Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1925-04-03 · 14 (3.4.1925) · p. Seite 234

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
14 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
Seite 234 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9072829-9103075-9153801--06606-9079319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

234 Das Jüdische Echo Nr. 14 Abend fand zu Ehren Lord Balfours ein Festkonzert statt. Vor der versammelten Bürgerschaft von Tel- Aviv vollzog Lord Balfour die Weihe der nach ihm benannten Straße „B a 1 f b u r - S t r e e t“. Tel-Aviv (J.T.A.). Uber den bereits mitgeteilten Besuch Lord BalfoursJn Tel-Aviv ist noch zu berichten: 35 000 Juden waren in den Straßen versammelt und bereiteten dem Gast einen enthusiastischen Empfang. Schulkinder, Pfadfinder und Mitglieder der Makabi-Sportorganisationen bildeten Spalier. Nachdem der Bürgermeister von Tel-Aviv, Hr. Dizengoff, eine Ansprache an Lord Balfour gehalten hatte, erwiderte dieser mit folgender Rede: Es ist mir eine besondere Ehre, daß diese große, blühende Stadt mir das Ehrenbürgerrecht verliehen und meinen Namen durch Benennung einer Gasse nach mir unsterblich, gemacht hat. Ich hoffe mit Ihnen auf die Entwicklung und Zukunft Palästinas, da sich diese Zukunft auf den Traditionen der Vergangenheit aufbaut. Viele Gründe bekräftigen diese meine Hoffnung. Einer der wichtigsten Gründe ist der, daß die Juden wohl wissen, daß ihre Zukunft, die Zukunft dieses ewigen Landes und der Erfolg des Zionismus . abhängig ist von dem Glauben, daß der Wiederaufbau Palästinas nicht allein den Juden, sondern 3er ganzen Menschheit zugute kommen wird. Die* Juden waren immer die Träger der sittlichen Idee im Leben der Völker. Die Zukunftsarbeit der Juden in Palästina wird sicher die erhabenen Traditionen der jüdischen Vergangenheit rechtfertigen. Wohin ich schaue, ich muß den schöpferischen Geist, der beim Aufbau dieser Stadt gewaltet hat, bewundern. Es ist einer der schönsten Anblicke, die ich je gesehen habe. Ich sehe eine neue Generation voll starken Lebens und von einem freudigen Arbeitswillen beseelt. Ich teile mit Euch alle Eure Hoffnungen auf eine herrliche Zukunft. Die Rede Balfours wurde mit ungeheurem Enthusiasmus aufgenommen. Bei Anbruch des Abends war die ganze Stadt illuminiert, die Stimmung war feierlich und gehoben. Lord Balfour wohnte am Abend dem ihm zu Ehren gegebenen Festkonzert bei. Nach Schluß des Konzertes sagte er zu seinen Begleitern: Ich will an der Festesfreude der Bevölkerung unmittelbar teilnehmen; ich möchte nicht in mein Auto, ich bitte Sie, mit mir einen Spaziergang durch die Straßen von Tel-Aviv zu unternehmen. Lord Balfour unternahm hierauf einen Rundgang durch das abendliche Tel-Aviv und war überall Gegenstand lebhaftester Ovationen seitens der festlich gestimmten Bevölkerung. Er brachte die Nacht in Tel-Aviv zu. Am 27. März stattete Lord Balfour den Ruthen - berg’schen Elektrizitätsanlagen in Tel-Aviv einen Besuch ab, hierauf unternahm er einen Rundgang durch die anderen industriellen Anlagen und drückte seine Bewunderung über die schnelle Entwicklung moderner Industrie im Lande aus. Am 27. März, 2 Uhr nachmittags, traf Lord Balfour mit Begleitung wieder in Jerusalem ein. In Jerusalem Jerusalem. (J.T.A.). Am 28. März fanden in allen Synagogen Palästinas Gottesdienste statt, in welchen Gebete für das britische Königshaus, Lord Balfour und den Oberkommissar für Palästina, Sir Herbert Samuel, gesprochen wurden. Lord Balfour erschien zu einem Gottesdienst in Jerusalem und wurde vom Oberrabbiner in einer Ansprache begrüßt. In den jüdischen Kolonien Jerusalem (J.T.A.). Wie schon mitgeteilt, verließ Lord Balfour in Gesellschaft des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Weizmann, des Präsidenten der Zionistischen Exekutive Nahum Sokolow und des Leiters des politischen Departements der zionistischen Palästina-Exekutive Colonel Frederick H. Kisch am 26. März Jerusalem, um sich, nach Tel-Aviv und den jüdischen Kolonien zu begeben. In Begleitung der Herren reisten mehrere Pressevertreter. Es wurden außer Tel-Aviv die Kolonien M o z a h , D i 1 b , R i s c h o n -1 e - Z i o n und M i kweh-Israel besucht. Ein von den jüdischen Kolonisten in Judäa gewähltes Komitee empfing Lord Balfour in Mikweh-Israel und gab ihm zu Ehren ein Frühstück. Alle jüdischen Kolonien, die von der Reisegesellschaft passiert wurden, waren festlich geschmückt und geflaggt; die versammelten Kolonisten begrüßten Lord Balfour mit großem Enthusiasmus. Vor den Toren Rischon-le-Zions erwartete die Gäste eine Gruppe Kolonisten zu Pferd. Lord Balfour, Dr. Weizmann, Sokolow und Colonel Kisch wurden in die Synagoge geleitet, wo Gebete für den britischen König, Lord Balfour, Sir T?auThallmai'er München ThßaänevtirAÖ. O&n&llanjQ,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.