s sprach im Namen des Deputiertenrates dem Präsidenten Herrn d’Avigdor Golds m i d den Dank dafür aus, daß er den Deputiertenrat bei der Feier der E r ö f f n u ng de r h e b r ä - ’■ sehe n Universität in Jerusalem vertreten hat. Der Redner gab der Erwartung Ausdruck, daß der Board of Depulies nunmehr ein größeres materielles Interesse der Entwicklung Palästinas entgegenbringen wird. Herr d’Avigdor Goldsmid dankte dem Depuliertenrat für die ihm erwiesene Ehre und führte aus, die Zeitungsberichte über die b niversitätsfeier in Jerusalem hätten nur eine blasse Vorstellung von der wirklichen Erhabenheit und Pracht der Feier vermittelt. Der Erfolg war groß. IfUSMI-TEE I m Feinste echt russische Teemarke Gen.-Vertret : Dr. ETTINGER, MÜNCHEN Aanesstpass« 47. T«l**fon 31792 Jüdische Kolonisation in Rufiland Im Anschluß an unsere Mitteilungen in der letzten Nummer des ,,Jiicl. Echo“ bringen wir noch die folgende Meldung: Moskau. (J.T.A.) Der Oberste Wirlschaftsral der russischen Regierung beschloß in einer Sitzung am 22. April, eine weitere große Landfläche von insgesamt 31 860 Desjatin (etwa 86 000 Morgen) in der K r i m für die jüdische Landansiedlung zur Verfügung zu stellen. Gegenwärtig werden in der Krim ,8140 Desjatin Boden von Juden bebaut. Das neue zugeteilte Land befindet sich in den Distrikten Dgankey und F e o d o s i a. Noch in diesem Jahre soll das Land kolonisiert werden. Der gesamte Boden wird nur neuen jüdischen Siedlern, die aus anderen Teilen Rußlands laut dem ausgearbeileten Kolonisationsplan nach der Krim kommen, zur Bearbeitung übergeben. Diejenigen jüdischen Siedler, die von früher her in der Krim wohnen, aber nicht genug Land besitzen, erhalten ebenfalls neuen Boden zugeteill, aber nur nach jenen Bedingungen, die für die allgemeine, nicht jüdische, Bauernschaft der Krim bestehen. Auf dem neu zugeteilten Lande sind für die fremden Siedler Häuser gebaut worden, die den Siedlern gegen eine 15jährige Abzahlungsfrist übergeben werden würden. Die erste Rate soll 5 Jahre nach erfolgter Ansiedlung geleistet werden. Auch für eine ausgiebige Bewässerung und Brunnenanlagen wurde gesorgt. Die Regierung der Krim wurde verständigt, daß sie eventuelle Einwendungen gegen diesen Beschluß sofort erheben möge, damit dann diese Einwendungen von einer höheren Instanz geprüft werden. Sollten Einwendungen nicht sofort erfolgen, so bleibt der Beschluß endgültig in Kraft. Aus der JUdischenWel« Das Verfahren Knüppel-Kunze kontra „Berl. Tageblatt“ eingestellt. Berlin (J.T.A.). Vor fünf Jahren, im April 1920 hatte das „Berliner Tageblatt“ im Reichstagswahlkampf eine Reihe Artikel unter der Überschrift „Der Held von Ga rd eie gen“ veröffentlicht, in welchen schwer kompromittierende Mitteilungen über die Tätigkeit des deutschsozialen Führers Richard Kunze, genannt Knüppel-Kunze, enthalten waren. Kunze hatte Beleidigungsklage erhoben. Es fand auch eine Verhandlung statt, in der die Zeitung in der Lage war, ihre Mitteilungen unter Beweis zu stellen. Der Termin wurde dann vertagt. Inzwischen hat Knüppel- Kunze, wie das „Berliner Tageblatt“ mitteilt, es verstanden, das Verfahren solange hinzuziehen, daß jetzt Verjährung eingetreten ist. Das Gericht hat nunmehr das Verfahren eingestellt. y/chneldßt?ei Jßs&x^-JchnßideEoi

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