Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 16 (17.4.1925)
- Date
- 1925-04-17
- Page
- Seite 278 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Das Jüdische Echo Nr. 16 Auch in den akademischen Berufen tobt andauernd der Kampf, den Juden das Feld zu verschließen. Die chemische Großindustrie, die einflußreichen Maschinenbauwerke, fast die ganze rheinische Schwerindustrie sperren sich gegen jüdische Bewerber. Die jüdischen Juristen im Staatsdienst haben mit Recht Besorgnis für ihr Fortkommen und die jüdischen Ärzte haben in kleinen Orten einen schweren Stand. Unter diesen Umständen hat die sogenannte jüdische Öffentlichkeit umgelernt. Sie betrachtet es nicht mehr als ihr höchstes Streben, die jüdische Jugend zu akademischen Berufen mit Stipendien heranzuziehen oder die geistig inferioren Elemente dem Handwerk und dem Gartenbau zuzuführen, als ob diese Berufe gerade gut genug für die geistig und körperlich Degenerierten wären. Mit Erstaunen muß die Öffentlichkeit feststellen, daß die Jugend selbst nicht mehr so darnach drängt, Kaufmann zu „lernen“. Sie weiß, daß in den meisten Fällen der gelernte Kaufmann eigentlich nur ein besserer Schreiber, ein sogenannter Buchhalter, ein Bankangestellter etc. ist, kurz ein Privatbeamter eines Unternehmens; in dem er eine ganz untergeordnete, oft geisttötende Stellung einnimmt. Es geht dem Kaufmann wie dem Soldaten, der zwar den Feldherrnstab angeblich in seinem Tornister trägt; die Chancen sind aber so gering, daß er um ihretwillen den Beruf nicht einzunehmen braucht. Das Arbeitsamt, das die Freundlichkeit hatte, mir Material zur Verfügung zu stellen, hat eine Statistik, nach der vor allem die jungen Leute Schneider, Kürschner, Schuster und Metallarbeiter werden wollen. Man kann diese Auswahl der Berufe auch nicht restlos freudig begrüßen, da gerade die sitzende Arbeitsweise der Schneider, die hier zumeist angetroffene Überschreitung des 8 Stunden-Arbeitstages, die Berufsschäden, welche die Kürschnerei mit sich bringen (chemische Bearbeitung der Felle etc.) nicht die glücklichste Wahl von körperlicher Arbeit darstellen. Nun beginnt man in Palästina und in Rußland mit einer radikalen Berufsumstellung. Die Sowjetregierung siedelt in der Ukraine Tausende von Juden an und in Palästina werden immer neue Ländereien angekauft, Juden zu Ackerbauern zu machen. Es ist gewiß nicht leicht, Juden in die Landwirtschaft zu überführen, obwohl der Versuch in den Vereinigten Staaten, in Argentinien, in Ungarn etc. vielfach unternommen wurde und trotz diverser Rückschläge dort gelungen ist. t Zur Zeit besteht bei der jüd. Jugend der ganzen Welt das Streben, sich beruflich umzuschichten. Man will produktiv arbeiten, man will aus der Atmosphäre des Handelns, des Schacherns heraus, die Großstadt verlassen und zur Natur ein Verhältnis bekommen. Uns erscheint heute die Aussicht, daß die jüd. Jugend ihr Ziel im Auge behält, nicht mehr so absurd, wie unseren Vätern der Gedanke gewesen war. Gewiß, es gibt auch heute noch viele Kreise, die geistig niemals einem neuen, großen Gedanken nähertreten können, die aus Angst vor Opfern, vor Unbequemlichkeiten die Dinge weitergehen lassen möchten. Es mag sein, daß der mangelhafte Nachwuchs der deutschen Juden die Entwicklung der Dinge günstig beeinflußt. Bei der alten Fruchtbarkeit müßte sonst die katastrophale Uberfüllung die gleichen moralischen Erschütterungen mit sich bringen, die wir im Osten finden. Aber auch ohnedies ist der Trieb der jüdischen Jugend so stark, sich beruflich umzustellen, daß wir an ihm nicht Vorbeigehen können. Vor allem besteht ein lebhaftes Interesse an der Landwirtschaft. Der Bodenkulturverein hat 2 Lehrgüter, von denen das eine in Halle sich glänzend entwickelt hat und wo etwa 100 jüdische junge Leute bereits ihre Ausbildung erfahren haben. Zum Unterschied von sonstigen Lehrinstituten kostet dieses Lehrgut seit 2 Jahren dem Verein keinerlei Zuschuß, sondern erhält sich von selbst, die Landwirtschafts- und Gartenbauschule in Buckow bei Berlin, die wahrscheinlich von dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten künftig verwaltet werden dürfte, ist erst ein Kind der Inflationszeit und wird sich noch entfalten müssen. Die Arbeit des Bodenkulturvereins mit dem „Ort“ ist nunmehr in ein besonderes wichtiges Stadium eingetreten. Bei dem Zusammenhang, der zwischen der ökonomischen Lage des Ostens mit der jüdischen Siedlung im Westen besteht ,ist es ohne weiteres klar, daß ein Kampf gegen die ostjüdische Invasion nicht durch bloße Verriegelung der Grenzen geführt werden darf, sondern durch die Beschaffung von Arbeitsmöglichkeiten an Ort und Stelle überflüssig gemacht werden muß und daß durch die Ausbildung in Gewerbe die ostjüdische Jugend in die Lage kommt, ihr Dasein durch gesunde volkswirtschaftliche Betätigung zu fristen. Für Deutschland gibt es im Augenblick günstige Gelegenheit, große Güter zu erwerben und jüdische Bauernstätten zu gründen. Güter von 3000 Morgen geben 50 Familien gute Existenzmöglichkeiten. Nach Mitteilung von Sachverständigen sind die Preise für derartige Güter etwa 1 Million, wovon etwa ein Drittel anzuzahlen wäre. Es ist keine Frage, daß in Deutschland 500 Interessenten aufgebracht werden können, die in monatlichen Raten je 100 Mark bezahlen. Wenn wir bedenken, daß es 75 Logen, je 200 größere Ortsgruppen des Frontbundes, des Centralvereins und ebenso viele Die echt Bu'.Qansctißn _ PhifippopeV^^rTT“^^^ ^UsfschuK ^Onc^ enthalten nur feinste Mischungen der edelsten bulgarittchen Vor minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt. ®ual8t**s*ahake