Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 14 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- Seite 237 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14 Das Jüdische Echo 237 Palästina und ist als beratende Körperschaft offiziell anerkannt, die in Angelegenheiten, welche die Errichtung einer jüdischnationalen Heimstätte in Palästina betreffen, die Regierung beraten und mit ihr Zusammenarbeiten soll. Frage: Hat diese Agency der Verwaltung im vergangenen Jahre einen Rat erteilt und wenn ja, in welcher Form und im Zusammenhang womit? Antwort: Einem Mitglied der Kommission wiid allwöchentlich eine Unterredung im Regierungshause bewilligt, und die Kommission korrespondiert in Verwaltungsangelegenheiten mit den Regierungsdepartements. Frage: In welcher Weise und in welchem Ausmaß arbeitet die Agency in wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegenheiten mit der Regierung zusammen? Antwort: Die Kommission wird von der Verwaltung bei der Festsetzung der Anzahl der Einwanderer, denen die Einreise bewilligt wird, zu Rate gezogen und die Zionistische Organisation beteiligt sich durch ihre Büros in Europa an der Auswahl derselben. Die Zionistische Kommission unterhält ein vollständiges Erziehungswerk für das jüdische Volk. Die Ausgaben betrugen im Jahre 1922/23 110 003 ägypt. Pfd. Die Zionistische Organisation erhält mit einem jährlichen Kostenaufwand von 90 000 ägypt. Pfd. eine medizinische Vereinigung, die Hadassah. Frage: Welchen Anteil hat die Agency an der Entwicklung des Landes? (Statistiken über die erzielten Resultate.) Antwort: Die Zionistische Kommission hat verschiedene Abteilungen zur Unterstützung von landwirtschaftlichen Siedlungen, von Handel und Gewerbe. Indirekt hat sich die Kommission an verschiedenen von der Regierung unternommenen öffentlichen Bauarbeiten beteiligt. So streckte sie der Regierung das Geld zum Bau einer geschotterten Straße vor, welche von der Hauptstraße zwischen Jaffa und Jerusalem nach den Ortschaften Rischon-le-Zion und Rochoboth abzweigt und den obersten Teil einer Landstraße bildet, die nach Gaza geführt werden soll. Die jüdische Bau-Kooperativgenossenschaft, eine von der Zionistischen Organisation unterstützte Körperschaft, bewirbt sich um die Verträge für den Bau von Straßen und andere öffentliche Arbeiten. Unter den von ihr für die Regierung durchgeführten Arbeiten nennen wir die Straße Tiberias-Semak und andere Straßen in Galiläa zum Gesamtpreise von 150 000 Pfd.; ferner den Bau einer Seitenlinie der Eisenbahn für die Armee in Sarafand und einer Zweigbahn von Rasel-Ain nach dem jüdischen Dorfe Petach Tikwah; den Bau von Baracken in Jenin und eines Regierungsbüros in Ramleh. Der Gesamtwert dieser Regierungsnud Armeeverträge betrug Ende 1922 nahezu 200 003 ägypt. Pfd. Frage: Welche Schritte wurden im Einvernehmen mit der Regierung Sr. Majestät unternommen, um die Mitarbeit aller jener Juden zu sichern, die gewillt sind, sich an dem Aufbau der jüdisch-nationalen Heimstätte zu beteiligen? PRIMUS HENFLING Möbelfabrik A.-Q. Wohnungs-Einrichtungen INNEN-AUSBAU Adlzreiterstr. 18 Antwort: Die palästinensische Regierung steht in Verbindung mit einer Anzahl Organisationen außer der Zionistischen Organisation, welche die Mitarbeit bei der Ansiedlung der Juden In Palästina zum Ziele haben. Dies sind insbesondere der Palestine Economic Board, die Jewish Colonisation Association und der Palestine Development Council, der von den Juden der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen wurde, ferner die Alliance Israelite Universelle, die ihren Hauptsitz in Paris hat, untf das Joint Distribution Committee zur Unterstützung von Kriegsopfern, das jüdische Waisen in Palästina erhält. Ein- und Auswanderung Frage: Welche Maßnahmen wurden getroffen, um die jüdische Einwanderung zu erleichtern? Antwort: Es wird auf die Berichte über palästinensische Verwaltung verwiesen. Außerdem wurde ein Beamter der palästinensischen Regierung dem britischen Konsulat in Triest zugewiesen, um bei der Auswahl der Immigranten und der Beschaffung der Visa mitzuhelfen. Dieser Beamte wurde jetzt nach Warschau versetzt, welchen Weg die Masse der Auswanderer nimmt, und das Büro in Triest wurde gesperrt. Frage: Welche Maßnahmen wurden getroffen,, um die Rechte und die Lage der anderen Teile der Bevölkerung sicher zu stellen? Antwort: Die allgemeinen Regeln für die Einwanderung nach Palästina, die sich nach der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes für neue Siedler richten muß, schützt die andern Teile der Bevölkerung vor ernstlichen Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Zahl der Arbeitslosen wird jeden Monat durch Umfrage in allen Bezirken sorgfältig zusammengestellt. Wenn sich aus den Ziffern ergab, daß eine beträchtliche Anzahl von Leuten ohne Arbeit war (einerlei ob es sich um neue Siedler oder alte Einwohner des Landes handelte), wurde die Einwanderung für eine Zeit lang eingeschränkt. Frage: Welche Maßnahmen wurden im Einvernehmen mit der Jewish Agency getroffen, um die geschlossene Ansiedlung der Juden im Lande zu fördern (Zahlen!)? Antwort: Verweist auf die Berichte über die palästinensische Verwaltung vom Juli bis Dezember 1920, 1921, 1922, 1923. Bevollmächtigung der Zionistischen Organisation, Immigranten ins Land zu bringen; Anzahl der Immigranten; Auswanderungsländer; Ansiedlung auf dem Lande. Frage: Welches sind die Erfolge dieser Maßnahmen? Statistik der Immigranten (Geburtsland, Religion, Rasse, Beruf, Alter und Geschlecht). Geographische Verteilung innerhalb des Landes in den städtischen Zentren und den Landbezirken. Einige statistische Daten über die Auswanderung. Antwort: Genaue Daten über die Verteilung der Immigranten in den Städten und auf dem Lande stehen nicht zur Verfügung, doch hat bisher die starke Bautätigkeit in den größeren Städten die große Masse der Einwanderer dorthin gezogen. Die gegenwärtige jüdische Bevölkerung verteilte sich nach der Volkszählung von 1922 folgendermaßen: In Stadtbezirken 68 622, in Landbezirken 15172. Bei einer ungefähren Zählung im Jahre 1920 betrugen die Zahlen 56 203 bezw. 10370. Näheres in den Berichten der Palästina-Verwaltung vom Juli 1920 bis Dezember, 1921, 1922 und 1923. (Fortsetzung folgt.)