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Das jüdische Echo · 1925-04-17 · 16 (17.4.1925) · p. Seite 289

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
16 (17.4.1925)
Date
1925-04-17
Page
Seite 289 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 289 des 45. Psalms handschriftlich vorliegt. Aus dem Englischen hat er das Buch des Manasse ben Israel über die „Rettung der Juden“ übersetzt, das er als Anhang zu der Dohm’schen Schrift „Uber die bürgerliche Verbesserung der Juden“ 1782 hatte erscheinen lassen und zu dem kein Geringerer als Mirabeau 1887 eine Übersetzung in das Französische schrieb („Sur la reforme politique des Juifs“). Von seinen sonstigen Schriften sind besonders zu erwähnen: „Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum“ (1783), „Morgenstunden oder Vorlesungen über das Dasein Gottes“ (1785) und sein letztes Werk „Mendelsohn an die Freunde Lessings“, das nach seinem Tode sein Freund Johann Jacob Engel herausgab und das ein Schlußwort im Atheismusstreit mit dem Philosophen Friedrich Heinrich J a c o b i darstellt. Ferner das „Generalschutz- und Handelsprivilegium mit den Rechten christlicher Kaufleute“, das 1787 König Friedrich Wilhelm II. der Witwe und den Kindern Mendelsohns gab und auf dem das Autograph des Königs zu sehen ist. Die zweite Vitrine enthält die Werke seiner Zeitgenossen in Erstausgaben, die dritte Vitrine enthält Graphik, Kupfer- und Stahlstiche sowie Mendelsohn-Bildnisse, von denen das wertvollste eine Rötelzeichnung von Chodowiecki ist, die der Landesbücherei von der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zur Verfügung gestellt wurde. —■ Die Ausstellung ist den ganzen April zu besuchen. Die Führung übernimmt der Bibliotheksassessor der Anhaitischen Landesbücherei in Dessau Dr. P. Wahl gegen vorherige Anmeldung. Von der Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose“ Eröffnung des „Ose“-Museums in Berlin Berlin (J.T.A.). Die Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose “, die seit ihrer Gründung im Jahre 1912 die sanitär-hygienische Propaganda unter den jüdischen Volksmassen in ihr Programm aufgenommen hat, entfaltet auf diesem Gebiete eine sehr erfolgreiche Tätigkeit. Um dem Volke allgemeine hygienische Kenntnisse in anschaulicher Form beizubringen, hat die „Ose“ ein hygienisches Wandermuseum mit Aufschriften in jüdischer Sprache in Dresden hersteilen lassen. Am 5. April ist dieses Museum in Berlin im Großen Repräsentantensaal der Jüdischen Gemeinde für die Dauer von zwei Wochen eröffnet worden. Das Mitglied des Präsidiums des Verbandes Dr. J. F r u m k i n begrüßte die versammelten Gäste, woraufhin Herr Dr. Olschwanger die Bedeutung hygienischer Aufklärungsarbeit unter den breiten jüdischen Massen auseinandersetzte. Das Museum enthält nahezu 300 Ausstellungsobjekte, Präparate, Abgüsse, Bilder, Tabellen, Diagramme über die verschiedenen hygienischen Gebiete; die Aufschriften sind in jüdischer Sprache gehalten. Das Museum ist für die osteuropäischen Länder bestimmt, wo die Juden in Massen leben. Berücksichtigt sind meist diejenigen Krankheiten^ die unter den Juden auf Grund ihrer spezifischen Wohnungsbedingungen verbreitet sind. Ein besonderer Platz ist der Arbeitshygiene zugewiesen. Die Ausstellung hat unter den Besuchern, unter denen sich angesehene jüdische Gelehrte, Ärzte, Professoren, soziale Funktionäre Deutschlands, sowie