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Das jüdische Echo · 1925-05-01 · 18 (1.5.1925) · p. Seite 327

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
18 (1.5.1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 18 Das Jüdische Echo 327 Kolonialminister Ämery in Palästina Wie bereits berichtet, sind die englischen Minister Amery und Hoare am 15. April in Palästina, von Bagdad kommend, eingetroffen, wo sie im Regierungshause als Gäste des High Commissioner, Sir Herbert Samuel, Wohnung genommen haben. Am Abend des 15. fand zu ihren Ehren im Regierungshause ein E m p fang statt, an dem auch führende jüdische und arabische Vertreter teilgenommen haben. Am 16. nahm Minister Amery die politischen Besprechungen auf. Er empfing, wie der „Wiener Morgenzeitung“ aus Jerusalem gedrahtet wird, in Anwesenheit des High Commissioner zunächst zu gesonderter Aussprache die Führer der jüdischen Bevölkerung und eine Abordnung der arabischen Parteien. In diesen Konferenzen handelte es sich darum, die Wünsche der beiden Teile im einzelnen kennen zu lernen und das Terrain für weitere Pourparlers abzustekken. Einer bei Amery erschienenen Abordnung der in dem sogenannten Kongreß vereinigten nationalistischen und extremistischen Parteien der Araber erklärte der Minister, die englische Regierung werde sich nicht um eine Kooperation mit den Arabern bemühen, sondern warte die arabischen Schritte ab. Die Regierung halte an den in dem Völkerbundsmandat vorgezeichneten politischen Linien fest. Bei einem Empfang der Vertreter der Presse gab Minister, Amery eine längere Erklärung ab, in der er seine große Freude über den 'schönen Verlauf der Universitätsfeier auf dem Skopusberge ausdrückte und u. a. erklärte, daß die Mandatspolitik Englands, die von drei aufeinanderfolgenden Regierungen aller Parteien und vom Völkerbund bestätigt worden ist, unverändert aufrecht bleibt. Die Balfour-Deklaration ist von Churchill authentisch interpretiert worden in seiner Erklärung, die feststellt, daß die Juden in Palästina auf der Grundlage des internationalen Rechtes und nicht der Duldung leben, zugleich aber den Arabern die Zusicherung gibt, daß ihre Interessen bezüglich Sprache und Kultur keineswegs werden mißachtet werden. Leider ignorieren, fuhr Amery fort, die Araber diese Erklärung ebenso, wie ihre Führer es ablehnen, Vertreter ins Parlament zu entsenden. Die britische Regierung kann keine neuen Angebote machen. Das Ziel der englischen Politik ist die Wohlfahrt des ganzen Landes und nicht einzelner Teile der Bevölkerung. Der Zwischenfall in Damaskus ist wohl bedauerlich, desto erfreulicher aber der höfliche Empfang Lord B a 1 f o u r s durch die -Araber Palästinas. Überhaupt sollten die politischen Differenzen nebensächlich sein gegenüber dem großen Fortschritt des Wirtschaftslebens, der tiefen Eindruck machen muß und leider noch nicht genug beachtet wird. Einem Vertreter des R e u t e r - B ii r o s erklärte Amery, die englische Regierung halte an ihrer Politik des jüdischen Nationalheims in Palästina fest und begrüße mit Genugtuung die unter den Juden herrschende Tendenz, sich der Landwirtschaft zuzuwenden. (Ziko.) * Jerusalem (J.T.A.j. In seiner Erwiderung auf die Beschwerden der Abordnung der palästinensischen Araber, die ihn am 21. April besucht hat, sagte der britische Kolonialminister Mr. Amery u. a. auch noch folgendes: Palästina könne ein arabisches Nationalheim bleiben unter der Voraussetzung, daß den Judep in Palästina die Möglichkeit gegeben wird, ihre nationale Heimstätte aufzubauen. Dies kann nur geschehen, wenn den Juden eine freie nationale und kulturelle Entwickelung gewährleistet ist. * Jerusalem (J.T.A.). Die Palästina-Regierung veröffentlicht soeben den offiziellen Text der Erklärungen, die der Kolonialminister, Mr. L. S. Amery, beim Empfang der Abordnung der vereinigten arabischen Parteien und der Abordnung des Nationalrats der palästinensischen Juden (Waad Leumi) abgegeben hat. Der Text hat mehr als lausend Zeilen Umfang. In seiner Erwiderung auf die Beschwerden der a r a b i s c h e n Abordnung gegen die zionistische Politik in Palästina sagte Mr. Amery, die Regierung habe nichts für die jüdische Siedlungstätigkeit beigesteuert; dagegen aber hat sie die Siedlungstätigkeit der Araber sehr unterstützt. Die Regierung hat den Arabern große Staatsländereien in Baisam übergeben und für sie dort mehr als 600 Kilometer Landstraßen gebaut. Diese Kommunikationen kommen zum weitaus größten Teil den Arabern zunutze. Die Juden haben ihr Ansiedlungswerk stets aus eigenen Kräften entwickelt. Ich habe nicht allein in den jüdischen Kolonien, sondern auch in allen T?auThallmcuer München ThßCLCinev&r.td. 6lasor

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