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Das jüdische Echo · 1925-04-17 · 16 (17.4.1925) · p. Seite 279

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
16 (17.4.1925)
Date
1925-04-17
Page
Seite 279 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 279 größere Synagogengemeinden gibt, so wäre es fraglos leicht möglich, alljährlich eine derartige Siedelung ins Leben zu rufen. Wenn man bedenkt, daß die zionistischen Kreise für die Durchführung ihrer Pläne eine Summe aufbringen, die größer ist, so müßten die deutschen Juden auch für eine derartige Berufsumschichtung in größerem Stile die Mittel aufbringen können. Und nur je großzügigr die Aufgabe gedacht ist, desto mehr werden die pekuniären Unterlagen gewonnen werden können. Diesen jüdischen Siedlungen können dann Altersheime, Erziehungsanstalten, Waisenhäuser etc. angegliedert werden. — Allein durch den Verkauf von manchen städtischen Institutionen werden größere Mittel frei, um moderne Heime in den jüdischen Dörfern aufzuführen. Die amerikanische Judenheit hat eine ähnliche großzügige Bewegung, welche die Ansammlung der Juden in New York aufhalten soll, geschaffen. Fraglos ist die deutsche Judenheit nach dem Krieg verarmt, aber in der jüdischen Geschichie hat sich noch immer gezeigt, daß gerade in den schwersten Zeiten die Hingabe der Juden an jüdische Ziele am intensivsten gewesen ist. Und vielleicht ist der glänzendste Beweis dafür der, daß die Ostjuden, die durch den Krieg und den Bolschewismus am stärksten gelitten haben, am grandiosesten den Aufbau betreiben, daß aus ihrer Mitte heraus die modernsten Bewegungen wie die Gesellschaft Ose und Ort entstanden sind, daß von ihrer Seite aus die jüdische Öffentlichkeit die stärksten Impulse erfahren hat. Einer unserer Freunde hat jetzt Italien bereist und ist mit dem ungünstigsten Urteil über die dortigen jüdischen Verhältnisse zurückgekehrt. Das jüdische Leben stagniert überall, die Bethäuser stehen leer, die jüdischen Schulen sind verwaist, die jüdischen Stiftungen werden nicht benutzt. Das wundersame jüdische Leben, das ein volles Jahrtausend in Italien blühte, ist zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Die deutsche Judenheit hat durch alle möglichen Umstände starke Impulse erfahren. Es scheint aber nötig die Energien nutzbringend anzuwenden, Volkswohlfahrt großzügig zu betreiben und durch positive Taten an der steten Erneuerung, Lebenserhaltung der jüdischen Gemeinschaft zu wirken. Dr. Felix. A. Theilhaber. Lord Balfours Rektorats-Rede Jerusalem (J.T.A.). In seiner Rektoratsansprache bei der Feier der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem sagte Lord Balf our: „Wenn ich könnte, ich hätte gerne hebräisch gesprochen, ich muß aber in meiner Muttersprache reden. Was hatte dieses große Auditorium von Menschen aus allen Enden der Welt zusammengeführt, Menschen, die eine verschiedene Sprache führen? Doch nur das Interesse an dem großen geschichtlichen Ereignis in diesem Lande, wo jeder Stein Geschichte ist. Nicht die Hoffnung auf eine prunkvolle Ansicht, sondern etwas, das unser Gewissen angeht, das Bewußtsein, daß hier eine große Epoche intellektuellen und moralischen Wiederaufbaus beginnt. Die kommenden Generationen werden an diesen Tag zurückdenken. Von diesem Hügel hat man einen Ausblick auf die Stelle, wo das Volk Israel das ihm verheißene Land betrat. Auf diesem Hügel lagerten die Römer unter dem Feldherrn Titus und wollten Israel vernichten. Auf diesem selben Hügel aber beginnt heute eine neue Epoche des jüdischen Kulturstrebens. Seit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer bis zur Befreiung des Landes von der türkischen Herrschaft durch die britische Armee unter der Führung des Feldmarschalls Lord Allenby haben die Juden nicht aufgehört, nach ihrer alten Heimat zu streben. Die Juden, die stets sehr viel zu der menschlichen Zivilisation in allen Ländern beigetragen haben, lebten nur physisch in der Zerstreuung, im Geiste waren sie vereint. Die Liebe zur Nation hat auch jetzt den Geist der Juden auf die Aufgabe konzentriert, die jüdische Kultur wieder aufzubauen. Wir stehen jetzt vor einem ganz neuen Experiment: Wir gehen daran, die Methoden westlicher Universitäten in ein asiatisches Land durch das Mittel einer östlichen Sprache zu verpflanzen. Das ist noch nie versucht worden. Dennoch, wenn ich die Zeichen der Zeit nicht mißverstehe und wenn der Geist des jüdischen Volkes nicht erschöpft ist, dann muß dieses Experiment gelingen. Ich unterschätze die Schwierigkeiten nicht, die der Verwirklichung entgegenstehen. Die erste Schwierigkeit ist die Sprache. Obwohl die hebräische Sprache niemals tot gewesen ist, war sie doch bis jetzt als Sprache "RnuThallmcuer München ThßatinerttrAÖ. ObnzeRarvo.

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