Vertreter jüdisch-deutscher Organisationen befanden, großes Interesse hervorgerufen. Besondere Aufmerksamkeit wurde jenen Tabellen, Diagrammen usw. zugewendet, die den Gesundheitszustand der jüdischen Bevölkerung in den vom Kriege besonders heimgesuchten Ländern illustrieren. Der Tätigkeit der „Ose“ in diesen Ländern wurde viel Lob gezollt. Jerusalem olme Wasser*) Als ich ein Kind war, hab ich so gerne im „Schemone Esre“ im Winter „Maschiv haruach umorid hagaschem“ zu sagen vergessen; denn ich wollte Gott nicht noch rühmen für den Regen, der mir als notwendiges Übel erschien und mir oft schöne Fahrten verdarb. Hier in Jerusalem habe ich die Bedeutung dieser Worte verstehen gelernt, und besonders in diesem Jahre hab ich gelernt, nach jedem Wölkchen zu spähen, mich über jeden Tropfen Regen zu freuen, der, ach so spärlich in diesem Jahr gefallen ist. Jetzt stehen wir am Anfang einer Katastrophe, die uns in diesem Sommer viel Unheil bringen wird. In diesem Jahre ist nur ein winziger Bruchteil des Regens gefallen, der für den Sommer nötig ist und man erinnert sich nicht, daß in den letzten fünfzig, vielleicht hundert Jahren mal so wenig Wasser vorhanden war. Jerusalem erhält sein Wasser bekanntlich aus den Zisternen, die an den meisten Häusern vorhanden sind, ein Teil der Bevölkerung wird durch die städtische Wasserleitung versorgt, das sind besonders die Bewohner der älteren Viertel, in denen es noch Häuser ohne Zisternen gibt. Schon jetzt ist ein großer Teil der Zisternen leer, manche enthalten noch für ein bis zwei Monate Wasser. Bis jetzt hat man gehofft, gebetet, ja Fasttage eingesetzt.... Der Regen blieb aus. In den Pessachtagen ist die Zeit des Malkoseh, des Spätregens, der aber oftmals in einer halben Stunde vorüber ist und selten noch Wasser für die Zisternen liefert. Schon jetzt macht sich an vielen Orten der Wassermangel fühlbar, allerdings gibt es noch viele, besonders unter den wohlhabenderen Familien, die noch nicht in Mitleidenschaft gezogen sind, da sie allein die Zisterne ihres Hauses benützen. Kann man sich im Galuth vorstellen, was es heißt, kein Wasser haben? — An den städtischen Wasserverteilungsstellen stehen täglich Hunderte von Menschen vier und fünf Stunden lang mit ihren Pachim (Blechgefäßen) in der jetzt schon brennenden Sonne, um ein Pach, manchmal ein halbes voll Wasser zu bekommen, oftmals um dann leer zu den schreienden Kindern heim zu kommen, die sie wohl manchmal gar nicht mehr waschen können. Letzten Sabbat saß ich mit vielen hundert Frauen und Kindern, wenig Arabern und Abessiniern, hauptsächlich Juden, vier Stunden an der Verteilungsstelle, da die Regierung versprach, am Sabbat zu öffnen, nachdem zwei Tage vorher kein Wasser ausgegeben worden war. Ich wunderte mich, daß alle Juden am Sabbat Wasser holen gingen, tragen darf man ja hier, aber doch ist das Wasserholen alles andere als „oneg schabbat“. Aber die Leute waren sich ihrer Notlage bewußt und ich hörte an allen Orten darüber diskutieren. Ein kleiner Junge mit Pajes sagte: „Man darf in der Not SQgar Brot stehlen, um wieviel mehr Wasser holen, wenn man schon zwei Tage keines im Hause hat“. Trotzdem gab es viele, die anderer Ansicht waren, besonders unter den Chassidim. Erst kam ein Chassid und meinte: „Wer noch einen Trop- *Vgl. im Welt-Echo die Meldung über inzwischen eingetretenen Regen.

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