Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 16 (17.4.1925)
- Date
- 1925-04-17
- Page
- Seite 281 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 281 Das Exekutivkomitee der Zionistischen Organisation in Amerika hielt am 1. April, dem Tage der Eröffnung der hebräischen Universität, eine Festsitzung ab und faßte den Beschluß, eine Million Dollar für die hebräische Universität aufzubringen. Mr. Sol. S. Rosenblom, der Schatzmeister der Palestine Development Council (Brandeis- Gruppe), ein angesehener Kaufmann aus Pittsburg, sandte dem Komitee der Hebräischen Universität in Jerusalem die telegraphische Mitteilung, daß er zwecks Ausgestaltung der Hebräschen Universität die Summe von 250 000 Dollar gestiftet hat. Herr Philipp Wattenberg aus New York, der der Universitätsfeier in Jerusalem beiwohnte, stiftete eine Summe von 100 000 Dollar für das Einstein-Institut für Mathematik und Physik, dessen Grundsteinlegung am 2. April erfolgt ist. * W i en (J.T.A.). Die Wiener Jüdisch-akademischen Verbindungen luden zur Feier der Eröffnung der Hebräischen Universität, die von ihnen am 1. April veranstaltet wurde, auch den päpstlichen Nuntius und den sowjet-russischen Gesandten ein. Der erstere entschuldigte sein Fernbleiben und sandte Glückwünsche, während die sowjet-russische Gesandtschaft antwortete, sie könne wegen der Abwesenheit des Gesandten Joffe nicht vertreten sein, doch übersende sie eine Million Kronen für die Universität in Jerusalem. Der französische Finanzminister über die hebräische Universität Paris (J.T.A.). Der soeben zum Finanzminister gewählte angesehene Senator de M o n z i e , der schon einmal Minister des Unterrichtes und der Justiz gewesen war, veröffentlicht im „M a - tin“ einen Artikel über die hebräische Universität in Jerusalem, aus der die folgende Stelle bemerkenswert ist: „An diesem 1. April ist die hebräische Universität zu Jerusalem durch Lord Balfour in Gegenwart des britischen Oberkommissars und Protektors von Judäa Sir Herbert Samuel eröffnet worden. Ich hätte mich glücklich geschätzt, wenn ich der Einladung, die mir Dr. Weizmann im Namen der Zionistischen Exekutive hatte zugehen lassen, hätte Folge leisten können; stolzer noch wäre ich gewesen, wenn ich Frankreich bei dieser Feier hätte vertreten können, wie es mir die französische Regierung angeboten hatte. Ich bin hier geblieben, obgleich die Jerusalemer Feier wichtiger ist als alle unsere Dispute hier. Während bei uns Klerikale und Laien sich gegenseitig beschimpfen, begründet der Zionismus auf dem Berge Skopus ein geistiges Zentrum, das alle Juden der Welt vereinigen soll, einen stolzen Tempel für die Nachfahren Benjamin Cremieux, für die mutigen Schüler Bernard Lazar’s, für die Schwestern der Rahel... Ein großes Ereignis geht heute in der ewigen Stadt vor sich. Wenn Lord Balfour die Eröffnung der Universität verkündet hat, sah er unter sich Jerusalem, das Tote Meer, das Jordantal, das Gebirge von Moab und alle die in den Evangelien erwähnten Plätze. Der hebräische Dichter Chaim Nachman Bialik wird in der wieder lebendig gewordenen Sprache das wiedergefundene Land begrüßen. Millionen Juden von Krakau bis New York werden Siegesfreude empfinden. Sie durchleben von neuem den alten Traum vom einigenden Gedanken, der in der „Ethik“ Spinozas und in der Lehre von Karl Marx ausgedrückt ist. Von der hebräischen Universität wird der einigende Gedanke ausgehen, der die Juden in der Diaspora beherrschen wird. Universitätsfeier in Nürnberg Wie wohl alle nationaljüdischen Gruppen in der ganzen Welt, so hatte auch die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth zu einem feierlichen Abend gebeten, der dem festlichen Gedenken an die am 1. April 1925 in Jerusalem erfolgte Eröffnung der Hebräischen Universität gewidmet war. Der Festakt, der aus technischen Gründen erst am Sonntag, den 5. April im Saale des Hotels „Deutscher Hof“ stattfinden konnte, hatte eine freudig und doch ernst gestimmte, festlich gekleidete Teilnehmerzahl, die den Saal bis zum letzten Platz füllte, zusammengeführt. Die großen jüdischen Organisationen, die Gemeinde — diese durch Herrn Komm.-Rat Metzger — und das Rabbinat waren vertreten. Nach einer kurzen Eröffnungsansprache des Herrn Dr. Ludwig Mayer hielt Herr Dr. Nahum Goldmann, Berlin, die Festrede. Es ist unmöglich, hier in gedrängter Form den Inhalt dieses groß angelegten und begeisternden Referates wiederzugeben. Es möge die Feststellung genügen, daß Goldmann, den als einen der hervorragendsten jüdischen Reduer kennen zu lernen, die jüdische Bevölkerung Nürnbergs erfreulicherweise schon mehrfach Gelegenheit gehabt hat, an diesem Abend es verstanden hat, wohl jeden einzelnen Hörer, gleich welcher jüdisch-politischen Richtung, zu packen und die grundlegende Bedeutung dieser Universitätseröffnung als den Beginn einer neuen jüdischen Epoche, als Einleitung der wahren jüdischen Emanzipation, der Emanzipation des Judentums und nicht der einzelnen jüdischen Menschen aufzuzeigen. Dem mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine Begrüßungsansprache des Herrn Rabbiner Dr. H e i 1 b r o n n , die von warmem DAS HAUS KREU-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN