Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1925-04-03 · 14 (3.4.1925) · p. Seite 235

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
14 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
Seite 235 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103075-9153801--06607-9079320
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 14 Das Jüdische Echo 235 Herbert Samuel und Baron Edmond de Rothschild exekutiert wurden. Auf dem Wege zur Synagoge bildeten die Schulkinder Spalier. Die Stimmung war freudig bewegt. Die Kolonisten riefen Lord Balfour Segenssprüche zu. Lord Balfour zeigte sich über den Empfang tief bewegt. In seiner Erwiderung auf die Begrüßungsansprachen der jüdischen Kolonisten in Rischon-le- Zion sagte Lord Balfour folgendes: „Es ist mir eine Freude, in der ersten jüdischen Kolonie Palästinas zu weilen. Ich genieße die Ehre und den Vorzug, ein alter Freund des Barons Edmond de Rothschild, des Begründers dieser Kolonie, zu sein. Ich bin ein alter Zionist; ich hänge dem zionistischen Gedanken aus einer Zeit an, da die Deklaration, die meinen Namen trägt, noch nicht herausgegeben war. Die Balfour-Deklaration ist auch nicht allein von mir geschaffen worden. Sie ist der wohlüberlegte Entschluß der Mächte Europas und Amerikas. Sie ist die deklarierte Politik aller zivilisierten Nationen und kann nicht mehr um gestürzt werden. .Noch einmal: Die Deklaration ist nicht meine. Sie ist der Ausdruck der Politik nicht allein Großbritanniens, sondern auch aller Mächte und sie ist der Ausdruck’ der Meinung der internationalen Menschheit., Meine Arbeit und meine Verdienste im Interesse Zions werden überschätzt, obwohl es keinen eifrigeren und gläubigeren Zionisten gibt, als mich.“ Lord Balfour besuchte in Rischon-le-Zion u. a. auch die berühmten Rothschild’schen Weinkellereien. Der erste Rektor der Jerusalemer Universität Jerusalem (J.T.A.). Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Cha;im Weizm a n n wird den feierlichen Akt der Eröffnung der hebräischen Universität vollziehen. Der Oberkommissar für Palästina. Sir Herbert Samuel wird sodann im Namen der Regierung die Ansprache halten. Die R e % t o r a t s rede wird Lord Balfour sprechen. ,itofüiär mmirm i -TUS Hebräische Universität, Jerusalem (Laboratorium) Zur Vorgeschichte der Hebräischen Universität Die Idee der Schaffung einer hebräischen Universität ist beinahe ebenso alt wie der zionistische Gedanke in Westeuropa. Sie stammt von jenem Manne, dem wir bereits eine der herrlichsten Schöpfungen verdanken, die das jüdische Volk besitzt: den jüdischen Nationalfonds. Professor Hermann S c h a p i r a hat in der Schlußsitzung des ersten Zionistenkongresses einen Antrag gestellt, der folgenden Wortlaut hat: „In den zu gründenden Kolonien in Palästina soll für alle auf religiöse und moralische Erziehung sowohl, als auch auf geistige Ausbildung der Juden gerichteten Bestrebungen ein einheitlicher Mittelpunkt geschaffen werden. Derselbe soll gewonnen werden durch die Herstellung einer Hochschule (beth midrasch hathorah hachochmah wehaawodah) für die Erwerbung aller religiösen, wissenschaftlichen und praktischen Kenntnisse mit einer allgemeinen, gemeinsamen Abteilung und drei Hauptunterabteilungen: a) Theologische Abteilung, b) Abteilung für theoretische Wissenschaften, c) Abteilung für technische und agronomische Kenntnisse.“ Bei der Begründung dieses Antrages wies Hermann Schapira, der bekanntlich Professor der Mathematik an der Universität in Heidelberg war, darauf hin, daß er bereits vor zwanzig Jahren, wo noch keine Spur von Kolonien in Erez Israel war, die Anregung zur Schaffung einer Universität gegeben habe. Sein' Vorschlag wurde vom Kongreß der Kulturkommission, die sich mit der Förderung der hebräischen Sprache und Kultur zu befassen hatte, überwiesen. Dann ruhte der Universitätsgedänke fünf Jahre, bis ihn Dr. Chaim W e i z m a n n wieder aufgriff, der im Jahre 1902 zusammen mit Martin Buber und Berthold F e i w e 1 eine inzwischen gänzlich verschollene Schrift unter dem Titel „Eine Jüdische Hochschule“ herausgab. Es war

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.